Ein KoRb voll Obst ist wie ein klei­neR Schatz

Meins - - Mein Leben -

Das Schöns­te an Som­mer­früch­ten ist für mich ehr­lich gesagt das Pflü­cken! Und zwi­schen­durch auch mal zu na­schen. Am liebs­ten wil­de Früch­te. Ich bin jetzt nicht die Mar­me­la­den­fee oder Ku­chen­bä­cke­rin, mir kommt es mehr auf das Sam­meln an. So sehr ich Kir­schen und Bee­ren lie­be – ich wür­de mir kei­nen Obst­gar­ten an­le­gen. Nein, ich lie­be es, durch Wäl­der und Wie­sen zu strei­fen, auf Bö­schun­gen zu kra­xeln, um mei­ne „Schät­ze“zu fin­den.

Es ist wie ein klei­ner Glücks­kick, wenn ich dann ir­gend­wo ei­nen Bee­ren­strauch ent­de­cke.

Und ein schö­nes Ge­fühl, die Beu­te in die „Höh­le“zu brin­gen. Muss ein aus­ge­präg­tes St­ein­zeitGen in mir sein! Mei­ne Män­ner ha­ben we­nig Ver­ständ­nis für die­se Lei­den­schaft, aber wenn ich Blau­beer­pfann­ku­chen oder fri­sche Wald­erd­bee­ren ser­vie­re, sa­gen sie nicht Nein! Und seit es Smoot­hies gibt, sind mei­ne Obst­kör­be sehr will­kom­men, sonst ha­be ich das meis­te ver­schenkt. Mir kommt es ja nur aufs Su­chen und Fin­den an. Als Kind war ich viel mit mei­nem Opa un­ter­wegs. Der wuss­te, wo St­ein­pil­ze wach­sen, wo es wil­de Erd­bee­ren gibt und wo man Bern­stein fin­det. Das hat er nur mir ver­ra­ten. Un­ter­wegs er­zähl­te er Ge­schich­ten von Rit­tern und Prin­zes­sin­nen, Zau­be­rern und Fe­en.

„Vi­el­leicht fin­den wir ei­nen Schatz“, sag­te er im­mer. Die­se Streif­zü­ge ha­be ich ge­liebt,

in mei­ner Er­in­ne­rung schien im­mer die Son­ne. Wenn ich un­ter­wegs bin, um­hül­len mich die­se al­ten Ge­schich­ten wie ein war­mer Man­tel. Ein­mal ha­be ich so­gar ei­nen Schatz ge­fun­den … Ei­nen wun­der­schö­nen, di­cken Bern­stein am Strand. Ich war stolz wie Bol­le, aber heu­te ist mir klar: Der ist nicht von al­lein da­hin ge­kom­men! Sil­ke, 54

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