Was be­deu­tet Ur­laub mit 50, 60, 70?

Die Welt ent­de­cken, Leu­te ken­nen­ler­nen, krea­tiv wer­den, spor­teln, die See­le bau­meln las­sen: Auf je­den Fall wol­len wir raus aus dem Trott!

Meins - - Inhalt -

Nichts ent­spannt mich so wie wan­deR n zu ge­hen

Zu Hau­se kann ich nicht ab­schal­ten. Des­halb muss ich ein­fach ver­rei­sen. Mehr als drei Wo­chen im Jahr sind al­ler­dings nicht drin. Und auch nicht mehr als zwei am Stück. Mein Mann und ich sind bei­de selbst­stän­dig, da läuft es mal so und mal so, und wir kön­nen nicht lang­fris­tig ab­schät­zen, was an Auf­trä­gen kommt. Ab­ge­se­hen da­von ist

mein Mann da­von über­zeugt, dass er sei­ne Fir­ma ei­gent­lich gar nicht al­lein las­sen kann. Was na­tür­lich Un­sinn ist. Ich brau­che kein be­son­de­res Ziel, ir­gend­wo ans Meer und die Fü­ße in den Sand ste­cken reicht mir voll­kom­men. Ein­fach mal an nichts den­ken – oder über die Din­ge nach­den­ken, zu de­nen man sonst nie kommt. Zu Hau­se schaf­fe es nicht, mich mal trei­ben zu las­sen. Selbst wenn ich die Zeit

ha­be. Mir fällt dann im­mer et­was ein, was ich re­geln könn­te, was im Gar­ten ge­tan wer­den muss, und es gibt im­mer ein Pro­blem, das man lö­sen könn­te. Vor drei Jah­ren ha­be ich das Wan­dern für mich ent­deckt. So ent­spannt bin ich noch aus kei­nem Ur­laub zu­rück­ge­kom­men. Ein­fach ei­nen Fuß vor den an­de­ren set­zen, se­hen, was kommt. Der Kopf wird Tag für Tag frei­er, und der Bal­last fällt von dir ab. Das liegt na­tür­lich auch an der stän­di­gen Be­we­gung, die ha­be ich zu Hau­se zu we­nig. Auch da schaf­fe ich es nur schwer, mir die Zeit zu neh­men, re­gel­mä­ßig Sport zu ma­chen. Seit ich wan­dern war, ist mei­ne Mo­ti­va­ti­on al­ler­dings ge­stie­gen. Und ich schaf­fe es jetzt, mich selbst zu über­lis­ten, mir zu sa­gen: „Das kann auch bis mor­gen war­ten, du gehst jetzt mal zum Sport.“Wor­auf ich mich rie­sig freue: Im Som­mer rei­se ich mit mei­ner Toch­ter nach Pa­ris. Wir bei­de ha­ben ähn­li­che In­ter­es­sen und ver­ste­hen uns fan­tas­tisch. Und ich freue mich, sie end­lich mal wie­der ganz für mich al­lein zu ha­ben. Si­mo­ne, 56

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