Dass Pe­tra kein ein­zel­fall ist, trös­tet sie ein biss­chen.

Meins - - Leben -

In un­se­rem Freun­des­kreis gibt es je­de Men­ge El­tern, de­ren Kin­der kürz­lich aus­ge­zo­gen sind und die jetzt ei­nen al­ten Pe­ter-Maf­fay-Song nicht mehr aus dem Kopf krie­gen: „… und wenn du gehst, dann geht nur ein Teil von dir …“Vie­le Tei­le der Kin­der kom­men näm­lich über­ra­schend schnell zu Ma­ma und Pa­pa zu­rück (Dreck­wä­sche, Straf­zet­tel, lee­re Tup­per­do­sen für den Rou­la­den-Nach­schub) – oder wan­dern gar nicht erst mit in die Fer­ne. Kel­ler und Dach­bö­den sind plötz­lich voll­ge­stopft mit CD-Samm­lun­gen, Som­mer­kla­mot­ten, Ku­schel­tie­ren oder Skate­boards. Und we­he, die El­tern den­ken laut dar­über nach, das ehe­ma­li­ge Kin­der­zim­mer zum Bü­ro, Hob­by­raum oder we­nigs­tens zum Gäs­te­zim­mer um­zu­funk­tio­nie­ren …

Un­se­re Toch­ter war über die­sen Vor­schlag so scho­ckiert, dass sie uns ei­ne Wo­che lang nicht an­rief. Un­ser Sohn war da et­was prak­ti­scher ver­an­lagt. Er kam nach ei­nem hal­ben Jahr in der frem­den Stadt ein­fach wie­der zu­rück, weil die Fach­hoch­schu­le doch ir­gend­wie nicht das war, was er sich vor­ge­stellt hat­te. In­zwi­schen ist er wie­der aus­ge­zo­gen, aber mein Mann und ich rech­nen mit al­lem. Zum Bei­spiel da­mit, dass sein Zim­mer doch wie­der zum ech­ten Kin­der­zim­mer wird. Die Freun­din, die er neu­lich mit nach Hau­se brach­te, war fast zehn Jah­re äl­ter als er und sprach dau­ernd von ih­rer ti­cken­den bio­lo­gi­schen Uhr. Al­so ehr­lich, Oma woll­te ich ei­gent­lich noch nicht so schnell wer­den. Dann lie­ber Er­satz­frau­chen für ei­nen Hund. Aber mich fragt ja kei­ner.•

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