Ich sehn­te mich nach die­sem Ba­car­di-Fee­ling

Das gan­ze Land ist im Auf­bruch. Und ich bin mit­ten­drin …

Meins - - Mein Le­ben - Traum­land. Und ich bin mit­ten­drin. •

noch mei­ne Mut­ter. Ich war kör­per­lich und see­lisch am En­de. Wuss­te nur noch ei­nes: So geht es nicht mehr wei­ter. Al­so ha­be ich al­les auf ei­ne Kar­te ge­setzt: mei­ne Ar­beit ge­kün­digt, mei­ne Ta­schen ge­packt, ei­nen Flug nach Ha­van­na ge­bucht. Seit De­zem­ber 2014 woh­ne ich hier. Es ist das Aben­teu­er mei­nes Le­bens.

Als Aus­län­de­rin oh­ne dau­er­haf­te Auf­ent­halts­er­laub­nis darf ich bis­her lei­der nicht ar­bei­ten. Ich ha­be we­nig Geld – aber ich bin glück­lich. Le­be von dem, was ich durch die Ver­mie­tung mei­ner Ei­gen­tums­woh­nung in Hol­land ein­neh­me. Und von Work­shops, die ich als aus­ge­bil­de­te Rei­ki-Leh­re­rin ab und zu in Deutsch­land ge­be. Ich woh­ne in ei­nem klei­nen Hin­ter­hofHäu­schen im Stadt­teil Ve­da­do, stu­die­re Tanz an der Uni­ver­si­tät. Oft spa­zie­re ich am Strand ent­lang, ge­nie­ße die Wär­me und die wun­der­schö­ne Na­tur. Ein tol­ler Ge­gen­satz zur Stadt selbst, denn hier ist vie­les ka­putt. Die bun­ten Fas­sa­den der eins­ti­gen Pracht­bau­ten sind nach fünf Jahr­zehn­ten Pl­an­wirt­schaft längst ma­ro­de, die Stra­ßen und Bür­ger­stei­ge von Schlag­lö­chern durch­zo­gen. Es herrscht viel Elend in Ha­van­na. Doch die Men­schen ge­ben nicht auf, la­chen und tan­zen ih­re Pro­ble­me weg. Stel­len sich stun­den­lang für ein­fa­che Le­bens­mit­tel wie Brot oder Eier an. Ich ste­he dann auch in der Schlan­ge. Wie da­mals in der DDR.

Da ich mir kein Au­to leis­ten kann, fah­re ich in Ha­van­na viel Fahr­rad oder mit dem Bus. Da­bei lie­be ich Au­tos. Die­se Lei­den­schaft hat mir mei­nen Ehe­mann be­schert: Ich woll­te ein Au­to mie­ten, und ei­ne Freun­din gab mir die Te­le­fon­num­mer ei­nes Ku­ba­ners, der ei­nen me­tal­li­cblau­en VW Kä­fer fuhr. Er hieß An­gel – war aber al­les an­de­re als en­gels­gleich: groß, breit­schult­rig, ge­nau mein Typ. Wir mach­ten ei­ne Pro­be­fahrt, gin­gen tan­zen. Und ver­lieb­ten uns …

Mein größ­ter Wunsch ist es, dau­er­haft in Ha­van­na zu woh­nen und zu ar­bei­ten. Mei­ne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung ist längst be­an­tragt. Doch die Be­hör­den-Müh­len mah­len lang­sam. Wenn es so weit ist, möch­te ich mei­ne ei­ge­ne Rei­ki-Pra­xis auf­ma­chen. Das In­ter­es­se dar­an ist groß. Die Ku­ba­ner sind so of­fen für al­les. Be­son­ders für wirt­schaft­li­che Ve­rän­de­run­gen, die ge­ra­de in vol­lem Gan­ge sind. Al­les ist im Auf­bruch. Und ich möch­te da­bei sein. Die Wen­de­zeit nicht wie­der ver­pas­sen – wie da­mals nach dem Fall der Mau­er. Die Welt schaut auf mein bun­tes

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