Wie soll ich mich bloß ent­schei­den?

Manch­mal möch­ten wir am liebs­ten den Kopf in den Sand ste­cken, weil wir im­mer­zu ir­gend­was fest­le­gen müs­sen. Ein paar Tricks ma­chen uns das Le­ben leich­ter

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

So ge­lingt es uns, schnel­ler Ent­schlüs­se zu fas­sen

Wer je­de Ent­schei­dung zu schwer nimmt, kommt zu kei­ner“, sag­te der bri­ti­sche Po­li­ti­ker und Ver­le­ger Ha­rold Mac­mil­lan (1894–1986). Trotz­dem kön­nen auch schein­ba­re Ba­na­li­tä­ten kom­ple­xe Denk­pro­zes­se nach sich zie­hen. Aber: Wie viel Ener­gie und Zeit wol­len wir in­ves­tie­ren? Wol­len wir uns wirk­lich den Kopf über die Aus­wahl auf der Spei­se­kar­te ge­nau­so lan­ge zer­bre­chen wie beim Kauf ei­nes neu­en Au­tos? Als Ers­tes soll­ten wir ler­nen, Wich­ti­ges von Un­wich­ti­gem tren­nen.

Wie schaf­fen wir es, dass uns die Qu­al der Wahl leich­ter fällt?

„Wer Ent­schei­dun­gen für sich über­nimmt, kann schei­tern. Doch wer es nicht tut, wird si­cher nicht ge­win­nen. Wie ent­schei­den Sie sich?“, fragt un­se­re Ex­per­tin Andrea Bräu. Die Mög­lich­keit, Ent­schei­dun­gen für uns selbst tref­fen zu kön­nen, spie­gelt wi­der, dass wir für uns selbst Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Je be­wuss­ter uns das ist, des­to leich­ter wer­den sie uns fal­len. „Wir müs­sen uns klar­ma­chen, dass es aus­schließ­lich rich­ti­ge Ent­schei­dun­gen gibt!“,

sagt die Ex­per­tin. Zu­min­dest für den Mo­ment, in dem wir sie tref­fen. Und sie sind im­mer rich­tig, wenn es un­se­re ur­ei­ge­nen sind! Klei­ner Tipp: Wir soll­ten uns in Fäl­len, in de­nen es uns schwer­fällt, ein­mal fra­gen – was wä­re das Worst-Ca­se-Sze­na­rio? Was ist das Schlimms­te, das mir pas­sie­ren kann, wenn ich jetzt die fal­sche Ent­schei­dung tref­fe? Wenn wir zum Bei­spiel nicht ent­schei­den kön­nen, wel- ches Ho­tel wir bu­chen oder wel­ches Paar Schu­he es sein soll. Soll­ten wir uns ein­fach mal kon­kret aus­ma­len, was pas­siert, wenn ich das Ho­tel mit dem klei­ne­ren Pool, aber der schö­ne­ren Aus­sicht neh­me? Oder wenn ich die sil­ber­nen statt der wei­ßen Turn­schu­he neh­me? Dann wer­den wir mer­ken, dass bei­de Va­ri­an­ten kei­nen schlim­men Aus­gang neh­men wür­den. Und es fällt uns viel leich­ter, ei­ne Ent­schei­dung zu fäl­len.

Die Be­zie­hung steckt in der Kri­se. Blei­ben oder ge­hen?

In Lie­be und Be­zie­hung sind Ent­schei­dun­gen be­son­ders für ra­tio­na­le Men­schen schwer zu fäl­len und um­zu­set­zen. Ge­hö­ren wir da­zu, soll­ten wir uns fol­gen­den Satz zu Her­zen

neh­men: Es gibt kei­ne ra­tio­na­le Lö­sung für ein emo­tio­na­les

Pro­blem. Sind wir un­glück­lich und glau­ben nicht an ein Re­vi­val der Lie­be, er­gibt es kei­nen Sinn, nur we­gen Si­cher­hei­ten wie dem ge­mein­sa­men Haus zu­sam­men­zu­blei­ben. Das wird uns auf Dau­er nicht glück­li­cher ma­chen. „Sind wir aber über­zeugt, dass es sich lohnt zu kämp­fen, z. B. ei­ne Paarthe­ra­pie zu ma­chen, soll­ten wir an die­ser Über­zeu­gung fest­hal­ten“, er­klärt Andrea Bräu. „Wich­tig ist: In bei­den Fäl­len soll­ten wir uns nicht rein­re­den las­sen.“

Der Job macht kei­nen Spaß mehr. Kün­di­gen oder nicht?

Nicht, wenn wir nur mal ei­ne schlech­te Pha­se ha­ben. Die hat je­der mal. Ja, wenn uns je­der Tag im Bü­ro Bauch­schmer­zen be­rei­tet. Das setzt uns Dau­er­stress aus und macht un­glück­lich – en­det viel­leicht gar im Burn-out. Wir soll­ten uns aber mit gro­ßen Ent­schei­dun­gen, die un­ser Le­ben ver­än­dern, Zeit las­sen. Das heißt al­ler­dings nicht,

gr­ü­beln, bis wir kei­nen kla­ren Ge­dan­ken mehr fas­sen kön­nen. Der Rat der Ex­per­tin: „Wir soll­ten uns zu­nächst ein­mal fra­gen, was uns ge­nau stört: das Team? Die At­mo­sphä­re? Ist es die Ar­beit an sich? Oder ei­ne schlech­te Mi­schung aus al­lem?“Gibt es ei­nen Punkt, bei dem wir für uns kei­ne ak­zep­ta­ble Lö­sung fin­den, soll­ten wir über ei­nen Wech­sel nach­den­ken. Auch mit 50+ ha­ben wir noch Chan­cen auf dem Ar­beits­markt. Schließ­lich wis­sen wir doch erst jetzt, was wir wirk­lich wol­len, und kön­nen un­se­re Ener­gie heu­te viel ge­ziel­ter ein­set­zen. •

mal „Ein­fach ma­chen!“so ea­sy. Klingt auch Ist es oft

POM­MES ROT ODER WEISS? Selbst bei klei­nen Ent­schei­dun­gen sind wir manch­mal zö­ger­lich

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