Un­ser Le­ben wird je­den Tag span­nen­der

Glück­wunsch! Ge­rit Kling, 51, Ma­ry roos, 67, und Le­na Va­lai­tis, 72, feiern mit uns Ge­burts­tag. Wir spra­chen mit ih­nen über die Le­bens­lust der neu­en Ge­ne­ra­ti­on 50+. Und wa­ren ver­zau­bert

Meins - - Mein | Star - VON AN­GI BRINK­MANN & UWE KIL­LING

Ich ha­de­re nicht mehr mit mir. Heu­te fühl’ ich mich ein­fach gut in mei­ner Haut GE­RIT KLING Ei­nen jün­ge­ren Mann lie­ben? Ich kann mir heu­te in der Lie­be al­les vor­stel­len! MA­RY ROOs

Fält­chen ge­hö­ren da­zu! Das ge­leb­te Le­ben muss sich ja ir­gend­wie spie­geln … LE­NA VA­LAI­TIS DIE GUNST DES AL­TERS IST: WIR KÖN­NEN HERR­LICH ÜBER UNS SELBST LA­CHEN!

Die Trä­nen flie­ßen reich­lich. Ge­ra­de wur­de das Ma­ke-up bei Ma­ry Roos zum ge­fühl­ten 23. Mal er­neu­ert – da lässt ihr über­schäu­men­des La­chen schon wie­der das Was­ser in ih­re Au­gen schie­ßen. Auch bei den an­de­ren zwei Da­men bre­chen so­fort wie­der al­le Däm­me. Le­na Va­lai­tis und Ge­rit Kling ki­chern so über­mü­tig wie Te­enager und le­gen die Ta­schen­tü­cher zum Trä­nen­ab­wi­schen schon gar nicht mehr aus den Hän­den. Un­ser Fo­to­graf, Paul Schirn­ho­fer, staunt über die drei Frau­en, die hier vor der Ka­me­ra so herr­lich ge­löst und warm­her­zig mit­ein­an­der agie­ren. Ganz oh­ne die Mas­ken des Un­ter­hal­tungs­ge­schäfts, in dem sich je­de un­se­rer drei MEINSCo­ver­frau­en seit Jahr­zehn­ten mit pro­fes­sio­nel­ler Bra­vour be­haup­tet. Was für ei­ne geballte Mi­schung an Er­fah­rung, Ener­gie und Esprit, die hier durchs Fo­to­stu­dio strömt! Rund zehn

Jah­re lie­gen je­weils al­ters­mä­ßig zwi­schen den drei­en, und wir woll­ten von ih­nen wis­sen, wie es sich an­fühlt, die span­nen­den Ge­ne­ra­tio­nen 50+, 60+ und 70+ zu ver­kör­pern. Wie ti­cken die­se drei le­ben­di­gen Frau­en? MEINS: Un­se­rer MEINS-Stu­die zu­fol­ge sind 77 Pro­zent der Frau­en über 50 mit sich zu­frie­den – deut­lich mehr als in jun­gen Jah­ren. Wie ist das bei Ih­nen?

Ma­ry: Frü­her war ich ganz brav. Heu­te weiß ich vor al­lem, was ich nicht mehr will. Und das ist ei­ne gan­ze Men­ge und wird im­mer mehr …

Le­na: Ich ha­be mit den Jah­ren schon ei­ne sehr gro­ße Ge­las­sen­heit er­langt. Und ich weiß mit je­dem Jahr mehr die klei­nen Glücks­mo­men­te zu schät­zen. Ei­nen schö­nen Abend mit gu­ten Ge­sprä­chen, ei­nen Spa­zier­gang, die Vö­gel­chen auf mei­nem Bal­kon.

Ge­rit: Das kann ich al­les voll und ganz un­ter­schrei­ben. Frü­her war mir das schnup­pe, ob ir­gend­wo Ro­sen blü­hen. Da ging es mir nur um mei­ne Kar­rie­re. Heu­te hän­ge ich mit Trä­nen in den Au­gen am See­ufer, wenn ich klei­ne En­ten­kü­ken se­he, und freue mich über je­de Knos­pe. Ver­rückt, oder? MEINS: Blüht auch die Lie­be neu auf? Kä­me für Sie zum Bei­spiel auch ei­ne Part­ner­schaft mit ei­nem jün­ge­ren Mann in­fra­ge? Ma­ry: Grund­sätz­lich kann ich mir in der Lie­be al­les vor­stel­len, und ich bin heu­te viel mehr be­reit, mich auf Din­ge ein­zu­las­sen. Zur Not auch auf ei­nen jün­ge­ren Ty­pen. Aber ge­zielt su­che ich nicht da­nach. Und ich möch­te ehr­lich ge­sagt auch nicht im­mer ein Tuch über die Nacht­tisch­lam­pe hän­gen müs­sen, das ist ja auch doof (lacht) …

