Mi­ni­jobs 50+

Klingt ver­lo­ckend, die Haus­halts­kas­se et­was auf­zu­bes­sern. Und Spaß kann es auch noch ma­chen! Was wir be­ach­ten soll­ten

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

So läuft’s su­per für uns!

Je­der kann sich den ein oder an­de­ren Eu­ro ne­ben­bei ver­die­nen – ob par­al­lel zum Haupt­job, zur Ren­te oder weil es Spaß macht und Ab­wechs­lung in den All­tag bringt. Rund 300 000 Mi­ni­job­ber in Pri­vat­haus­hal­ten sind ge­mel­det. Die Zahl der nicht an­ge­mel­de­ten ist je­doch um ein Viel­fa­ches hö­her. Da­bei hat es vie­le Vor­tei­le, das ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti-

gungs­ver­hält­nis bei der Mi­ni

job-Zen­tra­le an­zu­ge­ben – al­lein we­gen der of­fi­zi­el­len Un­fall­ver­si­che­rung. Wir klä­ren die zehn wich­tigs­ten Fra­gen: Was ist ein 450-Eu­ro-Mi­ni­job?

Ein Job, bei dem wir in der Re­gel bis zu 450 Eu­ro im Mo­nat ver­die­nen. Der Ver­dienst darf aber auch va­ri­ie­ren. Wich­tig ist, dass un­ser Jah­res­ein­kom­men ei­ne Ge­samt­sum­me von

5400 Eu­ro nicht über­schrei­tet. Be­kom­men wir ei­nen Min­dest­lohn? Mi­ni­job­be­rin­nen ha­ben grund­sätz­lich An­spruch auf 8,50 Eu­ro pro St­un­de. Be­kom­men wir Geld, wenn wir krank sind? Wenn wir dem Ar­beit­ge­ber ein ärzt­li­ches At­test vor­le­gen, ist er da­zu ver­pflich­tet, uns sechs Wo­chen lang den Lohn wei­ter­zu­zah­len. Sind wir ver­si­chert? Wenn wir alsl Mi­ni­jobb Mi­ni­job­be­rin ge­mel­det sind, sind wir auch of­fi­zi­ell un­fall

ver­si­chert. Kran­ken­ver­si­chert sind wir wei­ter­hin über un­se­re bis­he­ri­ge Kran­ken­ver­si­che­rung (ge­setz­lich oder pri­vat). Der Ar­beit­ge­ber zahlt näm­lich nur ei­nen pau­scha­len Bei­trag zur So­zi­al­ver­si­che­rung. Au­ßer­dem ist je­der Mi­ni­job­ber ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig. Vom Ar­beit­ge­ber und von uns wer­den da­zu Pau­schal­be­trä­ge fäl­lig. Der Ar­beit­ge­ber zahlt 15 Pro­zent bzw. 5 Pro­zent (bei Mi­ni­jobs in Pri­vat­haus­hal­ten), wir als Mi­ni­job­be­rin zah­len

3,7 Pro­zent bzw. 13,7 Pro­zent (bei Mi­ni­jobs in Pri­vat­haus­hal­ten). Ha­ben wir ur­laub?

Ja, vier Wo­chen, sprich 24 Werk­ta­ge. Ge­setz­lich wird von ei­ner 6-Ta­ge-Wo­che aus­ge­gan­gen. Ar­bei­ten wir an we­ni­ger Ta­gen, müs­sen wir den Ur­laubs­an­spruch selbst er­rech­nen. Das geht ganz ein­fach: Ar­beits­ta­ge pro Wo­che mal 24, das Er­geb­nis ge­teilt durch 6. Be­kom­men wir ei­nen Ar­beits­ver­trag?

Das Ar­beits­ver­hält­nis kann vor­ab münd­lich ver­ein­bart wer­den. Spä­tes­tens nach ei­nem Mo­nat soll­te aber ein schrift­li­cher Ver­trag ge­schlos­sen wer­den.

Ha­ben wir ei­nen Kün­di­gungs­schutz? Auch hier gel­ten die ge­setz­li­chen Fris­ten: min­des­tens vier Wo­chen zum 15. ei­nes Mo­nats oder zum Mo­nats­en­de. Der Kün­di­gungs­schutz gilt, wenn im Be­trieb mehr als zehn Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt sind und un­ser Ar­beits­ver­hält­nis un­un­ter­bro­chen sechs Mo­na­te dort be­stan­den hat. Ist ein Mi­ni­job lohn­steu­er­pflich­tig?

Ja. Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten, die­ser Pflicht nach­zu­kom­men: Ent­we­der zahlt der Ar­beit­ge­ber ei­ne Pau­schal­steu­er in Hö­he von zwei Pro­zent des Ar­beits­lohns an das Fi­nanz­amt, oder die Lohn­steu­er wird über un­se­re Lohn­steu­er­kar­te er­mit­telt. Das kann für uns güns­ti­ger sein, wenn wir in die Lohn­steu­er­klas­se I, II, III oder IV fal­len. In die­sem Fall ent­fällt grund­sätz­lich auf­grund des ge­rin­gen Ein­kom­mens die Lohn­steu­er, wenn wir da­ne­ben kei­ne wei­te­ren steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­te ha­ben. Kön­nen wir meh­re­re Mi­ni­jobs par­al­lel ma­chen? Ja, vor­aus­ge­setzt wir üben kei­ne ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Haupt­be­schäf­ti­gung aus. Meh­re­re Mi­ni­jobs wer­den zu­sam­men­ge­rech­net. Ver­die­nen wir mehr als 450 Eu­ro, wer­den die­se Jobs wie ei­ne so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Voll­be­schäf­ti­gung ge­wer­tet.

Was müs­sen wir be­ach­ten, wenn wir ne­ben dem Haupt­job ar­bei­ten wol­len? Den Ar­beit­ge­ber in­for­mie­ren und ent­spre­chen­de Re­ge­lun­gen im Ar­beits­ver­trag prü­fen. In ei­ni­gen Bran­chen darf ein Zweit­job kei­ne ­Kon­kur­renz­dar­stel­len. ­•

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