Beim Os­ter­feu­er ha­be ich mei­ne neue Lie­be ge­trof­fen

Meins - - Mein Leben -

Für mich ist Os­tern kein re­li­giö­ses Fest, oder bes­ser: Ich feie­re es nicht aus re­li­giö­sen Grün­den. Für mich be­deu­tet es ei­ne wun­der­ba­re Ket­te an frei­en Ta­gen. Es ist für mich auch ein Mei­len­stein im Jah­res­ab­lauf. Nach dem lan­gen Win­ter sind die Ta­ge wie­der hell, drau­ßen fängt es an zu blü­hen, und ich bin in Auf­bruchs­stim­mung. Vor Os­tern wird die Woh­nung auf Hoch­glanz ge­bracht, ja, ich ge­hö­re zu den Früh­jahrs­put­ze­rin­nen. Über­haupt lie­be ich Ri­tua­le. Im Früh­ling über­fällt mich ein­fach die Lust, zu re­no­vie­ren, neue Far­be an die

Wän­de zu brin­gen. Min­des­tens aber tau­sche ich die Ac­ces­soires aus, de­ko­rie­re von ku­sche­lig auf far­ben­froh – hier neue Kis­sen, da ei­ne neue Lam­pe. Ich brau­che die­ses Ge­fühl: Al­les ist frisch und neu! Wenn es blitzt und blinkt und die Woh­nung in Blu­men ba­det, dann kön­nen die Fei­er­ta­ge

kom­men. Da las­sen wir uns trei­ben, ent­schei­den ganz spon­tan, was wir un­ter­neh­men, oder hän­gen auch ein­fach mal ab – bis auf ein paar Fix­punk­te. Na­tür­lich könn­ten wir auch mal ver­rei­sen, aber ich fin­de es ganz schön, viel Zeit zu ha­ben und sie nicht zu ver­pla­nen. Auf je­den Fall ge­hen wir zum Os­ter­feu­er. Da trifft man im­mer Be­kann­te, oh­ne sich groß zu ver­ab­re­den. Das ist dann auch gleich mit ei­ner klei­nen Rad­tour ver­bun­den. Schon als Kind ha­ben mich Os­ter­feu­er fas­zi­niert, jetzt lie­be ich sie noch aus ei­nem an­de­ren Grund: Beim Os­ter­feu­er ha­be ich – nach vie­len Jah­ren als Sing­le – den Mann an mei­ner Sei­te ken­nen­ge­lernt, das ist jetzt fünf Jah­re her, fühlt sich aber im­mer noch neu und auf­re­gend an. Fest ver­ab­re­det sind wir zum An­gril­len, denn das fin­det in un­se­rem In­nen­hof statt, fast al­le Nach­barn kom­men mit Kind und Ke­gel, je­der bringt was mit, wir ha­ben viel Spaß, und es wird meis­tens ei­ne lan­ge Nacht. Wenn es zu kalt ist, fei­ern wir in ei­ner un­se­rer Woh­nun­gen wei­ter – meis­tens bei uns, weil wir par­terre woh­nen. Ja, Os­tern ist für mich wirk­lich ein Ju­bel­fest und ei­gent­lich das wich­tigs­te im Jahr.

An­ge­li­ka, 63

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