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Meins - - Mein Leben -

Mei­nen Ge­burts­tag ha­be ich ei­ne gan­ze Wei­le gar nicht ge­fei­ert. Als ich auf die 50 zu­ging, hat­te ich kei­ne Lust mehr. Da­hin­ter stand si­cher leich­te Pa­nik vorm Äl­ter­wer­den – 50 schien mir un­glaub­lich. Und der Ge­dan­ke, dass es nur noch zehn Jah­re bis zum 60. sind … Heute muss ich dar­über herz­lich la­chen und über mich selbst den Kopf schüt­teln. Aber da­mals kri­sel­te es in mei­ner Ehe – in­zwi­schen sind wir ge­schie­den. Ich fühl­te mich ir­gend­wie um mein Le­ben be­tro­gen. Mein Mann ist Ka­pi­tän und war sel­ten zu Hau­se. Ich ha­be mei­nen Sohn qua­si al­lein groß­ge­zo­gen und im­mer ge­dacht: We­nigs­tens un­se­re Ren­ten­jah­re wer­den wir zu­sam­men ver­brin­gen und nach­ho­len, was wir ver­passt ha­ben. So­weit man das kann. Wir ha­ben we­ni­ge un­se­rer Ge­burts­ta­ge zu­sam­men ge­fei­ert, er konn­te ja nicht im­mer Ur­laub neh­men. Und dann war es uns wich­ti­ger, dass er am Ge­burts­tag un­se­res Soh­nes und we­nigs­tens je­des zwei­te Weih­nach­ten zu Hau­se war. Den All­tag al­lein zu wup­pen hat mir nichts aus­ge­macht. An sym­bol­träch­ti­gen, ge­fühls­ge­la­de­nen Ta­gen aber ver­misst man es doch sehr, wenn ein ge­lieb­tes Fa­mi­li­en­mit­glied

nicht da ist. Da­für hat er mich aber im­mer ver­wöhnt – und er ist ein Meis­ter der Über­ra­schung. Mit ein­em­sehr gu­ten Ge­schmack und ei­nem Fai­b­le für Schmuck und Kunst. Aber ir­gend­wann ha­be ich ihn ge­bremst, denn ich fin­de, wenn man oft et­was be­kommt, ver­liert das ein­zel­ne Ge­schenk an

Wert. Aber er hat auch viel Sinn für Ro­man­tik. Er hat mich mit ei­ner Pa­risRei­se über­rascht oder mit Cand­le­Light-Din­nern, Opernkar­ten, ei­nem Aus­flug ans Meer – ja und ein­mal hat er so­gar ei­ne Ge­burts­tags­fei­er für mich ar­ran­giert. Und ich lie­be Über­ra­schun­gen! Das kön­nen auch nur Klei­nig­kei­ten sein. Die­ses Ge­fühl, je­mand möch­te dir ein Freu­de ma­chen, macht glück­lich. Das fand ich schon als Kind im­mer groß­ar­tig, mei­ne El­tern hat­ten nicht viel Geld, aber sie hat­ten Spaß dar­an, uns zu über­ra­schen – mit Ide­en. Mal ei­ne Py­ja­ma-Par­ty, ei­ne Nacht­wan­de­rung, oder mein Va­ter hat vom Bau­ern zwei Po­nys or­ga­ni­siert – das war der Hit! Mei­ne Schwes­ter und ich fühl­ten uns an un­se­ren Ge­burts­ta­gen im­mer wie klei­ne Prin­zes­sin­nen. Mein schöns­tes Ge­schenk ha­be ich von mei­nem Sohn be­kom­men, als er sie­ben war: ein selbst ge­mal­tes Bild. Als ich es aus­wi­ckel­te, frag­ten sich al­le, was das sein soll. Ich wuss­te es so­fort: der Blick vom Bal­kon aufs Meer. „Du hast dir doch im­mer ein Haus am Meer ge­wünscht“, füg­te er er­klä­rend hin­zu. Und die­ses Ge­mäl­de ge­be ich für nichts in der Welt her.

Ich hat­te schon im­mer den Ver­dacht, dass das Aus­bla­sen der Ker­zen auf der Ge­burts­tags­tor­te ein ge­tarn­ter Ge­sund­heits­test für die Ver­si­che­rung ist. VON KA­THE­RI­NE HEP­BURN, † 96, us-sCHAu­spIE­LE­rIN

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