Le­na: Ich flir­te gern, ein biss­chen zwin­kern, lä­cheln, das ist er­laubt – und schön. Aber ich kann mir kei­ne

Nä­he zu ei­nem Mann mehr vor­stel­len. Ich ver­mis­se nichts, ich ha­be ein schö­nes, sehr rei­ches Le­ben. MEINS: In Sa­chen flir­ten und ken­nen­ler­nen er­le­ben Da­tin­gPlatt­for­men im In­ter­net ei­nen Boom. Wä­re das für Sie ei­ne Op­ti­on? Ma­ry: Si­cher nicht! Für mich ist das ein vir­tu­el­ler Pfer­de­markt. Ich bin da ganz alt­mo­disch, ich muss ’nen Mann se­hen, wenn er durch die Tür kommt. Das Herz muss „bumm, bumm, bumm“ma­chen bei mir, ich muss un­mit­tel­bar spü­ren kön­nen, ob es passt.

Ge­rit: Das merkt man heu­te auch viel schnel­ler, fin­de ich. Frü­her warst du ver­liebt und hast auch Ab­stri­che ge­macht, wenn ei­ner se­xy war. Heu­te ha­ben wir im­mer noch die glei­chen Sehn­süch­te nach Ge­bor­gen­heit und Ver­trau­en in ei­ner Part­ner­schaft. Aber wenn man sich spä­ter im Le­ben trifft, er­kennt man sich ge­gen­sei­tig bes­ser. Man spürt ei­ne tie­fe­re See­len­ver­wandt­schaft und rennt meis­tens auch nicht so schnell aus­ein­an­der. MEINS: Wir wis­sen, dass Frau­en über 50 wie­der ver­stärkt an sich den­ken und sich gern schö­ne Din­ge leis­ten. Was lässt Ihr Herz hö­her­schla­gen? Ma­ry: Al­les! Al­so an mir liegt es nicht, wenn die Wirtschaft lahmt (lacht schal­lend)!

Le­na: Ich kau­fe sehr gern Blu­men, die ich mir selbst zu­sam­men­stel­le. Je nach Jah­res­zeit, und ich samm­le Wie­sen­blu­men. Und ich ha­be ei­ne gro­ße Schwä­che für Schu­he! Trotz­dem ist mein Schrank re­la­tiv klein – ich ver­schen­ke vie­le Paa­re an Freun­din­nen.

Ge­rit: Al­so ich kau­fe sehr gern Bü­cher. Ob­wohl ich die manch­mal gar nicht le­se (lacht). Schö­ne Kunst­bü­cher zum Bei­spiel und Bio­gra­fi­en. Und ich mag Mo­de­schmuck, be­son­ders gern Ohr­rin­ge.

Ma­ry: Haupt­säch­lich kau­fe ich Es­sen ein. Ei­gent­lich kau­fe ich im­mer Es­sen

(lacht)! Mein Kühl­schrank ist im­mer bers­tend voll! Ge­rit: Oh ja, mei­ner auch … Ma­ry: Al­so, Ge­rit, mei­ner ist si­cher vol­ler, wenn ich dich so an­gu­cke …

Ge­rit: Und da irrst du dich, Ma­ry! Ich kau­fe Un­men­gen, und ich es­se auch gern. Das setzt bei mir halt nicht an, hat’s noch nie.

Le­na: Ich kau­fe auch gern Le­bens­mit­tel. Ich lie­be Kar­tof­feln mit Quark. Den Rest schmie­re ich mir

Es ist ein gRo­ßes Glück, das Heu­te ge­nie­ßen zu dür­fen!

im­mer ins Ge­sicht (lacht)! MEINS: Sie drei ha­ben hier spür­bar ei­nen irr­sin­ni­gen Spaß zu­sam­men. Was mö­gen Sie an­ein­an­der?

