Bei je­dem Atem­zug spü­re ich die küh­le Luft

Meins - - Reise -

– und mer­ke, wie er­fri­schend gut das tut. Auf dem di­cken Tep­pich aus Schnee hin­ter­las­sen wir Di­no­sau­ri­er-Fuß­stap­fen. Durch die Schnee­schu­he sin­ken wir kaum ein. Die Win­ter­land­schaft um­gibt uns wie ein wei­ßer, glit­zern­der Raum oh­ne Kon­tu­ren. Ich ver­ges­se al­les um mich her­um.

Plötz­lich re­gis­trie­re ich: Hey, das ist gar nicht an­stren­gend. Das ist herr­lich! Ich bin lan­ge nicht so gut run­ter­ge­kom­men wie hier, mit Plat­ten an den Fü­ßen und Stö­cken in den Hän­den. Mei­ne Toch­ter, die mei­nen Blick deu­ten kann, lä­chelt zu­frie­den.

Zur Be­loh­nung für die Über­win­dung ge­neh­mi­gen wir uns am Abend ei­ne Klang­scha­len­Ent­span­nung im Spa. Ho­he und tie­fe Tö­ne vi­brie­ren sanft durch Raum und Kör­per. Am En­de füh­le ich mich selbst wie ei­ne Klang­scha­le auf zwei Bei­nen: har­mo­nisch, aus­ge­gli­chen, be­schwingt. Bes­te Vor­aus­set­zun­gen, um das Vier-Gän­ge-Din­ner zu ge­nie­ßen und gut in den nächs­ten Tag zu star­ten.

Dann gibt es ei­nen Spa­zier­gang à la Ka­rin! Mit Fa­ckeln in den Hän­den wan­deln wir ent­lang des Lechu­fers. Es ist nichts zu hö­ren, au­ßer dem Knis­tern des Feu­ers und dem ge­dämpf­ten Ton un­se­rer Schrit­te. Und dann zum krö­nen­den Ab­schluss: das Klir­ren der Glüh­wein­tas­sen! Nie hat mir ein hei­ßes Ge­tränk bes­ser ge­schmeckt als nach die­ser Wan­de­rung. Und ich muss ge­ste­hen: Schnee sieht nicht nur vom War­men be­trach­tet gut aus. So ei­nen Win­ter­ur­laub – den könn­te ich glatt wie­der­ho­len. Ob Isa­bell noch mehr so groß­ar­ti­ge Ide­en hat? •

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