Kli­ma­be­richt

Ab 20 sinkt bei Frau­en der Glückspe­gel, ab Mit­te 50 steigt er wie­der an. Aber nur, wenn wir end­lich auf­hö­ren, es al­len recht ma­chen zu wol­len

Meins - - Inhalt -

Rei­fe Frau­en sind scharf, sie wur­den in Le­bens­er­fah­rung ma­ri­niert!“Die­sen wun­der­ba­ren Satz las ich letz­tens im In­ter­net, und ja, er ist so wahr. Un­ser Le­bens­weg lehrt uns ver­dammt viel. Man­ches zwickt, vie­les är­gert uns und ei­ni­ges tut so rich­tig weh. Den­noch ist das Fa­zit, das wir in der Le­bens­mit­te zie­hen kön­nen, wert­voll: Wir ha­ben viel ge­lernt – und tun´s im­mer noch …

Wir sind je­mand! Wir sind wer! Wir wis­sen, was uns gut­tut – und ins­be­son­de­re, was nicht (mehr). Mich macht das – ganz ehr­lich – sehr hap­py und oben­drein täg­lich ein biss­chen selbst­si­che­rer. Auch wenn ich mit die­ser neu ge­won­ne­nen Selbst­lie­be mit­un­ter recht al­lein da­ste­he. Zum Bei­spiel vor­ges­tern in ei­ner Bou­tique, als ich su­per­mu­tig ei­ne Je­ans an­pro­bier­te und blitz­schnell er­kann­te: fal­scher Tag, fal­scher Slip, fal­sches Licht. Die Ver­käu­fe­rin wur­de al­ler­dings nicht mü­de, mir zu er­zäh­len, wie „toll“ich aus­sä­he. „Ja, wie ei­ne Knack­wurst“, kon­ter­te ich und setz­te nach: „Ich weiß, Sie mei­nen es gut. Aber Sie soll­ten ler­nen, das NEIN ei­ner Kun­din zu re­spek­tie­ren. Schö­nen Tag noch!“Ma­jes­tä­tisch stol­zier­te ich aus dem La­den und freu­te mich die­bisch über mich. Vor­bei die Au­gen­bli­cke fal­scher Höf­lich­keit, die mir so man­che La­den­hü­ter in den Schrank ge­hängt hat­ten. Pfft!

es wird höchs­te Zeit, un­se­re Be­dürf­nis­se zu for­mu­lie­ren und durch­zu­set­zen. Im Le­ben, da braucht’s Pro­fil – und das kommt von Pro­fi. Schluss mit mei­nen ge­wohn­ten Ama­teur-Ant­wor­ten „Ja!“, „Gern!“, „kein Pro­blem!“. Frü­her war mir kei­ne Auf­ga­be zu viel, al­len Er­war­tung woll­te ich ge­nü­gen. Für mich galt: „Sei lieb, dann wirst du ge­liebt!“Blöd­sinn! Wer sich selbst liebt, wird ge­liebt! Da­zu ge­hört es, an­zu­ecken, of­fen die Wahr­heit zu sa­gen und For­de­run­gen zu stel­len. Frei nach dem Mot­to: „Sag, was du willst, und du be­kommst, was du brauchst!“Schluss mit Mul­ti­tas­king. Zu- min­dest mach’ ich’s nicht mehr für an­de­re. Heu­te bin ich acht­sam mir selbst ge­gen­über und schütze mei­ne In­ter­es­sen. Ich greif mir die Fern­be­die­nung, sa­ge klar, was mir im Bett miss­fällt und be­en­de un­lieb­sa­me Freundschaften. Al­so, wenn Sie mich fra­gen, ich suh­le mich in die­ser neu­en Le­bens­wür­ze – und fühl’ mich scharf wie Chi­li! •

Un­se­re Ko­lUm­nis­tin An­gi Brink­mann hat auch schon Hor­mon-Yo­ga pro­biert. Macht auf je­den Fall ei­nen kna­cki­gen Po …

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