Mein Le­ben ist end­lich schön

Sie ist an­ge­kom­men! San­dra Bul­lock, 51, ge­nießt ihr Mut­ter­glück und er­zählt, wie sie ih­re Ängs­te in Hol­ly­wood über­wun­den hat

Meins - - Mein Star - VON RACHEL KASUCH

Vor we­ni­gen Mo­na­ten trat Lai­la in ihr Le­ben. Das drei­jäh­ri­ge Mäd­chen aus ei­nem Kin­der­heim in Loui­sia­na ist nach Sohn Lou­is, 6, das zwei­te Ad­op­tiv­kind, das San­dra Bul­lock in ih­re Fa­mi­lie auf­ge­nom­men hat. Und ge­mein­sam mit ih­rem Le­bens­ge­fähr­ten Bryan Ran­dall, 49, ge­nießt die frü­her oft rast­los wir­ken­de Os­car-Preis­trä­ge­rin ihr spä­tes Fa­mi­li­en­glück. „Ich le­be mit 50 viel leich­ter als mit 30“, sagt der Star aus vie­len herz­zer­rei­ßen­den Ki­noMe­lo­dra­men („Wäh­rend du schliefst“). Ei­ne Strah­le­frau, die für je­den ih­rer Fil­me Re­kord­ga­gen von mehr als 20 Mil­lio­nen Dol­lar kas­siert. Die je­doch pri­vat un­glück­lich schi­en und an die fal­schen Män­ner ge­ra­ten war. Doch nach der Schei­dung vom rü­den, fremd­ge­hen­den TV-Mo­de­ra­tor Jes­se Ja­mes rich­te­te die Schau­spie­le­rin mit deut­schen Wur­zeln ihr Le­ben neu aus. Zu­nächst als al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter, nun an der Seite von Bryan Ran­dall, den sie 2015 ken­nen­lern­te, als die­ser Auf­nah­men von ih­rem Sohn mach­te. MEINS: Sie wir­ken sehr glück­lich. Liegt das am Fa­mi­li­en­zu­wachs? San­dra Bul­lock: Ja, das Wich­tigs­te in mei­nem Le­ben sind mei­ne Kin­der, und ich möch­te für sie ei­ne gu­te Mut­ter sein. Al­les an­de­re ist Ne­ben­sa­che. MEINS: Sie brin­gen sie auch selbst zur Schu­le und in den Kin­der­gar­ten? San­dra Bul­lock: Na­tür­lich! Ich brin­ge sie hin, ma­che ih­nen die Pau­sen­bro­te, wa­sche ih­re Klei­dung und spie­le ganz viel mit ih­nen. Und ge­nau die­ses Le­ben ha­be ich mir ge­wünscht.

MEINS: Mut­ter, Schau­spie­le­rin und Pro­du­zen­tin. Wie be­kom­men Sie das un­ter ei­nen Hut? San­dra Bul­lock: Bei mir muss al­les sei­ne Ord­nung ha­ben. Ich füh­re Lis­ten. Mei­ne Ge­dan­ken ar­bei­ten meis­tens auf Hoch­tou­ren, des­halb muss ich al­les auf­ge­schrie­ben ha­ben. So funk­tio­niert es ganz gut. Ich bin aber auch hand­werk­lich be­gabt: Ich kann Ba­de­zim­mer­flie­sen ver­le­gen und so­gar Toi­let­ten ei­gen­hän­dig ein­bau­en. MEINS: Sie ha­ben sich erst spät fürs Mut­ter­sein ent­schie­den. Bis da­hin gal­ten Sie als ei­ne der best­be­zahl­ten

Mir ist es lan­ge schwer­ge­fal­len, zu re­la­xen

und am här­tes­ten ar­bei­ten­den Frau­en in Hol­ly­wood. Wie bli­cken Sie auf die­se Jah­re zu­rück? San­dra Bul­lock: Mir ist es lan­ge schwer­ge­fal­len, ein­fach nur zu re­la­xen. Ir­gend­wie hat­te ich das Ge­fühl, wenn ich mich nicht mei­ner Ar­beit wid­me, dann könn­te ich Din­ge ver­pas­sen. MEINS: Geht das auch auf Ih­re Ju­gend zu­rück, die Sie weit­ge­hend in Nürn­berg, der Hei­mat Ih­rer Mut­ter, ver­bracht ha­ben? San­dra Bul­lock: Mei­ne Mut­ter war sehr streng mit mir. lch den­ke, al­lein aus die­sem Grund wur­de ich zum Bei­spiel ein Cheer­lea­der, nach­dem wir in die USA ge­zo­gen sind. Denn da durf­te ich Spaß ha­ben und et­was er­le­ben. MEINS: Sie wer­den bald 52. Wie ge­hen Sie mit dem Äl­ter­wer­den um?

