Gu­te Neu­ig­kei­ten für Dia­be­ti­ker

Was For­scher ge­ra­de ent­deck­ten – und wie es uns hilft!

Meins - - Inhalt - VON MEI­KE GÜN­THER

Der Glau­be, nur wer alt und über­ge­wich­tig ist, kön­ne an Dia­be­tes er­kran­ken, ist Un­sinn. Un­ter den 10 Mio. Dia­be­ti­kern in Deutsch­land fin­den sich Kin­der und Ju­gend­li­che, Ve­ge­ta­ri­er, Sport­ler und vie­le schlan­ke Frau­en mitt­le­ren Al­ters. Ge­ra­de Jün­ge­re sind oft von Typ-1-Dia­be­tes be­trof­fen – ei­ner Au­to­im­mun­er­kran­kung. Hier wer­den in­su­lin­pro­du­zie­ren­de Zel­len zer­stört, de­ren Auf­ga­be es ist, den Blut­zu­cker ab­zu­bau­en. Ein Dia­be­tes Typ 2 ent­wi­ckelt sich da­ge­gen schlei­chend. Die Bauch­spei­chel­drü­se stellt zwar noch In­su­lin her, der Kör­per re­agiert aber zu­neh­mend ab­leh­nend dar­auf. Die In­su­lin­sen­si­ti­vi­tät sinkt, der Zu­cker wird nicht ab­ge­baut, und der Blut­zu­cker­spie­gel steigt.

Das pro­blem am er­höh­ten Zu­cker im blut ist:

Die Ge­fä­ße wer­den ge­schä­digt, so er­reicht we­ni­ger Sau­er­stoff un­ser Herz, und des­sen Kranz­ge­fä­ße ver­kal­ken. Das er­höht deut­lich das Herz­in­farkt-Ri­si­ko. Doch das soll jetzt ein En­de ha­ben! Der Dia­be­tes-For­schung ge­lang kürz­lich ein Durch­bruch: Ein neu­es Me­di­ka­ment senkt bei Typ-2-Dia­be­ti­kern nicht nur den Blut­zu­cker­spie­gel,

son­dern auch das Ri­si­ko für Her­zK­reis­lauf-Er­kran­kun­gen – um bis zu 32 Pro­zent. Wie das funk­tio­niert, er­klärt un­ser Dia­be­tes-Ex­per­te (sie­he In­ter­view rechts).

Und wie ent­steht die Zu­cker­krank­heit über­haupt?

Frü­her dach­te man, zu viel Zu­cker und Fett sei­en die wich­tigs­ten Aus­lö­ser. Heu­te weiß man: Auch Stress zählt da­zu. Schuld ist das Stress­hor­mon Cor­ti­sol. Es be­hin­dert den Zu­cker­ab­bau und för­dert die Ent­ste­hung von in­ne­rem Bauch­fett – auch bei Schlan­ken. Die­ses tü­cki­sche Fett setzt Stof­fe frei, die un­se­re In­su­lin­sen­si­bi­li­tät her­ab­set­zen. Um­so wich­ti­ger ist da­her aus­rei­chend Ent­span­nung.

ein­mal Dia­be­tes – und für im­mer ein ein­ge­schränk­tes le­ben?

Nein – das ist zum Glück über­holt. In­zwi­schen steht fest: Mit ei­ner ge­sun­den Le­bens­wei­se und ge­ziel­ten The­ra­pi­en kön­nen auch Dia­be­ti­ker ein fast nor­ma­les Le­ben füh­ren. Wich­tig ist vor al­lem die Be­we­gung. Denn mit je­der Mus­kel­ak­ti­vi­tät wird – un­ab­hän­gig vom In­su­lin – Blut­zu­cker ab­ge­baut. Dar­um sind re­gel­mä­ßi­ge Ver­dau­ungs­spa­zier­gän­ge ide­al. Was die Er­näh­rung an­geht, gilt: Zu­cker und Weiß­mehl mei­den, da sie den Blut­zu­cker in die Hö­he schie­ßen las­sen. Voll­korn und Ge­mü­se hal­ten ihn da­ge­gen kon­stant. Auch ro­tes Fleisch be­güns­tigt In­su­lin­re­sis­ten­zen: Bes­ser sind Ge­flü­gel oder Fisch. Und: Stets 4–5 St­un­den Pau­se zwi­schen den Mahl­zei­ten ein­le­gen – so kann sich der Blut­zu­cker wie­der nor­ma­li­sie­ren.

Den­noch soll­ten Dia­be­ti­ker ih­ren blut­zu­cker­spie­gel re­gel­mä­ßig kon­trol­lie­ren.

Am ge­nau­es­ten funk­tio­niert die Kon­trol­le mit den neu­en Echt­zeit­mess­ge­rä­ten (zum Bei­spiel: „Free­Style Lib­re“von Ab­bot), die ei­nen haar­fei­nen Füh­ler un­ter die Haut le­gen. Das Bes­te: Ge­rä­te die­ser Ge­ne­ra­ti­on schla­gen auch Alarm, wenn Un­ter­zu­cke­rung droht. Und im­mer mehr Kran­ken­kas­sen tra­gen heu­te für sol­che Ge­rä­te die Kos­ten. •

Sport­lich Stark Be­we­gung senkt den Blut­zu­cker. Dar­um: so oft wie mög­lich mit dem Fahr­rad fah­ren

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