Ab und zu muss ich aus aus R dem TR ott und Neu­es ent­de­cken

Meins - - Mein Leben -

Braucht man als Rent­ne­rin Ur­laub, fra­gen sich ja man­che. Lei­der ist mein Mann neu­er­dings auch der An­sicht, wir müss­ten nicht ver­rei­sen. Wir ha­ben doch im­mer frei, ei­nen gro­ßen Gar­ten und woh­nen oh­ne­hin in ei­ner schö­nen Ge­gend, meint er. „Und wir fah­ren doch mit den Kin­dern.“Stimmt. Ge­setzt ist bei uns je­des Jahr ei­ne Wo­che mit Kin­dern und En­keln im Som­mer. Dann mie­ten wir ein Haus oder zwei, mal in Dä­ne­mark, mal im Sü­den oder auch mal in Deutsch­land. Das macht schon viel Spaß, und es ist herr­lich, die gan­ze Fa­mi­lie um sich zu ha­ben. Sonst se­hen wir sie ja sel­ten. Aber es ist auch an­stren­gend! Na­tür­lich ko­che ich, werk­le im Haus­halt, küm­me­re mich um die Kin­der – zu­sam­men mit der Schwie­ger­mut­ter un­se­res Soh­nes. Wir wol­len un­se­re Töch­ter ja ent­las­ten, ma­che ich auch gern, aber Er­ho­lung ist das nicht wirk­lich. Des­halb möch­te ich auch mit mei­nem Mann al­lein ver­rei­sen. Ich ge­nie­ße es, mich an ei­nen ge­deck­ten Früh­stücks­tisch zu set­zen, abends es­sen zu ge­hen, mich ver­wöh­nen zu las­sen. Wo­hin wir fah­ren, ist mir nicht so wich­tig. Ich muss nicht ins Well­ness-Ho­tel oder in die Ka­ri­bik. Aber ich muss raus! Mich durch den Tag trei­ben las­sen, im Ca­fé sit­zen, das Flair ei­ner frem­den Stadt auf mich wir­ken

las­sen. Neu­es ent­de­cken. Man braucht doch An­re­gun­gen. Schon die Pla­nung, wo­hin es geht, was wir al­les ma­chen kön­nen, macht mir Spaß! Auch wenn wir nicht mehr ar­bei­ten, ste­cken wir trotz­dem im All­tags­trott. Und ich brau­che Ab­wechs­lung. Kul­tu­rel­le Din­ge, al­so Kir­chen, Mu­se­en, Aus­stel­lun­gen, be­su­che ich auch gern al­lein, mein Mann ist ein Kul­tur­muf­fel. Ich ha­be früh be­grif­fen, das lie­ber al­lein zu ma­chen oder mit an­de­ren In­ter­es­sier­ten als mit ei­nem miss­ge­laun­ten Mann im

Schlepp­tau. Aber dass wir zu­sam­men ver­rei­sen, er­war­te ich schon. Jetzt ha­ben wir al­le Zeit der Welt und das Geld. Als die Kin­der noch im Haus wa­ren, war das nicht so. Es war auch Ver­ab­re­dung zwi­schen uns, dass wir rei­sen, wenn wir in Ren­te sind. Wenn wir erst mal un­ter­wegs sind, fin­det er es ja auch schön. Nur wenn es dar­um geht, ein Ziel und ei­nen Ter­min zu ver­ab­re­den, ist es müh­sam. Mei­ne Toch­ter bie­tet mir oft an, mit ihr und den Kin­dern zu fah­ren. Aber ehr­lich, das läuft dann wie­der dar­auf hin­aus, dass ich Kom­pro­mis­se ma­che und mich küm­me­re. Nicht, weil sie das er­war­tet, aber ich ken­ne mich! In die­sem Jahr möch­te ich nach Frank­reich – wo­hin, muss ich noch mit mei­nem Mann ver­han­deln. Ich wer­de ihn schon über­re­den! Hil­de, 74

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