Aus­ge­rech­net DER?

Gera­de ließ Pe­ter Maf­fay, 66, ver­lau­ten, dass er sei­ne neue jun­ge Freun­din bald hei­ra­ten will. War­um uns das per­sön­lich ver­letzt

Meins - - Leben - VON WIEB­KE BrE­DEMEY­Er

Es gibt Be­rühmt­hei­ten un­se­rer Ge­ne­ra­ti­on, bei de­nen denkt man nicht wei­ter dar­über nach, wenn sie sich mal wie­der ei­ne 20-Jäh­ri­ge an ih­re Sei­te ge­holt ha­ben. Weil sie mäch­tig sind, be­rühmt – und na ja, viel­leicht et­was ober­fläch­lich. Lothar Mat­thä­us ge­hört da­zu, der Fuß­ball-Lod­dar. Der ös­ter­rei­chi­sche Bau­lö­we Richard Lug­ner. Oder Fla­vio Bria­to­re, der braun ge­brann­te For­mel-1Zam­pa­no. Da denkt man, gut, wenn die das ha­ben müs­sen, sol­len sie doch. Wenn die Frau­en das ha­ben müs­sen, sol­len sie doch. Doch es gibt Män­ner, da är­gert es uns rich­tig. Da sind wir

per­sön­lich ent­täuscht, wenn sie sich von Frau zu Frau ver­jün­gen. Pe­ter Maf­fay, 66, ge­hört da­zu. Der har­te Kerl mit dem wei­chen Kern. Dem gro­ßen Her­zen. Er en­ga­giert sich für Kin­der, Flücht­lin­ge, Krebs­kran­ke, die Umwelt … Er packt an, wenn an­de­re nur re­den. Und dann so was …

Im Som­mer hat er sei­ne Ta­nia, 39, gera­de zum zwei­ten Mal ge­hei­ra­tet. Kirch­lich auf Mallor­ca. Zwölf Jah­re wa­ren sie ein Paar, ei­nen ge­mein­sa­men Sohn ha­ben sie auch. Und dann plötz­lich, we­ni­ge Mo­na­te spä­ter, bumms, aus, al­les vor­bei. Er hat sich neu ver­liebt. In Hen­drik­je Bals­mey­er, Leh­re­rin und gera­de 28. Wir wol­len nicht wie­der dar­über phi­lo­so­phie­ren, wes­halb sich äl­te­re Män­ner jun­ge

Frau­en an­geln. Sie kön­nen’s ein­fach. Pas­siert ja in­zwi­schen auch um­ge­kehrt. Aber: Auf­fäl­lig ist es schon, dass die Frau­en an Maf­fays Sei­te im­mer jün­ger wer­den und vor­zugs­wei­se blond, schlank und blau­äu­gig sind.

38 Jah­re tren­nen Hen­drik­je Bals­mey­er und den Al­t­ro­cker. Sei­ne Noch-Ehe­frau Ta­nia war schon – oder müs­sen wir jetzt sa­gen nur? – 27 Jah­re jün­ger. Was uns aber wirk­lich ir­ri­tiert: Nach vier ge­schei­ter­ten Ehen denkt der Al­t­ro­cker so­fort wie­der dar­an, zu hei­ra­ten und wei­te­re Kin­der in die Welt zu set­zen.

Kön­nen sich tie­fe Ge­füh­le so schnell ent­wi­ckeln?

Und vor al­lem auch wie­der ver­flüch­ti­gen? Aus­ge­rech­net bei je­man­dem, den wir für be­son­ders sen­si­bel, ehr­lich und tief­grün­dig hal­ten? Hat der Mann sich mal über­legt, wie das für sei­ne NochFrau sein muss? Hat er viel­leicht so­gar. Aber nun lässt er plötz­lich ver­lau­ten: „Es ist nur das Ge­fühl von Lie­be da – und wie will man das ab­schal­ten? Wenn so et­was pas­siert, darf man nicht mit ei­ner Lü­ge durchs Le­ben ge­hen. Das wä­re al­len an­de­ren ge­gen­über un­fair.“