Ma­ry: Ich hät­te nicht ge­dacht, dass die Ge­rit Kling so ei­ne Lus­ti­ge ist. Ich dach­te, ehr­lich ge­sagt (grinst), sie sei viel kon­trol­lier­ter un­ter­wegs.

Ge­rit: Na, vie­len Dank auch, ich über­le­ge noch mal, ob ich in dein Büh­nen­pro­gramm kom­me (lau­tes La­chen).

Ma­ry: Wir soll­ten et­was zu­sam­men ma­chen, Mä­dels! Ein Pro­gramm, so rich­tig frech, mit Ge­sang und so …

Le­na: (Mit kes­sem Lä­cheln) Na, dann mach mir mal ein An­ge­bot, und ich ma­che der Ge­rit eins und so wei­ter …

Ge­rit: Ich ha­be auch schon ei­ne Idee! Es gibt da ei­ne Büh­nen­fas­sung des

Films „Club der Teu­fe­lin­nen“. Das soll­ten wir un­be­dingt spie­len. Ma­ry: Ich wä­re so­fort da­bei! Le­na: Su­per. Und was bleibt da für mich? Die Rol­le von Gol­die Hawn oder Dia­ne Kea­ton (schal­len­des La­chen) …? MEINS: Sie bei­de, Ma­ry und Le­na, sind seit den 70er-Jah­ren schon eng be­freun­det. Was zeich­net Ih­re Freund­schaft aus?

Le­na: Ma­ry ist ei­ne ganz tol­le Frau! Sie hat ei­nen groß­ar­ti­gen Hu­mor, ist gleich­zei­tig sehr sen­si­bel und über­aus groß­zü­gig. Sie kann auch sehr ernst sein, das mag ich. Wenn wir ein­an­der an­ru­fen, ist stets so­fort wie­der die­se Nä­he und Ver­traut­heit da!

Ma­ry: Frü­her war die Le­na viel fre­cher als ich, ehr­lich, aber ich ha­be auf­ge­holt! Und ich neh­me mir mei­ne Mut­ter zum Vor­bild. Die ist so wit­zig und schlag­fer­tig, und sie hat mir im­mer die­se gro­ße Frei­heit ge­las­sen – und da­durch das Rück­grat ge­stärkt. Sonst könn­te ich heu­te nicht so ein. Und die Freund­schaft zu Le­na ist über all die Jah­re ge­wach­sen. Bei al­lem Tem­pe­ra­ment hat sie sich

Ich bin recht neu­gie­rig auf al­les, was noch so kommt LE­NA VA­LAI­TIS

die­se da­men­haf­te Dis­tanz be­wahrt. Das mag ich sehr. Au­ßer­dem ist Le­na sehr, sehr herz­lich und tief­sin­nig. MeinS: Sie wir­ken al­le so herr­lich jung ge­blie­ben. Wie ge­hen Sie mit dem da­tum in ih­rem Pass um? le­na: Ich den­ke nicht dar­über nach. Für mich ist das ei­ne Zahl. Ent­schei­dend ist doch das Le­bens­ge­fühl, und da bin ich noch recht neu­gie­rig, was noch so al­les kom­men mag …

Ma­ry: Tja, was soll ich sa­gen, än­dern kön­nen wir’s ja nicht. Wir müs­sen se­hen, wo wir blei­ben, und das Bes­te draus ma­chen, oder?

Ge­rit: Ich ha­be kei­ne Angst, äl­ter zu wer­den. Ich bin selbst­stän­dig und un­ab­hän­gig. Und wie toll es ist, äl­ter zu wer­den, kann man an den bei­den am bes­ten se­hen! MeinS: hat sich ihr Blick auf sich selbst in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­än­dert?

Ge­rit: Ich mag mich to­tal in mei­ner Haut, al­les jut! Ich ha­de­re nicht mehr mit mir. Das war frü­her über­haupt nicht so. Mit 30 fand ich mich über­haupt nicht at­trak­tiv! Der Kör­per zu dünn, das Ge­sicht zu dick, die Au­gen zu groß, die Stim­me zu hoch. Heu­te se­he ich mir al­te Fol­gen der ,Ret­tungs­flie­ger‘ an und den­ke: Mein Gott, warst du süß! Was für ei­ne Zu­cker­pup­pe! Hät­te ich das doch nur ge­wusst da­mals …

Ma­ry: Ich mag mich. Ich ak­zep­tie­re mei­nen Kör­per, wie er ist. Und was mich stö­ren könn­te, kann ich eh nicht än­dern. Da muss man halt hier und da mit der Klei­dung ein biss­chen nach­hel­fen …

le­na: Ich bin froh, dass ich ge­sund bin, und ich ar­bei­te dar­an, dass das lan­ge so bleibt. Aber mit der Klei­dung ist das so ei­ne Sa­che (lacht), man­ches soll­te man sich ir­gend­wann ver­knei­fen, wie Spa­ghet­ti­trä­ger oder zu kur­ze Rö­cke.

