Kurz­trip mit Freun­din

Ver­liebt in Du­blin

Meins - - Inhalt -

Schon bei un­se­rer An­kunft zeigt sich Ir­lands Haupt­stadt von ih­rer schöns­ten Sei­te: Wei­ße Schäf­chen­wol­ken las­sen sich von ei­ner fri­schen, kla­ren Bri­se über die Du­blin-Bucht tra­gen und spie­len frech mit den Son­nen­strah­len am sonst strah­lend blau­en Him­mel.

Un­ser ers­tes Ziel ist der Stadt­teil Ra­nelagh im vor­neh­men Sü­den Du­blins: Schi­cke Stadt­häu­ser mit far­bi­gen geor­gia­ni­schen Tü­ren und exo­ti­schen Vor­gär­ten prä­gen das Bild. Dort ha­ben wir über das Rei­se­por­tal airb­nb ein ge­müt­li­ches Apart­ment in ei­nem ent­zü­cken­den Gar­ten­häus­chen ge­bucht. Un­se­re Gast­ge­ber Mau­ra und Patrick, pen­sio­nier­te Leh­rer, emp­fan­gen uns so herz­lich, dass wir uns so­fort hei­misch füh­len.

Auf un­se­rer ei­ge­nen Ter­ras­se im Schat­ten ei­ner präch­ti­gen Pal­me schmie­den wir Plä­ne. Hier könn­ten wir ei­gent­lich ewig sit­zen und die See­le bau­meln las­sen, aber dann wür­den wir ja all die ma­gi­schen Or­te ver­pas­sen, die auf uns war­ten. Und das wol­len wir auf gar kei­nen Fall!

Als Ers­tes er­kun­den wir den

Long Room, die ehr­wür­di­ge Bi­b­lio­thek des Trini­ty Col­le­ge, Du­blins re­nom­mier­ter Uni­ver­si­tät. Der 65 Me­ter lan­ge Raum at­met ei­ne fast 300-jäh­ri­ge Ge­schich­te und be­her­bergt mehr als 200 000 der wert­volls­ten Bü­cher Ir­lands in sei­nen ho­hen Holz­ge­wöl­ben. Wie lan­ge bräuch­ten wir wohl, um in je­des die­ser his­to­ri­schen Wer­ke auch nur ei­nen Blick zu wer­fen? Gar nicht satt­se­hen kön­nen wir uns am größ­ten Schatz der Bi­b­lio­thek – der über 1000 Jah­re al­ten Bil­der­bi­bel „Book of Kells“mit kel­ti­schen Mo­ti­ven und de­tail­ver­lieb­ten Ver­zie­run­gen.

Nach dem be­rüh­ren­den Aus­flug in die Ver­gan­gen­heit tau­chen wir wie­der ein in die Ge­gen­wart und las­sen uns die Daw­son Street ent­lang­trei­ben, vor­bei an ed­len Ge­schäf­ten und

lau­schi­gen Stra­ßen­ca­fés. Das von au­ßen recht un­schein­ba­re „Ca­fé en Sei­ne“über­rascht uns im In­ne­ren mit ei­nem licht­durch­flu­te­ten Atri­um, ho­hen Säu­len, Sta­tu­en und ku­sche­li­gen Sitz­ecken. Herr­lich, hier auf ei­nem sty­lis­hen So­fa zu lüm­meln, küh­le Drinks und köst­li­chen Sa­lat zu ge­nie­ßen. Schon wie­der ein Platz, an dem wir blei­ben wol­len …

doch es war­tet noch du­blins

Nacht­le­ben auf uns. In coo­len Pubs wie der „Pa­lace Bar“und dem „O’Do­no­ghue’s“las­sen wir uns mit­rei­ßen von Live­mu­sik und an­ste­cken­der Le­bens­freu­de. Ja, die Iren wis­sen zu fei­ern: das Le­ben, sich selbst und den Au­gen­blick. Dar­auf ein Guin­ness!

Doch Du­blin steht nicht nur für gu­tes Bier, hier trinkt man auch her­vor­ra­gen­den Whis­ky, ob­wohl die Stadt lan­ge oh­ne ei­ge­ne De­stil­le­rie aus­kom­men muss­te. Das än­der­te sich 2015, als die Brü­der Jack und Ste­phen Tee­ling die gleich­na­mi­ge Whis­ky­fa­brik wie­der er­öff­ne­ten und so ei­ne 230-jäh­ri­ge Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on wei­ter­füh­ren. In der süß-wür­zig duf­ten­den Pro­duk­ti­ons­hal­le, in der rie­si­ge Tanks mit kö­cheln­der Mai­sche ste­hen und der Whis­ky de­stil­liert wird, kom­men wir mäch­tig ins Schwit­zen und freu­en uns auf Ab­küh­lung: ei­nen eis­kal­ten „Tee­ling Tea Cock­tail“.

An­schlie­ßend bum­meln wir ent­lang des Flus­ses Lif­fey durch die Dock­lands, das mo­der­ne Ha­fen­vier­tel. Und fin­den wie­der ei­nen „Nie mehr weg­wol­len“Platz: an Bord des Re­stau­rant-Schiffs „Cill Air­ne“. Wir las­sen un­se­re Ge­dan­ken mit dem Was­ser trei­ben und mer­ken, dass wir uns ver­liebt ha­ben – in ei­ne in­spi­rie­ren­de Stadt vol­ler Le­bens­freu­de mit ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Mi­schung aus Tra­di­ti­on und Mo­der­ne. •

Af­TER WoRK Im „Ca­fé en Sei­ne“in der quir­li­gen Daw­son Street trifft man sich auf ein küh­les Bier

sEELEN­fuTTER Das Po­wers­court

Cent­re ist ein Ar­chi­tek­tur-Ju­wel,

in dem wir ewig bum­meln möch­ten

KAuf­RAusch Die zahl­rei­chen De­si­gner-Shops wie hier das Mel­low sind wah­re Schatz­tru­hen

chEERs, Auf die tol­le stadt An den süf­fi­gen Whis­ky- Cock­tail „Tee­ling Tea“könn­ten sich Kat­ja (l.) und Ines ge­wöh­nen

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