Mein Ver­gnü­gen

Meins - - Inhalt - Interview: Uwe Kil­ling

Smart, er­folg­reich und ex­trem viel­sei­tig. Trom­pe­ter Till Brön­ner, 45, Deutsch­lands be­kann­tes­ter Gen­tle­man des Jazz, be­weist sich nun auch als Sän­ger be­kann­ter und le­gen­dä­rer Jazz­stü­cke.

MEINS: Sie in­ter­pre­tie­ren Songs, die durch Frank Si­na­tra, Nat King Co­le oder To­ny Ben­nett be­rühmt wur­den. Wem füh­len Sie sich am nächs­ten?

Till Brön­ner: Al­le drei ge­hör­ten zu der Spe­zi­es der Croo­ner, die ih­re Stim­me noch klas­sisch in der Bar ge­schult ha­ben. Das bleibt ein­zig­ar­tig, und ich tue als Trom­pe­ter gut dar­an, mich da­mit nicht zu ver­glei­chen. MEINS: Sie sin­gen dies­mal so viel wie auf kei­nem Al­bum zu­vor … Till Brön­ner: Ich se­he mich da durch­aus in der Tra­di­ti­on an­de­rer Trom­pe­ter wie Lou­is Arm­strong oder Chet Ba­ker. Aber ich ken­ne auch mei­ne Gren­zen … MEINS: Sie sind unser po­pu­lärs­ter Jazz­mu­si­ker, der jüngst als ein­zi­ger Deut­scher vor Prä­si­dent Oba­ma im Wei­ßen Haus

ge­spielt hat. le­ben Sie in­zwi­schen mehr in den USA? Till Brön­ner: Nein. Ich ha­be aber seit zwei Jah­ren ei­ne Woh­nung in San­ta Mo­ni­ca, und ich ver­su­che, so viel wie mög­lich dort zu sein. Die ka­li­for­ni­sche Leich­tig­keit und die­sen Son­nen­sound, der di­rekt vom Meer zu kom­men scheint, emp­fin­de ich als sehr in­spi­rie­rend. MEINS: Ist Jazz für Sie Un­ter­hal­tung oder Kunst?

Till Brön­ner: Ich bin den Jazz nie dog­ma­tisch an­ge­gan­gen. Da ha­ben mich mei­ne Lehr­jah­re bei der RI­AS Big Band in Berlin sehr ge­prägt: Ei­nen Tag gab es im Stu­dio ein Jazz-Projekt und am nächs­ten dann wie­der Tanz­tee mit Schla­ger. Ich ha­be bei­des in mich auf­ge­so­gen. Das ist bis heu­te so: Bei mei­nen Kon­zer­ten ver­aus­ga­be ich mich völ­lig und ge­he im­pro­vi­sa­to­risch an Gren­zen – und zwar so, wie es auf mei­nen Plat­ten we­nig zu hö­ren ist. Ich brau­che die­se Wag­nis­se wie die Luft zum Le­ben.

gU­TES lE­BEN Till Brön­ner jazzt zwi­schen Berlin und Los Angeles

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