San­dra Bul­lock: Frü­her hat­te ich oft Angst da­vor, zu ver­sa­gen. Doch mit je­dem Jahr, das ich äl­ter wer­de, fra­ge ich mich, wo­vor ich letz­tes Jahr Angst hat­te. Dann ver­ges­se ich es so­fort und le­be ein­fach wei­ter (lacht). Ich ha­be mitt­ler­wei­le ge­lernt, dass al­les ge­nau so pas­siert, wie das Uni­ver­sum es vor­be­stimmt hat. Und mal ehr­lich: Macht

es wirk­lich so viel aus, wie alt man ist? Wenn mein Ge­sicht ir­gend­wann zu alt für die Ka­me­ra sein wird, kann ich auch da­mit le­ben. MEINS: Und bis da­hin?

San­dra Bul­lock: So­lan­ge ich noch Geld für mei­ne Ma­ke-upFrau ha­be, ist al­les in Ord­nung. Dann füh­le ich mich jung und frei. Wenn ich es selbst auf­tra­ge, sieht das nicht be­son­ders gut aus. Ich be­nut­ze pri­vat oh­ne­hin meis­tens nur Wim­pern­tu­sche. Und auch das ver­ges­se ich im Fa­mi­li­en­all­tag oft ge­nug (lacht herz­lich). MEINS: Wie tref­fen Sie in der neu­en Le­bens­si­tua­ti­on Ih­re be­ruf­li­chen Ent­schei­dun­gen? San­dra Bul­lock: Ich neh­me nur noch Rol­len an, die mich fas­zi­nie­ren. Da­bei ist es mir voll­kom­men egal, wie groß der Film oder mein Part ist. Ich will, wenn ich mit dem Film fer­tig bin, ei­ne tol­le Er­fah­rung ge­macht ha­ben. Auch das ist ei­ne po­si­ti­ve Fol­ge der Rei­fe: Ich wä­ge vor­sich­ti­ger ab und sa­ge viel öf­ter Nein. MEINS: Gibt es Feh­ler, die Sie in Hol­ly­wood ge­macht ha­ben? San­dra Bul­lock: Si­cher. Aber das Gu­te ist: Ich weiß heu­te ziem­lich ge­nau, wie­so ich die­se Feh­ler ge­macht ha­be. Es wa­ren al­lein mei­ne Ent­schei­dun­gen. Sie hat nie­mand an­ders für mich ge­trof­fen. Und ich ha­be auch nie den glei­chen Feh­ler zwei­mal be­gan­gen. MEINS: Gibt es et­was, wo­vor Sie Angst ha­ben? San­dra Bul­lock: Ich has­se es, zu flie­gen. Ich bin kein gu­ter Pas­sa­gier. Ich ha­be Freun­de, die mit mir ge­flo­gen sind und Nar­ben von mei­nen Fin­ger­nä­geln in ih­ren Ar­men ha­ben. Und auch die Ge­räu­sche, die ich bei gro­ßen Tur­bu­len­zen von mir ge­be, kön­nen sehr pein­lich sein … MEINS: Sie zäh­len zu den Stars, die ho­he Sum­men für ge­mein­nüt­zi­ge Pro­jek­te und bei Ka­ta­stro­phen wie Erd­be­ben spen­den. War­um?

San­dra Bul­lock: Ich ge­he mit mei­nem Geld grund­sätz­lich spar­sam um. Und so bin ich zugleich in der La­ge, je­der­zeit so­fort hel­fen zu kön­nen. Die­ses Geld ge­hört nicht auf mei­ne Bank, son­dern es muss da sein, wenn Men­schen in gro­ße Not ge­ra­ten. Ich selbst hat­te viel Glück in mei­nem Le­ben, und es ist ein un­be­schreib­lich er­fül­len­des Ge­fühl, da­von et­was an an­de­re Men­schen wei­ter­ge­ben zu kön­nen. •

Mei­ne Kin­der ste­hen an ers­ter Stel­le

KIN­dEr Un­ter­wegs mit Sohn Lou­is, 6 (l.), und Toch­ter Lai­la, 3

FrEUNd Mit Bryan Ran­dall, 49, in ih­rem Wohn­ort New Or­leans

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