Pa­ti­en­ten­schick­sal pe­tra, 63, litt an rest­less legs

Nächt­li­che Schmer­zen in den Bei­nen rau­ben Pe­tra Hau­sen­berg, 63, jah­re­lang den Schlaf. Bis sie ei­ne al­ter­na­ti­ve The­ra­pie fin­det …

Meins - - Inhalt - VON MEI­KE GüN­TheR

Es be­gann mit ei­nem Krib­beln – und ir­gend­wann war nicht mal mehr ein ent­spann­ter Abend in der Oper mög­lich. Fast zehn Jah­re wur­de Pe­tra Hau­sen­bergs, 63, Ta­ges­ab­lauf von ih­rer Krank­heit be­stimmt: dem so­ge­nann­ten Rest­les­sLegs-Syn­drom (RLS). Ei­ner Er­kran­kung des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems, bei der die Bei­ne gera­de in Ru­he­si­tua­tio­nen be­gin­nen zu zu­cken und zu schmer­zen. Das Pro­blem: Die Be­schwer­den las­sen sich nur durch Be­we­gung lin­dern.

„Ich lag im­mer öf­ter wach“,

er­zählt Pe­tra Hau­sen­berg. Den quä­len­den Be­we­gungs­zwang in den Bei­nen be­merk­te die Fi­nanz­mak­le­rin aus Pin­ne­berg erst­mals mit An­fang 50. „Ich schreck­te mehr­fach nachts aus dem Schlaf auf, um fest­zu­stel­len, dass es mir kaum mög­lich war, mei­ne Un­ter­schen­kel für län­ge­re Zeit still­zu­hal­ten.“Bin­nen ei­nes Jah­res ent­wi­ckel­ten sich die Ge­fühls­stö­run­gen in den Bei­nen zu re­gel­rech­ten Strom­stö­ßen. „Ich wälz­te mich im Bett hin und her. Ob­wohl er­schöpft und mü­de, kam ich im­mer we­ni­ger zur Ru­he – manch­mal erst um fünf Uhr mor­gens. Da­bei muss­te ich um neun bei mei­nen Kun­den sein!“In der Not wand­te sich Pe­tra Hau­sen­berg an ih­re Haus­ärz­tin. Die Dia­gno­se „Rest­less Legs“stand schnell fest. „Ich be­kam das Par­kin­son-Me­di­ka­ment LDo­pa ver­ord­net – es be­kämpft auch die Sym­pto­me von RLS. Nur lei­der lässt die Wir­kung auch schnell wie­der nach.“

RLS be­stimm­te ihr Le­ben.

Hoff­nung schöpf­te Pe­tra Hau­sen­berg erst, als sie vor drei Jah­ren in der Zei­tung auf ei­ne al­ter­na­ti­ve Be­hand­lungs­me­tho­de stieß – ei­ne spe­zi­el­le Form der Ohr-Aku­punk­tur. Kurz­ent­schlos­sen reis­te sie nach Ber­lin zu Dr. Bernd Wal­ter, Spe­zia­list auf die­sem Ge­biet. The­ra­piert wird da­bei nicht mit nor­ma­len Aku­punk­tur-Na­deln, son­dern mit Mi­niTi­tan-Im­plan­ta­ten, die dau­er­haft un­ter der Ohr­haut ver­blei­ben.

Ins­ge­samt 24 Na­deln ließ sich Pe­tra Hau­sen­berg ein­set­zen – nicht ganz oh­ne Schmer­zen, da­für aber mit spür­ba­rem Er­folg: „Schon auf der Rück­fahrt im Zug blieb das Krib­beln in den Bei­nen aus! Und zum ers­ten Mal seit Jah­ren ging ich oh­ne Ta­blet­ten ins Bett und er­wach­te am nächs­ten Mor­gen er­holt“, er­zählt die 63-Jäh­ri­ge. „Bis heu­te bin ich be­schwer­de­frei. Nur wenn ich Al­ko­hol trin­ke, spü­re ich das Krib­beln wie­der. Das Schöns­te ist aber, dass ich seit drei Jah­ren oh­ne Ta­blet­ten le­be und end­lich wie­der tief und fest schla­fen kann.“•

Dr. Wal­ter setzt die win­zi­gen Na­deln ein

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