Was uns be­wegt

Schau­spie­le­rin Uschi Glas, 72, muss ge­ra­de aus­hal­ten, wie ihr Sohn sich wei­ter zer­stört – und ihr da­für die Schuld gibt. Wie er­trägt man das?

Meins - - Inhalt - VON UWE KIL­LING

Uschi Glas und die trau­ri­ge Ge­schich­te ih­res Soh­nes Ben

Die Bil­der wa­ren nur schwer zu er­tra­gen: ein auf­ge­dun­se­nes Ge­sicht, lee­rer Blick, der kah­le Schä­del über­sät mit Wun­den. So wur­de Ben Te­waag, 39, Mit­te April auf ei­ner Ber­li­ner Po­li­zei­wa­che fo­to­gra­fiert. Und Uschi Glas sah in den Me­di­en ei­nen Mann, der – wie­der ein­mal – aus­sah wie ein ver­wahr­los­ter Kri­mi­nel­ler. Bis­lang hielt sie als Mut­ter im­mer zu ih­rem Sohn – egal, was er auch an­stell­te. Und nann­te ihn trot­zig „mein Ben­ja­min“. Nun aber hat die­se Mut­ter-Sohn-Tra­gö­die ei­ne neue Di­men­si­on er­reicht. Ben Te­waag be­schimpf­te am glei­chen Tag sei­ne Mut­ter öf­fent­lich auf sei­ner Face­book-Sei­te – und mach­te sie für sei­nen jäm­mer­li­chen Zu­stand ver­ant­wort­lich. Sie sei ei­ne Nar­ziss­tin, „der die ei­ge­nen Kin­der am Arsch vor­bei­ge­hen.“Ein un­ge­heu­rer Schlag, der ei­ne Mut­ter zu­tiefst ver­let­zen muss.

Uschi Glas re­agier­te nicht wie üb­lich. sie

schwieg. Was durch­aus Hoff­nung in dem be­drü­cken­den Drama macht. Sie ist be­kannt als ei­ne Frau, die sich gern im Schein­wer­fer­licht sonnt. Und die es in der Ver­gan­gen­heit auch ver­stan­den hat, ihr Pri­vat­le­ben zu in­sze­nie­ren, wenn es der Kar­rie­re för­der­lich war. Ihr Ben­ja­min war ein­mal Teil die­ser Hei­le-Welt-Mo­ti­ve, als er als Son­ny­boy mit sei­nem jün­ge­ren Bru­der Alex­an­der, 34, und Schwes­ter Ju­lia, 29,

Kri­se

Sie muss die Wahr­heit ak­zep­tie­ren: Ihr Sohn ist krank Uschi Glas sucht nach ei­nem Weg, ih­rem ab­ge­stürz­ten Sohn zu hel­fen

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