Glo­ria von Thurn und Ta­xis:

Von der schril­len Pun­ker-Fürs­tin zur bra­ven Ma­na­ge­rin ei­nes Im­pe­ri­ums: Glo­ria von Thurn und Ta­xis, 56, kennt al­le Pha­sen. Heu­te ist sie mit sich und ih­rem Le­ben im Rei­nen

Meins - - Inhalt - VON BEN­JA­MIN CIBACH

„Mit dem Al­ter bin ich coo­ler und ge­las­se­ner ge­wor­den“

Sie gilt als schrill und kon­ser­va­tiv zu­gleich – si­cher ist: Glo­ria von Thurn und Ta­xis, 56, ist vor al­lem ge­er­det. Sie schaff­te es, nach dem Tod ih­res Man­nes Fürst Johannes († 1990) 45 Mil­lio­nen D-Mark Erb­schafts­steu­er auf­zu­brin­gen und da­mit den Fa­mi­li­en­be­sitz zu ret­ten. Die­se Er­fah­rung hat ihr Le­ben kom­plett ver­än­dert. Seit 13 Jah­ren ver­an­stal­tet Glo­ria die Schloss­fest­spie­le, am 15. Ju­li öff­net sie wie­der die To­re von Schloss St. Em­meram in Re­gens­burg. MEINS sprach mit der Fürs­tin über ihr Le­ben, ih­ren Glau­ben, ih­re gro­ße Lei­den­schaft und ih­re ei­ge­nen Festspiele.

MEINS: Wor­auf kön­nen wir uns bei den dies­jäh­ri­gen Schloss­fest­spie­len freu­en?

Fürs­tin Glo­ria: Auf ein sehr viel­fäl­ti­ges Pro­gramm, wo für je­den Ge­schmack und je­des Al­ter et­was da­bei ist! MEINS: Was ver­bin­den Sie mit Tom Jo­nes, der eben­falls nach Re­gens­burg kommt?

Fürs­tin Glo­ria: Tom Jo­nes ist ein groß­ar­ti­ger En­ter­tai­ner, bei ihm schwingt noch die Ära des le­gen­dä­ren Frank Si­na­tra mit. Das ist Show­time pur in klas­si­scher ame­ri­ka­ni­scher Ma­nier. MEINS: Ma­chen Sie mit Freun­din­nen auch mal ei­nen lus­ti­gen Mä­dels­tag? Fürs­tin Glo­ria: Lie­ber ei­nen Tag mit mei­ner Mut­ter, sie ist noch im­mer mei­ne bes­te Freun­din. MEINS: Wie wür­den Sie Ihr ak­tu­el­les Le­bens­ge­fühl be­schrei­ben? Fürs­tin Glo­ria: An­ge­regt, ge­spannt, fröh­lich und wohl­ge­mut. MEINS: Was kön­nen Sie heu­te mehr als frü­her ge­nie­ßen? Fürs­tin Glo­ria: Dass man coo­ler und ge­las­se­ner ist, das fin­de ich den größ­ten Vor­teil ab 50. MEINS: Wel­chen Rat­schlag wür­den Sie Ih­ren Kin­dern im­mer wie­der mit auf den Weg ge­ben?

Fürs­tin Glo­ria: Ich fin­de es ganz wich­tig, mit Kin­dern zu be­ten. Zu­min­dest vor dem Es­sen und vor dem Schla­fen­ge­hen. Ganz wich­tig fin­de ich auch, den Kin­dern den Glau­ben an Gott und et­was über Je­sus’ Le­ben bei­zu­brin­gen. Mit ei­nem christ­li­chen Kor­sett kann man dann gut durchs Le­ben kom­men. MEINS: Wann ist Ihr Rat­schlag bei Ih­ren er­wach­se­nen Kin­dern ge­fragt? Fürs­tin Glo­ria: Ach Gott! Ab und zu wer­de ich ge­fragt, aber Gott sei Dank ha­be ich mei­ne Kin­der zur Selbst­stän­dig­keit er­zo­gen, so­dass sie ganz gut al­lein zu­recht­kom­men. MEINS: Was be­deu­tet für Sie Glück? Fürs­tin Glo­ria: Glück sind wun­der­schö­ne kur­ze Mo­men­te, in de­nen die Zeit ste­hen bleibt. Ich bin sehr froh, wenn ich Glück ha­be! MEINS: Was ist der größ­te Feind des Glücks? Fürs­tin Glo­ria: Wenn die Ernst­haf­tig­keit des Le­bens sich über das gan­ze

Ge­müt stülpt. Dann ist die Ge­fahr groß, dass man kein Glück mehr ver­spürt. MEINS: Ha­ben Sie ei­nen un­er­füll­ten Traum, den Sie ver­wirk­li­chen wol­len?

Fürs­tin Glo­ria: Ich las­se mich vom Le­ben gern über­ra­schen. Ganz gro­ße, neue Zie­le ha­be ich ei­gent­lich nie ver­folgt. Ich bin im­mer von ei­ner in die nächs­te Her­aus­for­de­rung ge­fal­len und ha­be die­se dann mit viel Elan an­ge­nom­men. Ich hof­fe, dass ich das auch zu­künf­tig so er­le­ben darf.

MEINS: Wenn man täg­lich die Nach­rich­ten sieht, hat man das Ge­fühl, die Welt sei so kom­pli­ziert wie nie. Füh­len Sie sich manch­mal ohn­mäch­tig? Fürs­tin Glo­ria: Ich schöp­fe Zu­ver­sicht aus mei­nem ka­tho­li­schen Glau­ben. Die wich­tigs­ten, ja die al­les ent­schei­den­den Le­bens­fra­gen fin­de ich in mei­nem Glau­ben be­ant­wor­tet. MEINS: Ihr Le­bens­mot­to? Fürs­tin Glo­ria: Im­mer hei­ter, Gott hilft wei­ter! •

Fürs­tin Glo­ria hat das Ma­len für sich ent­deckt, am liebs­ten Por­träts

Prin­zes­sin Ma­ria The­re­sia, 35 (l.), und ih­re Schwes­ter Eli­sa­beth, 34, mit der Ma­ma in Bay­reuth

SING youR SoNG Glo­ria lässt es beim Ok­to­ber­fest auch mal rich­tig kra­chen

ScHLoSS­FEST­SpIE­LE Die­ses Jahr ha­ben sich u. a. Tom Jo­nes und die Scor­pi­ons an­ge­sagt

Sohn Al­bert, 33, stu­dier­te Volks­wirt­schaft und Theo­lo­gie, ist heu­te Chef des Hau­ses

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