Hal­lo, ihr schö­nen Bei­ne!

Tschüss, Krampf­adern. Die fal­len uns im Früh­ling be­son­ders auf und sind nicht nur ein kos­me­ti­sches Pro­blem. Die bes­ten Me­tho­den, ih­nen jetzt Le­be­wohl zu sa­gen

Meins - - Inhalt - VON ALEX­AN­DrA SUHLING

Noch hal­ten wir un­se­re Bei­ne be­deckt, drau­ßen ist es ein­fach zu kalt für dün­ne Strumpf­ho­sen oder gar nack­te Haut. Aber die Vor­freu­de auf die na­hen­de Rock-Sai­son las­sen wir uns na­tür­lich nicht neh­men. Auch nicht von bläu­li­chen Fle­cken und Knöt­chen an Schien­bein oder Wa­de. Der Ph­le­bo­lo­ge Dr. Afschin Fatemi von der S-the­tic Cli­nic in Düs­sel­dorf (www.s-the­tic.de) hat uns näm­lich al­les er­zählt, was wir über Krampf­adern wis­sen müs­sen und wie wir sie pünkt­lich zum Som­mer am bes­ten los­wer­den.

Wie ent­ste­hen Krampf­adern?

Mit je­dem Schlag pumpt das Herz fri­sches Blut durch den Kör­per. Dass es als sau­er­stoff­ar­mes Blut aus den Bei­nen ent­ge­gen der Schwer­kraft zu­rück­flie­ßen kann, ver­dan­ken wir ei­nem cle­ve­ren Trans­port-Mecha­nis­mus – und zwar un­se­rem Ve­nen­sys­tem. Krampf­adern bil­den sich hier je­doch, wenn z. B. die klei­nen Ve­nen-Klap­pen zu schwach sind, um Blut aus den Bei­nen kraft­voll nach oben Rich­tung zu drü­cken. Denn Blut­ge­fä­ße und Ve­nen­klap­pen be­ste­hen aus Bin­de­ge­we­be, und das kann lei­der schwach wer­den. Fehlt dem Ge­we­be je­doch die Span­nung, dehnt das Blut un­se­re Ge­fäß­wän­de, so­dass sich de­ren Klap­pen nicht mehr rich­tig schlie­ßen – es kommt zu Aus­s­ackun­gen.

Wel­che ent­fernt wer­den müs­sen

Zwar sind Va­ri­zen, wie Ex­per­ten die dun­kel schim­mern­den Strän­ge nen­nen, nicht so schön an­zu­se­hen. Die gu­te Nach­richt ist aber: Sie sind meist harm­los! Die fei­nen Be­sen­rei­ser­va­ri­zen eben­so wie die er­wei­ter­ten, stär­ker sicht­ba­ren Ve­nen­net­ze un­ter der Hau­tober­flä­che!

Pro­ble­ma­tisch und so­gar ge­fähr­lich wer­den sie al­ler­dings, wenn Krampf­adern Schmer­zen, Ent­zün­dun­gen und mü­de Bei­ne her­vor­ru­fen. Meist sind die Schwach­stel­len dann an un­se­ren tie­fer lie­gen­den Stamm­ve­nen und de­ren Ve­räs­te­lun­gen zu fin­den: Die Krampf­adern tre­ten in dem Fall deut­lich beim Ste­hen und Ge­hen aus dem Ge­we­be her­vor. Und sie müs­sen in der Re­gel be­han­delt wer­den. Das Un­an­ge­neh­me an die­ser Form: In­ner­halb der Ge­fäß­aus­buch­tun­gen kön­nen sich je­der­zeit Blut­ge­rinn­sel bil­den. Ge­lan­gen die­se in die Blut­bahn, dro­hen Ge­fäß­ver­schlüs­se, al­so Bein­throm­bo­sen, oder so­gar ei­ne Lun­gen­em­bo­lie.

Wie fin­den wir die rich­ti­ge The­ra­pie für uns?

Zu­nächst muss der Ph­le­bo­lo­ge per Ul­tra­schall her­aus­fin­den, wel­che Art von Krampf­adern un­se­re Bei­ne be­las­tet. Ein wei­te­res Kri­te­ri­um ist, wie weit un­se­re Ge­webs­schwä­che be­reits fort­ge­schrit­ten ist. Au­ßer­dem wird er uns sa­gen, in­wie­weit mög­li­che Vor­be­las­tun­gen wie Dia­be­tes oder Blut­hoch­druck be­stimm­te Be­hand­lungs­me­tho­den be­reits aus­schlie­ßen und wel­che Kos­ten von der ge­setz­li­chen Kas­se über­nom­men wer­den. Ab­schlie­ßend ent­schei­det er, ob sta­bi­li­sie­ren­de Kom­pres­si­ons­strümp­fe in Kom­bi­na­ti­on mit Phy­sio­the­ra­pie aus­rei­chen. Oder ob die ge­schä­dig­ten Ge­fä­ße chir­ur­gisch ent­fernt wer­den müs­sen.

So ma­chen wir un­se­re Ve­nen schön stark!

Doch nicht nur der Ex­per­te soll­te ak­tiv wer­den, auch wir kön­nen vor­beu­gend et­was für glanz­vol­le Auf­rit­te tun. Zum Bei­spiel ver­zich­ten wir auf Ge­nuss­mit­tel, die das Ge­we­be schwä­chen, wie Zi­ga­ret­ten und Al­ko­hol. Lan­ges Ste­hen und schwe­res He­ben sind eben­falls ta­bu. Und die Hei­zung dros­seln wir auch. War­um? Weil Wär­me die Ge­fä­ße wei­tet und da­durch Blut mit ei­nem viel grö­ße­ren Kraft­auf­wand durch die Ve­nen ge­presst wer­den muss. Statt­des­sen kn­eip­pen wir lie­ber, da­mit sich un­se­re Ge­fä­ße durch die Käl­te-Im­pul­se zu­sam­men­zie­hen und un­ser Blut bes­ser trans­por­tiert wer­den kann. Drei­mal pro Wo­che Sport wie bei­spiels­wei­se Rad­fah­ren, Yo­ga und Po­wer Wal­king stärkt die Bein­mus­keln, und die un­ter­stüt­zen wie­der­um

un­se­re Ve­nen. •

BLICK­fAng Jut­ta Spei­del, 61, trägt gern kurz. Ih­re Vor­zei­geBei­ne hält die Schau­spie­le­rin un­ter an­de­rem mit Rad­fah­ren fit

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