End­lich bin ich mei­ne Fuß­schmer­zen los

Über 16 Jah­re lang litt Alexandra Kamp un­ter ih­rem Bal­len­zeh und Ge­len­kar­thro­se. Erst ei­ne Blitz-OP half ihr wie­der auf die Fü­ße

Meins - - Inhalt - VON VE­rA BAJic

Wie sich Alexandra Kamp von Bal­len­zeh und Ge­len­kar­thro­se be­frei­te

End­lich bin ich mei­ne Fuß­schmer­zen los

Was für ein Tem­po! Alexandra Kamp, 49, wir­belt in dem Thea­ter­stück „Gut ge­gen Nord­wind“auf der Büh­ne um­her, rauscht von ei­ner Sze­ne zur nächs­ten. Kei­ner im Pu­bli­kum ahnt, dass die quir­li­ge Schau­spie­le­rin zwei Wo­chen zu­vor noch in der Kli­nik lag und ei­ne Ope­ra­ti­on am Fuß­ge­lenk vor­neh­men ließ.

Höl­li­sche Schmer­zen auf Schritt und Tritt

Vor zehn Jah­ren schon er­hält der TVS­tar („Dr. Klein“) die er­nüch­tern­de Dia­gno­se: Hal­lux val­gus mit ein­ge­schränk­ter Be­weg­lich­keit des Ze­hen­ge­lenks (Hal­lux ri­gi­dus). Da­mit lei­det Alexandra Kamp gleich un­ter zwei Fu­ßer­kran­kun­gen: ei­ner Schief­stel­lung des gro­ßen Zehs (Bal­len­zeh) so­wie – und das ist vi­el­leicht noch schlim­mer – ei­ner schwe­ren Ar­thro­se im Fuß­ge­lenk. High Heels auf dem ro­ten Tep­pich er­dul­det sie nur un­ter größ­ten Qua­len. „Mei­nen Schu­hTick ha­be ich jah­re­lang auf Snea­ker ver­la­gert“, er­zählt sie. „Um mei­ne Schmer­zen ei­ni­ger­ma­ßen er­träg­lich zu ma­chen, kauf­te ich mir dar­um das glei­che Paar Schu­he stets in zwei Grö­ßen – 39 für den ge­sun­den und ei­ne Num­mer grö­ßer in 40 für den kran­ken Fuß.“

Ein Pfer­de­aus­flug mit fa­ta­len Fol­gen

Aus­lö­ser für das schmer­zen­de Ge­lenk war ver­mut­lich ein Reit­un­fall, den die Schau­spie­le­rin schon vor 20 Jah­ren hat­te. „Beim Aus­rei­ten ist mir ein Pferd auf den rech­ten Fuß ge­stie­gen. Nach An­sicht mei­nes Arz­tes hat die­ses Miss­ge­schick die Fu­ßer­kran­kung be­schleu­nigt – wenn nicht so­gar ver­ur­sacht“, er­zählt sie.

Über die Jah­re wur­den die Fol­ge­er­schei­nun­gen die­ses klei­nen Un­falls im­mer schlim­mer und schmerz­haf­ter. Aber ein Ein­griff war für die Ber­li­ne­rin trotz al­ler Qua­len nie ei­ne Op­ti­on. „Die Aus­sicht auf sie­ben Ta­ge Kli­nik­auf­ent­halt, drei Wo­chen auf Krü­cken und dann drei Mo­na­te lang Spe­zi­al­schu­he tra­gen – das hat mich ab­ge­schreckt – so ei­nen Ar­beits­aus­fall kann ich mir gar nicht er­lau­ben. Ich ste­he 350 Ta­ge im Jahr auf der Büh­ne oder vor der Ka­me­ra.“

Zu­fäl­lig er­fuhr sie von ei­ner neu­en The­ra­pie­mög­lich­keit

Alexandra Kamp blieb nichts an­de­res üb­rig, als mit den Be­schwer­den zu le­ben, Schmerz­mit­tel lehnt sie ab. „Doch als ich für ei­ne TV-Rol­le bis zu zwölf St­un­den auf ho­hen Ab­sät­zen spie­len muss­te, trieb es mir die Trä­nen in die Au­gen. Das war der blan­ke Hor­ror“, ge­steht sie, „zu­gleich aber war es auch ein Wen­de­punkt in mei­nem Le­ben.“So konn­te es nicht mehr wei­ter­ge­hen. Von Freun­den hört sie schließ­lich von ei­ner in­no­va­ti­ven OPMe­tho­de im Ge­lenk­zen­trum Ber­lin.

Wäh­rend Ärz­te bei her­kömm­li­chen Ein­grif­fen meist das Ze­hen­ge­lenk ver­stei­fen, ent­wi­ckel­te der Fuß­chir­urg Dr. Ma­syar Rah­manz­a­deh ein be­son­ders scho­nen­des Ver­fah­ren. Das Bahn­bre­chen­de an sei­ner Me­tho­de: Sie er­hält die Be­weg­lich­keit des Ge­lenks, und man kann es so­fort wie­der be­las­ten (mehr da­zu im Kas­ten). „Am Tag der OP ge­hen die Pa­ti­en­ten wie­der auf ih­ren ei­ge­nen Fü­ßen ins Bad“, sagt Dr. Rah­manz­a­deh.

Die Schmer­zen wa­ren so­fort wie weg­ge­bla­sen

Auch Alexandra Kamp kann be­reits 48 St­un­den nach ih­rer Fuß-Ope­ra­ti­on oh­ne Gips und Geh­hil­fen lau­fen. Ab dem vier­ten Tag schlüpft die Schau­spie­le­rin in ih­re fla­chen Schu­he. Und nach drei Mo­na­ten kann sie so­gar wie­der stö­ckeln, trägt ab und zu Mo­del­le mit Keil­ab­sät­zen. Und die schlim­men Schmer­zen? „Die wa­ren so­fort nach dem Ein­griff wie weg­ge­bla­sen! Heu­te ha­be ich null Be­schwer­den, und mei­ne Nar­be ist kaum noch zu se­hen! Wenn ich vor­her ge­wusst hät­te, wie gut der Ein­griff funk­tio­niert, hät­te ich es viel frü­her ge­tan …“•

VOn KOPf biS fuSS relAxT Alexandra Kamp ent­spannt am Strand von Ko Sa­mui in Thai­land

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