An­die MacDo­well:

In den 90er-Jah­ren woll­ten al­le aus­se­hen wie sie. Bis heu­te ist an­die macDo­well, 58, ein Vor­bild für gu­ten Stil und gu­te Lau­ne Ich schmin­ke miR die Lip­pen ot, so­lan­ge ich es will R

Meins - - Inhalt - VON RA­CHEL KASUCH

„Mit 50 än­dert sich die Per­spek­ti­ve“

Die­ses Strah­len, die­se blit­zen­den Au­gen ha­ben mich schon in ih­ren Fil­men fas­zi­niert. Jetzt kommt sie mit ge­nau die­sem be­rühm­ten Lä­cheln auf mich zu. An­die MacDo­well, 58, ist wirk­lich un­glaub­lich sym­pa­thisch, ja, so­gar warm­her­zig. Ich ha­be so­fort das Ge­fühl, ich wür­de sie schon jah­re­lang ken­nen. Mit fes­tem Hän­de­druck be­grüßt sie mich beim In­ter­view in Los An­ge­les und plau­dert so­fort los. Über Schön­heit, das Äl­ter­wer­den und was wirk­lich wich­tig ist im Le­ben.

meins: Vor acht Jah­ren wur­den sie 50. war das ein pro­blem für sie? an­die macDo­well:

Über­haupt nicht. Wenn man 50 wird, än­dert man auf ein­mal die Per­spek­ti­ve. Man fragt sich: „Wer bin ich? Was will ich mit mei­nem Le­ben ma­chen? Was will ich noch tun, was ich bis jetzt noch nicht er­lebt ha­be?“Mit 40 dach­te ich, dass ich kei­nen knall­ro­ten Lip­pen­stift mehr tra­gen kann – war­um, weiß ich nicht. Heu­te sa­ge ich, ich schmin­ke mir die Lip­pen rot, so­lan­ge ich es will.

meins: wie ge­hen sie mit dem Äl­ter­wer­den um? an­die macDo­well:

Es ist ja kei­ne Schan­de, äl­ter zu wer­den. Es ist ein na­tür­li­cher Pro­zess, den je­der er­lebt. Das Le­ben ist ei­ne Rei­se mit vie­len ver­schie­de­nen Sta­tio­nen – und je­de ist auf ih­re ei­ge­ne Art und Wei­se schön. Ich bin auf je­den Fall zu­frie­den mit dem, was ich jetzt in mei­nem Le­ben er­reicht ha­be, ich muss und will auch nicht mehr jün­ger aus­se­hen. Man muss sich nur et­was an­ders klei­den.

Ich frag­te mich: Wer bin ich? Und was will ich mit mei­nem Le­ben noch ma­chen?

Die Klei­der soll­ten län­ger wer­den – ganz egal, wie toll die Bei­ne noch in Form sind. Aber ist das ein Nach­teil?

meins: Wie de­fi­nie­ren sie Schön­heit? an­die macDo­well:

In un­se­rer Kul­tur nei­gen wir lei­der da­zu, zu glau­ben, dass Schön­heit et­was mit dem Al­ter zu tun hat. Doch das stimmt ab­so­lut nicht. Wir sind in al­len Al­ters­klas­sen at­trak­tiv. Schön­heit ist nichts, was ein­mal da ist und dann auf ein­mal wie­der ver­schwin­det. Nach wie vor ist doch Lie­bens­wür­dig­keit und Men­schen­lie­be die bes­te Schön­heit, die ein Mensch ha­ben kann.

meins: Wie ha­ben sie es ge­schafft, drei Kin­der und ih­re Kar­rie­re un­ter ei­nen Hut zu brin­gen? an­die macDo­well:

Ich glau­be, je­de Frau hat da­mit zu kämp­fen, Kar­rie­re und Fa­mi­lie zu stem­men. Ein funk­tio­nie­ren­der Part­ner hilft in sol­chen Si­tua­tio­nen (lacht). Denn wenn die Be­zie­hung funk­tio­niert, dann funk­tio­niert auch Fa­mi­lie und Kar­rie­re auf ein­mal.

meins: sie ha­ben ei­ne top-Fi­gur. Wie hal­ten sie sich fit? an­die macDo­well:

Ich lau­fe viel. Als ich mich auf mei­ne Rol­le in „Ma­gic Mi­ke“vor­be­rei­tet ha­be, schaff­te ich es, 8 Ki­lo­me­ter in un­ter 40 Mi­nu­ten zu lau­fen (lacht)! Und ich lie­be es, Yo­ga zu ma­chen, so­oft ich kann. Ich fin­de, nach ei­ner Yo­ga-Ses­si­on sieht man ge­nau­so re­la­xed aus wie nach ei­ner Mas­sa­ge.

meins: Und wie er­näh­ren Sie sich? an­die macDo­well:

Ich es­se mas­sen­wei­se Obst, Ge­mü­se und lie­be Sa­la­te in al­len Va­ria­tio­nen. Aber ich ge­nie­ße auch mei­ne „Schum­mel-Ta­ge“, an de­nen ich Eis und Scho­ko­la­de es­se. Wenn ich ver­rei­se oder be­ruf­lich un­ter­wegs bin, neh­me ich qua­si Ur­laub von mei­ner strik­ten Er­näh­rung und es­se al­les, wor­auf ich Lust ha­be. Und wenn ich wie­der zu Hau­se bin, neh­me ich mei­nen ge­re­gel­ten Spei­se­plan

wie­der auf.

meins: Was tun Sie noch für ih­re Ge­sund­heit? an­die macDo­well:

Für mich ist es ganz wich­tig, ein­mal im Jahr zum Arzt zu ge­hen, um mei­ne ge­sam­ten Wer­te che­cken zu las­sen. Mei­ne Mut­ter hat das nie ge­macht und ist lei­der nur 53 Jah­re alt ge­wor­den. Sie hat ih­re En­kel­kin­der nie ken­nen­ler­nen dür­fen. Aber ich ha­be mir ganz fest vor­ge­nom­men, dass ich mei­ne En­kel­kin­der noch er­le­ben will.

meins: Wie fin­den sie nach ei­nem stres­si­gen tag wie­der zu sich selbst?

an­die macDo­well: Be­vor ich ins Bett ge­he, ist es im­mer wich­tig, wie­der run­ter­zu­kom­men, mich ab­zu­len­ken und ein­fach an was ganz an­de­res zu den­ken als an den Tag, der hin­ter mir liegt. Und wenn die Dreh­ar­bei­ten be­en­det sind, ma­che ich ei­ne Rei­ni­gung für mei­ne See­le. Dann neh­me ich mir ei­nen gan­zen Tag nur für mich al­lein und ver­brin­ge ihn kom­plett stumm. Ein­fach nicht zu re­den tut un­heim­lich gut. meins: Sie sind für so vie­le Frau­en ein Vor­bild. Wer ist ihr vor­bild? an­die macDo­well: Ganz klar: Dia­ne Kea­ton. •

Das Le­ben ist ei­ne Rei­se mit ver­schie­de­nen Sta­tio­nen. Ich lie­be je­de Ein­zel­ne

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