Ren­ten­dis­kus­si­on

Das The­ma Fi­nan­zen ge­hen wir Frau­en oft zu sorg­los an. Das rächt sich bei der Ren­te. Zum Glück ist es nie zu spät

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Wie wir selbst vor­sor­gen!

Du hei­ra­test ja doch! Hieß es frü­her. Und da­mit war dann ne­ben dem Le­bens­un­ter­halt auch das The­ma Al­ters­vor­sor­ge ge­klärt. Heut­zu­ta­ge sind Ehen lan­ge nicht mehr so halt­bar, im­mer­hin je­de drit­te wird ge­schie­den, vie­le auch noch jen­seits der Sil­ber­hoch­zeit. Doch die klas­si­sche Rol­len­ver­tei­lung hält sich hart­nä­ckig in den Köp­fen. „Fa­tal für die Frau­en“, warnt Fi­nanz­be­ra­te­rin Hel­ma Sick. So­gar wenn die Lie­be nicht vor Ge­richt en­det, be­kom­men wir Frau­en in der Re­gel we­ni­ger Ren­te. Es sei denn, wir ha­ben für uns vor­ge­sorgt.

Fonds-Spa­ren lohnt sich auch in Nied­rig­zins­zei­ten

Grund­bau­stein der Al­ters­vor­sor­ge ist die staat­li­che Ren­te. Des­halb rät Hel­ma Sick: „Frau­en soll­ten so schnell wie mög­lich wie­der in den Job ein­stei­gen, da­mit dem Kon­to Zeit und Geld gut­ge­schrie­ben wer­den.“Au­ßer­dem gibt es die Mög­lich­keit, frei­wil­lig Bei­trä­ge ein­zu­zah­len. „Auf die­sem Weg kön­nen in­ner­halb ei­nes be­stimm­ten Zeitraums Zei­ten qua­si nach­ge­kauft wer­den“, so Tan­ja Ma­hel von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung. Ob das sinn­voll ist, be­spricht man di­rekt mit der Ren­ten­ver­si­che­rungs­an­stalt.

Auch in punc­to pri­va­ter Vor­sor­ge ist trotz nied­ri­ger Zin­sen noch ei­ni­ges mög­lich. „Et­wa mit so­ge­nann­ten ver­mö­gens­ver­wal­ten­den Misch­fonds. Sie hei­ßen so, weil sie in un­ter­schied­li­chen An­la­ge­klas­sen wie z. B. Ak­ti­en, Im­mo­bi­li­en, Roh­stof­fe an­le­gen und sich je nach Ka­pi­tal­markt­si­tua­ti­on auch ein­mal aus ein­zel­nen An­la­gen zu­rück­zie­hen kön­nen. Sol­che Fonds kön­nen im­mer noch vier bis sechs Pro­zent Ren­di­te er­zie­len, bei be­grenz­tem Ri­si­ko“, er­klärt die Ex­per­tin. Am bes­ten ent­schei­den wir uns für ei­nen weit ge­streu­ten und über Jah­re be­währ­ten Fond. Da­bei gilt: Je we­ni­ger Zeit noch zur Ver­fü­gung steht, des­to mehr müs­sen wir ein­zah­len. Das geht so­gar als Ein­mal­be­trag, wenn ei­ne grö­ße­re Sum­me ge­erbt wird oder ein Spar­plan frei wur­de. „Auch pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­run­gen eig­nen sich im et­was hö­he­ren Al­ter her­vor­ra­gend, um Ein­mal­zah­lun­gen an­zu­le­gen“, so Hel­ma Sick. Zur Fäl­lig­keit kann man dann wäh­len zwi­schen Ka­pi­tal­aus­zah­lung (Ach­tung, steu­er­pflich­tig!) oder mo­nat­li­cher Ren­te.

Mei­ne, dei­ne, un­se­re Ren­te

Ein Feh­ler, den wir Frau­en im­mer wie­der ma­chen: Wir über­las­sen die Geld­an­la­ge dem Gat­ten. Da­bei gilt: Ge­mein­sa­mes Geld soll­te auch

ge­mein­sam ver­wal­tet wer­den. „Frau­en müs­sen den­sel­ben Über­blick ha­ben wie der Mann“, so Hel­ma Sick. Das ist ge­ra­de bei ei­ner Schei­dung von Be­deu­tung. „Man glaubt nicht, wie ein­falls­reich Män­ner sind, wenn es dar­um geht, Geld zur Sei­te zu brin­gen.“Denn gab es kei­nen Ehe­ver­trag, wird im Fal­le ei­ner Schei­dung das ge­mein­sam er­spar­te Ver­mö­gen ge­teilt, in­klu­si­ve pri­va­ter Al­ters­vor­sor­ge. Au­ßer­dem ste­hen Frau­en – je nach Ehe­dau­er – über den Ver­sor­gungs­aus­gleich Ren­ten­an­tei­le des Gat­ten zu. Was al­ler­dings oft ver­ges­sen wird: War der Mann schon ein­mal ver­hei­ra­tet, hat die ers­te Frau schon ei­nen An­teil sei­ner Ren­te er­hal­ten. Der An­spruch der zwei­ten Frau fällt al­so ge­rin­ger aus“, so die Fi­nanz­ex­per­tin. Sind kei­ne klei­nen Kin­der zu ver­sor­gen, war’s das dann auch. Die neue Un­ter­halts­re­ge­lung von 2008 sieht ei­nen Un­ter­halt für die Ehe­frau nur dann vor, wenn Kin­der un­ter drei Jah­ren zu ver­sor­gen sind.

Neue Lie­be, neues Glück

Schmet­ter­lin­ge im Bauch und Herz­klop­fen – ob ver­wit­wet oder ge­schie­den, Hel­ma Sick rät, es be­son­nen an­zu­ge­hen. Nur wenn bei­de er­werbs­tä­tig sind, muss nicht un­be­dingt et­was ge­re­gelt wer­den. „An­sons­ten las­sen Sie sich am bes­ten bei ei­ner An­wäl­tin für Fa­mi­li­en­recht be­ra­ten“, so die Fach­frau. Die hilft ge­ge­be­nen­falls auch beim Auf­set­zen ei­nes Ehe­ver­trags. Ei­ne spä­te Hoch­zeit än­dert ja nicht nur die Erb­fol­ge, im bes­ten Fall brin­gen bei­de Part­ner auch Ver­mö­gens­wer­te mit.

Fi­nan­zi­el­le Un­ab­hän­gig­keit macht si­cher­und selbst­be­wußt

Auch in Zei­ten nied­ri­ger Zin­sen m sind mit ei­ne u 6% Fonds bis z Ren­di­te­mög­lich

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