Gar­ten-Re­por­ta­ge

In Bay­ern hat sich Mo­ni­ka Kas­ber­ger, 52, ei­nen Gar­ten­t­raum er­schaf­fen, der auch Ja­ne Aus­tens Lords und La­dys ge­fal­len wür­de

Meins - - Inhalt - VON A. K. KASTENS

Mo­ni­ka, 52, zeigt uns ih­ren Ro­sen­gar­ten

WIR HA­BEN DEN GAR­TEN STÜCK FÜR STÜCK ER­WEI­TERT

Hät­te mir je­mand vor 27 Jah­ren ge­sagt, dass ich mal ei­ne lei­den­schaft­li­che Gärt­ne­rin wer­den wür­de, hät­te ich nur den Kopf ge­schüt­telt“, lacht Mo­ni­ka Kas­ber­ger, als sie uns auf ih­rem Vier­seit­hof im idyl­li­schen Bad Gries­bach be­grüßt. Ein­ge­bet­tet in die sanf­ten Hü­gel-, Feld- und Acker­land­schaf­ten des Rot­tals hat sie sich auf dem el­ter­li­chen Grund­stück ein über 4700 Qua­drat­me­ter gro­ßes Pa­ra­dies er­schaf­fen, das pro­blem­los mit den Cot­ta­ge- und Land­schafts­gär­ten in En­g­land mit­hält. Vor al­lem durch die klas­si­sche Auf­tei­lung in the­ma­tisch struk­tu­rier­te Gar­ten­zim­mer er­scheint das Re­fu­gi­um so au­then­tisch, dass wir vor un­se­rem in­ne­ren Au­ge bri­ti­sche Lords und La­dys aus ei­nem Ja­ne-Aus­ten-Ro­man lust­wan­deln se­hen.

Ge­plant war ei­gent­lich nur ein klei­ner Gar­ten „Nach­dem mein Mann und ich 1988 mein El­tern­haus re­no­viert hat­ten, be­schlos­sen wir drei Jah­re spä­ter, ei­nen Spiel­platz für un­se­re bei­den Söh­ne ein­zu­rich­ten. Mit Rut­sche, Schau­kel und Sand­kas­ten.“Da­mit es ein biss­chen hübsch aus­sieht, soll­ten auch ein paar Pflan­zen ein­zie­hen. „In ei­nem

klei­nen Ge­wächs­haus zog ich Son­nen­blu­men, die im fol­gen­den Früh­ling in mei­ne ers­ten Bee­te wan­der­ten – da­mit war mei­ne Lei­den­schaft für das Gärt­nern ge­weckt.“

Im Lau­fe der Zeit wuchs der Gar­ten ste­tig, ge­nau wie ih­re Bi­b­lio­thek mit Gar­ten­bü­chern. „Das Grund­stück lie­ße noch mehr zu, aber ei­ne noch grö­ße­re Flä­che könn­te ich nicht mehr be­wirt­schaf­ten“, ge­steht Mo­ni­ka, die sie­ben bis acht St­un­den täg­lich in ih­rem Reich wer­kelt.

In­spi­riert von Rei­sen in die Gär­ten En­g­lands ent­schloss sie sich für das Kon­zept der Gar­ten­zim­mer. Mitt­ler­wei­le be­her­bergt sie ne­ben sel­te­nen Ge­höl­zen wie Ta­schen­tuch­bäu­men oder Wei­den­blätt­ri­gen Bir­nen, et­wa 400 Ro­sen­stö­cke, über 100 Kü­bel­pflan­zen und ei­ne Viel­zahl an Stau­den. Ih­re Pflan­zen sucht Mo­ni­ka nach zwei Kri­te­ri­en aus: Schön­heit und Frost­här­te. Bei al­ler Viel­falt fin­det sich über­all ei­ne kla­re Struk­tur – denn wie bei den Bri­ten gilt in „Mo­nis Ro­sen­gar­ten“: Was auf den ers­ten Blick wie na­tür­lich ge­wach­sen aus­sieht, folgt ar­chi­tek­to­ni­schen Re­geln. He­cken oder Mau­ern glie­dern in ver­schie­de­ne Räu­me, die durch Farb­wahl oder prä­gnan­te Pflan­zen ih­ren Cha­rak­ter be­kom­men.

Für Gar­ten­freun­de öff­net Mo­ni­ka gern die To­re. Ter­mi­ne fin­den wir auf www.mo­nis-ro­sen­gar­ten.de

UN­KRAUT­ZUP­FEN IST FÜR MICH WIE ME­DI­TA­TI­ON

IM KIES­BETT Im­mer wie­der un­ter­bre­chen klei­ne Ron­del­le, ge­schmückt mit de­zen­ten Hin­gu­ckern, die We­ge und la­den zum Stau­nen ein

hiEr wiLL ich bLEi­bEn! Die lie­be­voll ge­stal­te­ten Sitz­ecken mit den apar­ten Ei­sen­mö­beln pas­sen wun­der­bar in das na­tür­li­che Um­feld

Gu­tEs tEaM Mo­ni­kas Mann Man­fred über­nimmt He­cken­und Ra­sen­pfle­ge

hErz­stücK Mit­tel­punkt in Mo­ni­kas Wun­der­land ist der nost­al­gi­sche Pa­vil­lon, den ihr Va­ter bau­te BIT­TE nicht STÖ­REN! Schon vom Schnurr­bart be­setzt? Gut, dass es über­all lau­schi­ge Plätz­chen gibt

DAS SIND JA PER­SPEK­TI­VEN! beim Gang über die Kies­we­ge, hin zur groß­zü­gi­gen Grün­flä­che mit buchs­baum­ku­geln und ei­ner brun­nen­sta­tue, füh­len wir uns an die Land­schafts­gär­ten En­g­lands er­in­nert

GE­GEN­SÄT­ZE ZIE­HEN SICH AN Wäh­rend geo­me­tri­sche Flä­chen ei­ne ru­hi­ge ba­sis bil­den, darf es in den Bee­ten gern leb­haft zu­ge­hen

EIN STÜCK EN­G­LAND Der wei­ße Gar­ten wur­de nach dem Vor­bild des be­rühm­ten Gar­tens von Sis­sin­g­hurst kon­zi­piert

STERNENREIGEN Mit sei­nen blü­ten­bäl­len auf den ge­ra­den Stie­len bil­det Zier­lauch ei­nen mo­der­nen Kon­trast zu den Ro­sen EL­FENZ­AUBER Der Schat­ten­gar­ten mit klei­nem Teich, un­zäh­li­gen blatt­schmuck­pflan­zen und Far­nen wirkt wun­der­bar ver­wun­schen. „An hei­ßen Ta­gen lässt es sich hier gut aus­hal­ten“, sagt Mo­ni­ka.

AUS AL­TEN TA­GEN Töp­fe, Put­ten & co. – auf dem nost­al­gi­schen Pflanz­tisch ist viel Platz für Uten­si­li­en

BLÜTENRAUSCH Ne­ben den Ro­sen ist die Päo­ni­en- und hor­ten­si­en­pracht je­des Jahr ein high­light im Gar­ten

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