Tschüss, Schmer­zen!

Was uns hel­fen kann

Meins - - Inhalt - VON MEi­KE GÜN­THER

Wür­den wir auf die Fra­ge „Wie geht’s?“al­le ein­mal ehr­lich ant­wor­ten, wä­re schnell klar: Ab ei­nem ge­wis­sen Al­ter tut fast je­dem ir­gend­et­was weh. „Schmerz ist heut­zu­ta­ge zu ei­ner Art Volks­er­kran­kung ge­wor­den“, sagt Prof. Hart­mut Gö­bel, Chef­arzt der Schmerz­kli­nik Kiel. Ganz weit vorn auf der Lis­te: Kopf-, Bauch- und Rü­cken­schmer­zen, dicht ge­folgt von Schmer­zen des Mus­kel- oder Ge­lenk­sys­tems. Meist ist die Ur­sa­che für die Be­schwer­den schnell ge­fun­den. Doch was, wenn Schmerz schein­bar grund­los auf­taucht? Oder chro­nisch wird? Dann ist es wich­tig, der Sa­che nach­zu­ge­hen und den Teu­fels­kreis zu durch­bre­chen, da­mit wir un­ser Le­ben wie­der rund­um ge­nie­ßen.

Be­schwer­den auf der Spur

Ar­thro­se, ein ein­ge­klemm­ter Nerv, ei­ne Ver­let­zung – oft ist der Schmerz klar zu­zu­ord­nen. Doch ist die Wun­de ver­heilt oder der Nerv erv be­freit, soll­ten sich auch diee Be­schwer­den ver­ab­schie­den. Manch­mal ist das al­ler­dings nicht der Fall. Dann kann es sein, dass der Kör­per auf ei­ne chro­ni­sche Er­kran­kung auf­merk­sam ma­chen möch­te. Um die Ur­sa­che her­aus­zu­fin­den, hilft dem Arzt ein Schmerz­ta­ge­buch. Hier tra­gen­gen wir 14 Ta­ge lang ein, wann wir un­ter wel­chen Schmer­zen lei­den. Vor­la­gen gibt es z. B. auf schmerz­li­ga.de.

Schmerz hat ein Ge­dächt­nis

Et­wa je­der zehn­te Deut­sche lei­det da­ge­gen un­ter chro­ni­schen Schmer­zen. Das heißt: Sie hal­ten län­ger als drei bis sechs Mo­na­te an. Oft liegt den Dau­er­be­schwer­den je­doch trotz um­fang­rei­cher Un­ter­su­chung und Schmerz­ta­ge­buch kei­ne er­kenn­ba­re Ur­sa­che mehr zu­grun­de. Wie das funk­tio­niert? Ver­an­wort­lich da­für ist das so­ge­nann­te Schmerz­ge­dächt­nis. Der Kör­per ent­wi­ckelt es, wenn Schmer­zen über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum be­ste­hen und un­zu­rei­chend be­han­delt wer­den. Die N Ner­ven­bah­nen, die den Sch Schmerz­im­puls durch d den Kör­per lei­ten, werd den dau­er­haft ge­reizt, bis sich der Schmerz ver­selbst­stän­digt. So blei­ben Be­schwer­den trotz feh­len­den Rei­zes e er­hal­ten. Die ein­zi­ge M Mög­lich­keit, dem vor­zu­beu beu­gen, ist laut Ex­per­ten: je­des aku­tea Lei­den zu be­han­deln und früh­zei­tig zu Schmerz­mit­teln wie Ibu­pro­fen (drei­mal täg­lich 600 mg) oder Par­acet­amol (drei­mal täg­lich ma­xi­mal 1000 mg) zu grei­fen.

We­ge aus dem Teu­fels­kreis

Ei­ne Lösch­tas­te für das Schmerz­ge­dächt­nis gibt es zwar nicht, da­für je­doch ver­schie­de­ne An­sät­ze, dem Schmerz lang­fris­tig Le­be­wohl zu sa­gen. Ei­ne Me­tho­de ist bei­spiels­wei­se das Re-Le­arning. Hier er­le­ben wir ei­nen so­ge­nann­ten Vor­her­sa­ge­feh­ler. Ein in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen er­war­te­ter Schmerz bleibt auf­grund von Me­di­ka­men­ten aus. So kann das Ge­hirn stück­wei­se sei­ne Er­war­tungs­hal­tung kor­ri­gie­ren. Et­was kurz­fris­ti­ger wirkt die Me­so-The­ra­pie: Da­bei wer­den nied­ri­ge, in­di­vi­du­ell ab­ge­stimm­te Arz­nei­mit­tel­do­sen in die mitt­le­re (me­so) Haut­schicht des Schmerz­be­reichs ge­spritzt. Vor­teil: Die In­halts­stof­fe ge­lan­gen oh­ne Um­we­ge di­rekt an ihr Ziel und ent­fal­ten dort ei­ne De­pot­wir­kung. Der Ef­fekt hält län­ger an als bei Ta­blet­ten und hat we­ni­ger Ne­ben­wir­kun­gen. Kos­ten: 20–50 Eu­ro pro Sit­zung. Am ef­fek­tivs­ten ist je­doch ei­ne mul­ti­moda­le Schmerz­the­ra­pie, bei der Fach­ärz­te, Psy­cho­lo­gen und Phy­sio­the­ra­peu­ten eng zu­sam­men­ar­bei­ten. So be­frei­en sie uns durch ver­schie­de­ne Me­tho­den wie Kran­ken­gym­nas­tik, Schmerz­mit­tel oder auch Aku­punk­tur nach­hal­tig von Schmer­zen. •

Info! In stres­si­gen

en Le­bens­phas

Ri­si­ko steigt un­ser

chro­ni­sche für auf Schmer­zen

das 13-fa­che

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