Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung

im in­ter­net

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

Ja, nur un­gern be­schäf­ti­gen wir uns mit dem The­ma. Aber es muss sein, wenn wir un­ser Le­ben bis zu­letzt selbst be­stim­men möch­ten! Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung (kurz: PV) hat auch nichts mit un­se­rem Al­ter zu tun. Je frü­her wir uns Ge­dan­ken ma­chen, was wir uns im Ernst­fall wün­schen, des­to bes­ser. Ver­füh­re­risch: PV aus dem In­ter­net. Wor­auf es da­bei an­kommt, sagt uns Dr. Ju­lia­ne Ba­er-Hen­ney, Pres­se­spre­che­rin des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz (BMJV).

Was müs­sen wir bei Pa­ti­en­ten­ver­fü­gun­gen aus dem Netz be­ach­ten?

PV aus dem In­ter­net sind an sich ei­ne gu­te Mög­lich­keit, uns dem recht un­an­ge­neh­men The­ma zu nä­hern. Die oft sehr wir­ren Vor­dru­cke soll­ten wir al­ler­dings nicht blind­lings über­neh­men. Nicht al­les, was dort steht, ist feh­ler­frei. Statt wild her­um­zu­sur­fen, hal­ten wir uns lie­ber an öf­fent­li­che Stel­len, z. B. das BMJV. Dort fin­den wir An­re­gun­gen und For­mu­lie­rungs­hil­fen, die er­set­zen al­ler­dings nicht das per­sön­li­che Ge­spräch mit un­se­rem be­han­deln­den Arzt.

Er­setzt ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung aus dem Netz den Gang zum No­tar?

Grund­sätz­lich ist ei­ne PV wirk­sam, wenn sie schrift­lich ver­fasst ist. Das be­deu­tet aber nicht, dass das ge­sam­te Do­ku­ment per Hand ge­schrie­ben sein muss. Wich­tig ist nur, dass es von uns hand­schrift­lich un­ter­zeich­net oder mit no­ta­ri­ell be­glau­big­tem Hand­zei­chen ver­se­hen ist. Folg­lich ist ei­ne PV aus dem In­ter­net gül­tig, so­lan­ge sie aus­ge­druckt und un­ter­schrie­ben ist. Sie soll­te mög­lichst auch da­tiert sein. Er­gän­zun­gen soll­ten wir se­pa­rat un­ter­schrei­ben, da­mit deut­lich wird, dass wir sie persönlich vor­ge­nom­men ha­ben. Ei­ne Be­glau­bi­gung oder ei­ne no­ta­ri­el­le Beur­kun­dung ist nicht

vor­ge­schrie­ben, aber emp­feh­lens­wert, ge­ra­de dann, wenn wir uns bei For­mu­lie­run­gen un­si­cher sind. Wich­tig: Vie­le Vor­dru­cke ver­lan­gen, dass ein Arzt be­stä­tigt, uns bei der Ab­fas­sung

be­ra­ten zu ha­ben. Das ist kei­ne Pflicht und er­gibt nur Sinn, wenn der Arzt sich auf die­sem Ge­biet aus­kennt. Er soll auf­klä­ren und uns Zwei­fel neh­men, uns zum Bei­spiel er­klä­ren, wie ein Pa­ti­ent durch die Pal­lia­tiv­me­di­zin bis zum Le­bens­en­de so be­glei­tet wer­den kann, dass er nicht an Schmer­zen und Ängs­ten lei­det.

Wo soll­te ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung auf­be­wahrt wer­den?

So, dass der be­han­deln­de Arzt und die Ver­trau­ens­per­son schnell dran­kom­men. Als Ver­trau­ens­per­son be­stim­men wir je­man­den, der uns na­he­steht und im Ernst­fall mit der PV nach un­se­rem Wil­len Ent­sch­ei- dun­gen trifft. Tipp: ei­nen Hin­weis bei uns tra­gen, wo sich die PV be­fin­det.

Muss ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert wer­den?

Nicht zwin­gend, kann aber Vor­tei­le ha­ben: Es er­gibt Sinn, sie in be­stimm­ten Zeit­ab­stän­den, z. B. jähr­lich, zu er­neu­ern oder zu be­stä­ti­gen. Wer weiß, ob wir un­se­re Mei­nung nicht noch mal än­dern oder wie es mit un­se­rem Ge­sund­heits­zu­stand ste­hen wird.

Wo fin­den wir die rich­ti­gen In­for­ma­tio­nen?

Auf www.bmjv.de gibt’s ei­ne kos­ten­lo­se Bro­schü­re zum Down­load. Die Text­bau­stei­ne ver­ste­hen sich als An­re­gun­gen und For­mu­lie­rungs­hil­fen. Vor Ver­fas­sen ist es aber rat­sam, Rück­spra­che mit ei­nem Arzt und/oder No­tar/An­walt zu hal­ten.

So sind wir auf der si­che­ren Sei­te. •

Für aL­LE FäL­LE vor­ge­sorgt – und gleich fühlt sich das Le­ben viel leich­ter an

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