Was uns be­wegt

Nach den Sex-Skan­da­len ih­res Man­nes scheint Kö­ni­gin Sil­via, 72, das Glück mit ih­rem Kö­nig neu zu ent­de­cken

Meins - - Inhalt - VON KATH­RIN BEHR

Kö­ni­gin Sil­via: War­um es gut ist, auch mal zu ver­zei­hen

Lie­be­voll reicht Kö­ni­gin Sil­via, 72, ih­rer sü­ßen En­ke­lin Estel­le, 4, ih­re war­me, star­ke Hand und schlen­dert mit ihr durch den duf­ten­den Gar­ten von Schloss Sol­li­den. Schmun­zelnd schaut sie der Klei­nen nach, als die mit ih­rem pin­ken Luft­bal­lon fröh­lich über die Wie­sen hüpft und Gri­mas­sen zieht. Beim Fa­mi­li­en­fo­to zu Prin­zes­sin Vic­to­ri­as 39. Ge­burts­tag tref­fen sich im­mer wie­der Sil­vi­as Bli­cke mit de­nen ih­res Man­nes Carl Gus­taf, 70. Sie lä­chelt ihn

an, zärt­lich so­gar. Und zeigt uns dann ihr ty­pi­sches Sil­via-Strah­len, als die Ka­me­ras kli­cken.

Bei die­sem Fo­to­ter­min auf der In­sel Öland se­hen wir ei­ne glück­li­che Frau, die ganz bei sich ist, die weiß, wo sie im Le­ben steht, und die stolz ist auf ih­re im­mer grö­ßer wer­den­de Fa­mi­lie. Und wir se­hen ei­ne Frau, die im Ein­klang ist mit ih­rem Mann, mit dem sie seit 40 Jah­ren ver­hei­ra­tet ist. 40 Jah­re vol­ler Glück? Na­tür­lich nicht! Vor sechs Jah­ren durch­leb­te Kö­ni­gin Sil­via ih­re ganz per­sön­li­che Ehe-Höl­le, als im Jahr 2010 das Buch „Carl XVI. Gus­taf – der wi­der­wil­li­ge Mon­arch“in Schwe­den für ei­nen Rie­sen­skan­dal sorg­te. Die Au­to­ren ent­hüll­ten, dass Carl Gus­taf sich in den 90er-Jah­ren bei Her­ren­aben­den in Nacht­clubs amü­siert und ei­ne Af­fä­re mit der ehe­ma­li­gen Pop­sän­ge­rin Ca­mil­la He­ne­mark ge­habt ha­be. Pein­li­che De­tails ka­men ans Licht und er­schüt­ter­ten die schwe­di­sche Mon­ar­chie – aber vor al­lem das Le­ben von Sil­via. Von den Sex-Af­fä­ren sei­nes Ehe­man­nes zu er­fah­ren – das ist ein Ge­fühl, als wür­de man mit dem Herz in ei­nen Kak­tus fal­len, als wür­de der Bo­den sich öff­nen oder der Him­mel über ei­nem ein­stür­zen. Für je­de Frau der wahr ge­wor­de­ne Alb­traum. Für Sil­via ist es wohl noch schlim­mer, denn die Öf­fent­lich­keit war da­bei, und al­le Welt weiß, was ihr Mann ihr an­ge­tan hat.

Was sich da­mals hin­ter den Schlos­s­tü­ren ab­spiel­te, kön­nen wir nur er­ah­nen. Bei Auf­trit­ten al­ler­dings wahr­te Sil­via stets ih­re Hal­tung und Wür­de, lä­chel­te – und litt still. Sie hält zu ih­rem Mann und bleibt in Schwe­den, trotz al­lem. Sie weiß, dass ei­ne Tren­nung die Mon­ar­chie ver­mut­lich be­en­den wür­de. Wenn wir Sil­via heu­te se­hen, dann scheint sie die­se Ent­schei­dung nicht nur für das Land und die Mon­ar­chie ge­trof­fen zu ha­ben – son­dern vor al­lem für sich und ih­ren Mann. Es war ei­ne Her­zensent­schei­dung. Kö­ni­gin­nen-li­ke …

