Mei­ne Ope­ra­ti­on und ich

Mil­lio­nen Frau­en lei­den un­ter kno­ti­gen Fett­ge­schwuls­ten. MEINS-Au­to­rin An­ge­li­ka Brink­mann be­rich­tet von ih­rer OP und dem Glücks­ge­fühl, wie­der glat­te Bei­ne zu ha­ben

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Wie An­ge­li­ka Brink­mann ih­re Li­po­me los­wird

Vor fünf Jah­ren schon spür­te ich die ers­ten die­ser fie­sen Din­ger. Klei­ne, fes­te Knöt­chen in mei­nen Ober­schen­keln. In mei­nem Be­ruf als Jour­na­lis­tin muss ich beim Schrei­ben na­tür­lich viel sit­zen. Da ich mit knapp 160 cm eher klein bin, tue ich das meist ganz vorn an der Stuhl­kan­te. Und da spür­te ich die Ge­we­be­kno­ten be­son­ders häu­fig. Man­che klein und sehr fest, an­de­re ein biss­chen grö­ßer, wei­cher und mit den Fin­gern ver­schieb­bar. Und al­le pro­du­zier­ten leich­te Er­he­bun­gen an der Haut mei­ner Bei­ne und schmerz­ten un­ter Druck. Gar nicht schön!

Mei­ne In­ter­net-Re­cher­che er­gab: Ich ha­be Li­po­me!

Sta­tis­tisch lei­den zwei von 100 Frau­en dar­un­ter. Bei mei­ner Re­cher­che sto­ße ich auf die Ro­sen­park Kli­nik im hes­si­schen Darm­stadt, ei­ner der Top-Adres­sen der der­ma­to­lo­gi­schen Heil­kun­de. Im Be­ra­tungs­ge­spräch er­klärt mir Dr. Ger­hard Sat­tler mit un­um­wun­den lo­cke­rem Ton, was es mit die­sen Li­po­men auf sich hat: „Stel­len Sie sich Ih­re Ober­schen­kel vor wie ei­nen Kar­tof­fel­brei, in den man ei­ne gro­ße Hand­voll Kie­sel­stei­ne ge­wor­fen hat. Man­che sind groß, an­de­re klein, man­che tun weh, an­de­re nicht.“Schön ge­sagt – ex­akt so füh­le ich mich. Und ich möch­te die größ­ten die­ser fie­sen Din­ger weg­ha­ben. Ins­be­son­de­re, weil sie beim Sit­zen schmer­zen und mir oben­drein Del­len in der Haut be­sche­ren. Selbst wenn das nur ich er­ken­ne. Das reicht ja auch.

Vor der Ope­ra­ti­on wer­de ich be­malt wie ein In­dia­ner.

Dr. Sat­tler sitzt am Bo­den des Ope­ra­ti­ons­saals, ich ste­he im OP-Hemd­chen vor ihm. Ganz lang­sam streicht er Zen­ti­me­ter für Zen­ti­me­ter mit sei­nen ge­schul­ten Hän­den über mei­ne Bei­ne, er­tas­tet mit leich­tem Druck die Kno­ten. Hier und da zi­sche ich ein we­nig, wenn der Schmerz sticht. Die ent­spre­chen­den Be­rei­che malt er mir als gro­ße Punk­te auf die Haut. Die wil­den Zeich­nun­gen wer­den gleich der Anäs­the­sis­tin als In­di­ka­tor die­nen, wo ge­nau sie wie viel der fett­lö­sen­den Flüs­sig­keit in mich hin­ein­sprit­zen wird. Ehe sie los­legt, be­kom­me ich ein Egal-Mit­tel­chen ge­spritzt und ver­ges­se, dass ich nun doch ein biss­chen auf­ge­regt bin. Rou­ti­ne-OP hin oder her – ich wer­de gleich ope­riert.

Das Mit­tel­chen lässt mich ent­spannt weg­dö­sen, das Ein­lau­fen der fett­lö­sen­den Sub­stanz neh­me ich nur als Druck in den Bei­nen wahr. Die Ope­ra­ti­on (sie­he Kas­ten) dau­ert ca. zwei St­un­den. Die grö­ße­ren Li­po­me wer­den ver­flüs­sigt und ab­ge­saugt, die klei­ne­ren her­aus­ge­drückt. Ge­nau 18 un­ge­fähr 7 Mil­li­me­ter klei­ne Schnit­te ha­be ich da­nach an den Bei­nen, al­le mit Klam­mer­pflas­tern zu­sam­men­ge­zurrt. Fas­zi­niert be­stau­ne ich die ent­fern­ten, oran­ge­far­be­nen Kno­ten, die mir das OP-Team zeigt. So schaut ihr al­so aus, ihr bies­ti­gen Knub­bel!

Schnell und fach­frau­lich packt mich die Schwes­ter in Vlies-Wi­ckel. Oben­drü­ber kommt ei­ne Kom­pres­si­ons­Ho­se, schließ­lich wer­de ich noch ta­ge­lang Res­te der fett­lö­sen­den In­jek­ti­ons­flüs­sig­keit ver­lie­ren. Ge­pols­tert wie ein vor sich hin trop­fen­des Mi­che­lin-Männ­chen stak­se ich in mein Zim­mer und blei­be zur Über­wa­chung noch ei­ne Nacht in der Kli­nik. Schmer­zen ha­be ich kaum, eher ein Zie­hen wie bei ei­nem star­ken Mus­kel­ka­ter. Die Nar­ben sind nach 14 Ta­gen nur noch als fei­ne ro­sa Li­ni­en sicht­bar. Ehr­lich, ich füh­le ich mich glatt er­leich­tert!

Li­po­me sind häu­fig nicht nur ein äs­the­ti­sches Pro­blem Dr. GEr­HArD SAt­tLEr

Ge­SpAnnt

Gleich star­tet die Ope­ra­ti­on. MEINS-Au­to­rin An­ge­li­ka Brink­mann war­tet

Be­RA­tunGS­Ge­SpRäch

Dr. Ger­hard Sat­tler er­klärt sei­ner Pa­ti­en­tin den Ablauf der OP

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