MeinS: Und dann die klei­nen Fal­ten … Möch­ten Sie da manch­mal mo­geln?

le­na: Ich den­ke, das Le­ben, das ich ge­führt ha­be, muss sich ja ir­gend­wo spie­geln. Wenn ich das weg­zau­bern las­se, ver­lie­re ich viel. Ich ver­ur­tei­le kei­nen Men­schen, aber für mich kä­me ei­ne Kor­rek­tur mei­nes Ge­sichts nicht in­fra­ge. Und: Was ich da an an­de­ren Frau­en se­he, sieht ein­fach nicht schön aus.

Ma­ry: Ich ha­be al­le Fal­ten ge­lebt, und die blei­ben, wo sie sind! Ich will doch kei­ne Mas­ke sein. Ge­rit: Fal­ten? Na, da kom­men wir al­le hin. Oder wills­te so ’ne auf­ge­spritz­te, doo­fe Tus­si wer­den? Ich nicht! MeinS: Sie sind al­le als künst­le­rin­nen sehr ak­tiv und er­folg­reich. Wie tan­ken Sie in ih­rer Frei­zeit auf? Ma­ry: Mit Spaß äl­ter wer­den zu wol­len heißt auch, dass man ein biss­chen of­fen­si­ver wer­den muss. Raus­ge­hen! Es kommt ja auch kei­ner mehr vor­bei, der ei­nen ab­holt von der Couch – ob­wohl ich sehr gern dar­auf lie­ge (lacht schal­lend) …

le­na: Ich ge­he sehr gern spa­zie­ren oder ma­che ei­ne Rad­tour mit Freun­den, tref­fe mich im Bier­gar­ten oder ge­he ins Thea­ter, se­he mir Kol­le­gen an. Ge­ra­de ha­be ich die Ge­rit in Ber­lin im Stück „Frau Mül­ler muss weg“auf der Büh­ne ge­se­hen. Das war toll!

Ge­rit: Oh, dan­ke! Das freut mich sehr!

Man muss raus­ge­hen! Es kommt doch kei­ner vor­bei, der ei­nen ab­holt von der Couch Ma­ry roos

Ich wer­de mir euch zwei jetzt auch auf der Büh­ne an­se­hen. Ich bin so in­spi­riert von eu­rer Kraft – ein­fach toll! Als die Schein­wer­fer des Fo­to­shoo­tings er­lö­schen, ste­hen die drei noch lan­ge bei­ein­an­der. Selbst beim Ab­schmin­ken und Um­zie­hen ist im­mer wie­der lau­tes Ki­chern zu hö­ren. Und beim Ab­schied flie­ßen wie­der Trä­nen. Auf bald, ihr tol­len La­dys …

Prös­ter­chen! Was für ein Bild: Ge­rit Kling, Ma­ry Roos und Le­na Va­lai­tis (v. l.) sto­ßen mit Cham­pa­gner auf vier Jah­re MEINS an!

LADYKRACHER Die­ses Trio in Schach zu hal­ten ist na­he­zu un­mög­lich. Und von „tro­cke­nem“Hu­mor kann man hier schon gar nicht spre­chen

Wie klei­ne Mäd­chen Kaum hat­ten Ma­ry Roos und Le­na Va­lai­tis das Roll­brett ent­deckt, gab’s kein Hal­ten mehr …

Zah­len sind doch nicht ent­schei­dend. Es ist das Le­bens­ge­fühl!

So­fa-Talk Es war ein Ge­spräch, so lus­tig wie ver­traut: Die MEINS-Au­to­ren Uwe Kil­ling (l.) und An­gi Brink­mann (2. v. l.) auf Tuch­füh­lung mit dem ver­gnüg­ten Trio

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