Doch kann man ei­ne solch tie­fe Ver­let­zung über­haupt je­mals ver­zei­hen? Si­cher ist: Es braucht vor al­lem Zeit, ei­nen so gro­ßen Ver­trau­ens­bruch wie ei­nen Sei­ten­sprung oder ei­ne Af­fä­re zu ver­ar­bei­ten. „Ver­let­zung, Wut und Ent­täu­schung ver­schwin­den nicht über Nacht“, sagt die Ham­bur­ger Psy­cho­lo­gin und Paar-The­ra­peu­tin San­dra Kon­rad. Das Ver­trau­en muss lang­sam und be­hut­sam wie­der auf­ge­baut wer­den. Aber ein Sei­ten­sprung ist, so ver­rückt es klingt, „oft ein schril­les Warn­si­gnal, das bei­de Part­ner deut­lich spü­ren lässt, dass sie noch am an­de­ren hän­gen, dass sie den an­de­ren noch lie­ben“, so die Psy­cho­lo­gin.

Dass Sil­via ih­ren Mann noch liebt – das zeigt sie deut­lich. An­läss­lich des 40. Hoch­zeits­tags am 19. Ju­ni schwärmt sie: „Ich bin sehr stolz dar­auf, ei­nen so tol­len Mann zu ha­ben.“Und: „Ich be­reue es nicht, ihn ge­hei­ra­tet zu ha­ben – den Men­schen, den ich lie­be.“Ja, sie liebt die­sen manch­mal et­was un­be­hol­fen wir­ken­den Carl Gus­taf.

Und heu­te sind die Skan­da­le Ver­gan­gen­heit. Sil­via geht auf in der Rol­le der stol­zen Mut­ter und lie­be­vol­len Groß­mut­ter. Über dem Kö­nigs­haus lacht die Son­ne wie­der – vor al­lem im Le­ben der Kö­ni­gin. Sie hat ih­rem Mann sei­ne pein­li­chen Fehl­trit­te ver­zie­hen – und mit ihm of­fen­bar ein ganz neu­es Glück ent­deckt.

Di­rekt äu­ßer­te sich die Kö­ni­gin nie zu den Fehl­trit­ten ih­res Man­nes. Aber mit ei­nem wis­sen­den Lä­cheln sag­te sie jüngst: „Ich ha­be deut­sche und bra­si­lia­ni­sche Wur­zeln, in mei­ner Brust schla­gen zwei Her­zen. Für ei­nen Bra­si­lia­ner sind Fa­mi­lie und Nä­he sehr wich­tig. Die Di­plo­ma­tie, die To­le­ranz und die in­ne­re Har­mo­nie ha­be ich von mei­ner bra­si­lia­ni­schen Mut­ter ge­erbt.“Was für ei­ne klu­ge Frau. •

To­le­ranz und in­ne­re Har­mo­nie ha­be ich von mei­ner Mut­ter ge­erbt

Wie­der glücK­lich

Sil­via und Carl Gus­taf ha­ben nach der Kri­se wie­der zu­ein­an­der­ge­fun­den , Ich bin stolz ei­nen so tol­len Mann zu ha­ben

du, oma, WeiSSt du …

Sil­via hat zu En­ke­lin Estel­le ei­ne be­son­ders en­ge Bin­dung

Stol­ze groS­S­el­tern Das ers­te En­kel­kind ist im­mer et­was Be­son­de­res – auch für Sil­via und Carl Gus­taf

her­zenSKind Ganz Schwe­den ist ver­narrt in die klei­ne Estel­le – wir auch!

ganz nah Stolz blickt Oma den klei­nen Prin­zen Os­car an – Vic­to­ri­as Sohn

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.