Das klingt wie­der nach Maf­fay, wie wir ihn schät­zen, ehr­lich und ge­rad­li­nig. Trotz­dem hat un­se­re Rock-Iko­ne – be­zie­hungs­wei­se sei­ne Glaub­wür­dig­keit – ei­nen Riss be­kom­men, denn ei­ne(n) muss er ja be­lo­gen ha­ben. Viel­leicht sich selbst? An­de­rer­seits: Was ha­ben ein­fühl­sa­me Songs und so­zia­les En­ga­ge­ment mit dem Lie­bes­le­ben zu tun? No­bo­dy is per­fect! Gön­nen wir ihm den drit­ten Früh­ling. Er kann ja nichts da­für, dass er un­se­re stil­len Er­war­tun­gen nicht er­füllt.

Tat­sa­che aber ist: Ei­ne jun­ge Ge­lieb­te schmückt nicht je­den.

Auch wenn sie schon wie­der ge­trennt sind: Als Al Pa­ci­no, 76, erst­mals mit der 40 Jah­re jün­ge­ren Lu­ci­la Solá, auf dem ro­ten Tep­pich auf­tauch­te, wa­ren wir er­schüt­tert: Nein, aus­ge­rech­net der! Ha­ben wir auch da ge­dacht. Ir­gend­wie war auch er da­mit ein ge­fal­le­ner Held. Pa­ci­no war doch im­mer ei­ner von den Gu­ten! Tja, wahr­schein­lich nur in sei­nen Rol­len. In Wirk­lich­keit war Al Pa­ci­no schon im­mer ein Le­be­mann. Er hat sich nie fest­ge­legt, was Frau­en an­geht. Er hat zwar drei Kin­der, aber de­ren Müt­ter nie ge­hei­ra­tet. Weil er klug ist und sich kennt. Viel­leicht auch, weil er Ka­tho­lik mit si­zi­lia­ni­schen Wur­zeln ist und das Sa­kra­ment der Ehe noch hei­lig hält. Was uns zu­sätz­lich er­schreckt hat: Ne­ben der at­trak­ti­ven jun­gen Ar­gen­ti­nie­rin wirk­te der gro­ße Al Pa­ci­no plötz­lich klein und alt – ja, ich muss es ein­fach sa­gen – ein biss­chen lä­cher­lich. Beim An­blick des un­glei­chen Paa­res über­kam mich die­ses un­be­hag­li­che Ge­fühl, das wir auch ha­ben, wenn lie­be Freun­de sich bla­mie­ren oder Film­sze­nen hoch­not­pein­lich sind! Wir schä­men uns ein biss­chen fremd. Viel­leicht hat er das selbst ge­merkt, denn das jun­ge Glück dau­er­te nur vier Som­mer. Trotz­dem: Das Bild bleibt in uns haf­ten und auch ein klei­ner Schat­ten über un­se­rem Hol­ly­wood-Stern. Ähn­li­ches emp­fan­den wir jetzt kürz­lich – als wir Richard Ge­re, 66, auf dem ro­ten Tep­pich be­wun­dern durf­ten: Noch nicht ein­mal von Ca­rey Lo­well ge­schie­den und schon ei­ne neue Flam­me. Stolz wie Bol­le prä­sen­tiert der im­mer so se­ri­ös und wei­se wir­ken­de be­ken­nen­de Bud­dhist sei­ne Neue: Ale­jan­dra Silva, 34 Jah­re jün­ger als er, 23 Jah­re jün­ger als Ca­rey Lo­well. Aber wir wol­len fair blei­ben: Im­mer jün­ger ist nicht sein Mus­ter. Ca­rey ist im­mer­hin fünf Jah­re äl­ter als Ehe­frau Num­mer eins, Cin­dy Cra­w­ford, 50. Aber auch hier den­ken wir: Der hel­le Glanz sei­nes Hol­ly­wood-Sterns ver­dun­kelt sich ein we­nig für uns. Sei es fair. Oder nicht. Wir fra­gen uns auch hier: War­um denn aus­ge­rech­net der? •

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Hal­lo, Hen­drik­je Pe­ter Maf­fay, 66, zeigt sei­ner Freun­din Hen­drik­je, 28, sei­nen Ge­burts­ort Bra­sov in Ru­mä­ni­en

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