Ju­lia Ro­berts – und ihr Traum von der ganz nor­ma­len Fa­mi­lie

Nein, nicht die auch noch! Ju­lia Ro­berts, 48, war ei­ne, der Fa­mi­lie im­mer über al­les ging. Jetzt scheint auch ih­re Ehe ge­schei­tert. Und wir sind trau­rig

Meins - - In­halt - VON UWE KIL­LING

Ju­lia Ro­berts ist ei­ne Kämp­fe­rin. Sie hat al­les ver­sucht, ih­re Fa­mi­lie zu­sam­men­zu­hal­ten. Die Fa­mi­lie, die der Frau mit dem um­wer­fends­ten La­chen Hol­ly­woods das Wich­tigs­te im Le­ben ist. Al­le Ge­rüch­te über ei­ne Ehe­kri­se hat sie lan­ge de­men­tiert und über ih­ren Ehe­mann Da­ni­el Mo­der, 47, ge­sagt: „Mei­ne Lie­be zu ihm hat nicht nach­ge­las­sen.“

es ist der traum­part­ner, der sich of­fen­sicht­lich von ihr ent­fernt hat.

Da­ni­el Mo­der, Ka­me­ra­mann und zu­letzt vor al­lem Haus­mann, hat das An­we­sen in Ma­li­bu ver­las­sen. Man konn­te be­ob­ach­ten, wie ein Mö­bel­wa­gen vor­fuhr, er ein Grund­stück ganz in der Nä­he be­zog. Die 13-jäh­ri­ge Ehe scheint am En­de.

An das schnell dre­hen­de Schei­dungs­ka­rus­sell in Hol­ly­wood ha­ben wir uns – lei­der – all­zu sehr ge­wöhnt. Jüngst ge­stand Dr­ew Bar­ry­mo­re, dass auch ih­re drit­te Ehe mit dem Schau­spie­ler Will Ko­pel­man ge­schei­tert ist – nach nur knapp drei Jah­ren. Und das einst ge­fei­er­te Traum­paar Ben Af­f­leck und Jen­ni­fer Gar­ner ist ge­ra­de da­bei, die Scher­ben sei­nes Tren­nungs­dra­mas auf­zu­räu­men. Nun taucht in sol­chen Klatsch­mel­dun­gen auch Ju­lia Ro­berts auf. Und es tut uns be­son­ders weh.

Die Os­car-Preis­trä­ge­rin ha­ben wir auf der Ki­n­o­lein­wand in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nur noch sel­ten zu Ge­sicht be­kom­men – was scha­de war. Doch gleich­zei­tig freu­ten wir uns von gan­zem Her­zen für die­se er­fri­schend bo­den­stän­di­ge Schau­spie­le­rin, weil sie da­durch viel Zeit für ihr Pri­vat­le­ben ge­wann. Im­mer wie­der sag­te sie in In­ter­views: „Die Fa­mi­lie ist mir das Wich­tigs­te. Ich lie­be es, rund um die Uhr zu ko­chen. Manch­mal räu­me ich ge­ra­de das Mit­tag­es­sen ab, da muss ich schon mit dem Abend­brot be­gin­nen“, schwärm­te sie ge­ra­de noch.

Ja, die­se Tren­nung schmerzt um­so mehr, weil Ju­lia Ro­berts uns lan­ge glau­ben ließ: Sie hat ihr Glück ge­fun­den. Ei­ne Frau, aus klei­nen Ver­hält­nis­sen

kom­mend, meis­tert ihr Le­ben mit un­er­schüt­ter­li­chem Op­ti­mis­mus und wird am En­de be­lohnt. So war es in ih­ren gro­ßen Rol­len – als mo­der­nes Aschen­put­tel in „Pret­ty Wo­man“und noch mehr in „Erin Brockovich“. Da spiel­te sie ei­ne mu­ti­ge Se­kre­tä­rin und al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter, die ei­nen Kon­zern für sei­ne Um­welt­ver­bre­chen vor Ge­richt bringt. Und auch im wah­ren Le­ben schien es für Ju­lia Ro­berts ein Hap­py End zu ge­ben.

Sie wuchs in At­lan­ta auf, wo die El­tern sich müh­sam mit ei­ner Schau­spiel­schu­le über Was­ser hiel­ten. Dann: frü­he Schei­dung der El­tern und Krebs­tod des Va­ters, als sie zehn war. In New York setz­te sich die schlak­si­ge Schön­heit ganz al­lein durch. Sie jobb­te hart, ar­bei­te­te als Mo­del und er­gat­ter­te ers­te klei­ne Rol­len.

Nach dem Durch­bruch in „Pret­ty Wo­man“folg­ten tur­bu­len­te Jah­re: ei­ne un­glück­li­che Ver­lo­bung mit dem al­ko­hol­ab­hän­gi­gen Kie­fer Su­ther­land und ei­ne Kur­ze­he mit dem bi­zar­ren Coun­try­sän­ger Lyle Lo­vett. Den Mann, mit dem sie Kin­der ha­ben woll­te, lern­te sie 2000 am Set des Fil­mes „The Me­xi­can“ken­nen. Da­ni­el Mo­der stand hin­ter der Ka­me­ra. Der ge­bür­ti­ge Ka­li­for­ni­er war kein nar­ziss­ti­scher Star. Son­dern: ein sanft­mü­ti­ger, eher in­tro­ver­tier­ter Mann. Ei­ner, der sich ei­ne Fa­mi­lie fern der hys­te­ri­schen Pro­mi­welt wünsch­te.

Ju­lia Ro­berts war an­ge­kom­men.

Die Fa­mi­li­en­farm in New Me­xi­co wur­de zum Rück­zugs­ort. Sie ge­noss dort das, was sie als Kind so sehr ver­misst hat­te: den nor­ma­len All­tag mit schmut­zi­gem Ge­schirr und ga­ckern­den Hüh­nern. Über den Wen­de­punkt in ih­rem Le­ben sag­te sie ein­mal: „Die Ent­schei­dung, wer ich wirk­lich sein will, ha­be ich erst spät ge­trof­fen.“Der Grund für die Tren­nung nach all den Jah­ren oh­ne Skan­da­le oder bö­se Ge­rüch­te? Da­ni­el Mo­der ha­be un­ter der Do­mi­nanz sei­ner Frau ge­lit­ten, heißt es. Zwi­schen Fa­mi­li­en­le­ben und den zu­letzt wie­der ver­stärk­ten Dreh­ar­bei­ten sei die Be­zie­hung er­kal­tet. Das ist ein­fach nur trau­rig. Und zu­gleich sehr pri­vat. Des­halb soll­ten wir Ju­lia Ro­berts nun vor al­lem ei­nes wün­schen: dass sie mit Da­ni­el Mo­der ei­nen gu­ten Weg fin­det, auch das neue, ver­än­der­te Le­ben zu be­wäl­ti­gen. Da­mit die Zwil­lin­ge Ha­zel und Phin­na­eus, 11, und der jüngs­te Sohn Hen­ry, 9, ih­re Mom und ih­ren Dad wei­ter um sich ha­ben. Und: mit so viel Nor­ma­li­tät im All­tag wie mög­lich. •

aus­zeit Ju­lia Ro­berts und Da­ni­el Mo­der bei ei­nem Base­ball-Spiel (vorn Sohn Phin­na­eus) im Sep­tem­ber 2015. Da kri­sel­te es schon

Pret­ty Fa­mi­ly

– mit un­ge­wis­ser Zu­kunft: Da­ni­el, Ju­lia, Hen­ry (vorn l.), Phin­na­eus und Ha­zel

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