Ge­las­sen­heit? Da war­te ich noch drauf!

Es ist kaum zu glau­ben: Am 26. Sep­tem­ber fei­ert die im­mer­schö­ne Sen­ta Ber­ger, 75, ih­re gol­de­ne Hoch­zeit Mei­ne Be­ga­bung ist die In­tui­ti­on! Ei­ne Ah­nung für Men­schen

Meins - - Mein Star - VON AN­GI BRINK­MANN

Sen­ta Ber­ger, die GROS­SE Sen­ta Ber­ger zu tref­fen ist in der Tat be­we­gend und ei­ne Über­ra­schung auch. Die Schau­spie­le­rin ist sehr zart, misst nur rund 1,60 Me­ter und wirkt mit ih­ren so ge­fühl­voll bli­cken­den meer­blau­en Au­gen fast ver­letz­lich. Ihr Hän­de­druck hin­ge­gen ist fest, und die­ses wun­der­ba­re Tim­bre ih­rer Stim­me um­fängt die MEINS-Au­to­rin vom ers­ten Satz an.

Man möch­te ihr end­los zu­hö­ren, ganz gleich, was sie sagt.

Und sie for­mu­liert so klu­ge und gran­di­os ehr­li­che Sät­ze. Ei­ne Frau vol­ler Tie­fe, Weis­heit und Wär­me. Wir sit­zen in­mit­ten wert­volls­ter An­ti­qui­tä­ten, ei­ne gro­ße Lei­den­schaft der ge­bo­re­nen Wie­ne­rin, und trin­ken ein Gläs­chen Weiß­wein mit dem Blick auf ih­ren wun­der­schö­nen gro­ßen Gar­ten. „Ich bin gern in der Na­tur, ge­he spa­zie­ren und be­ob­ach­te, wie die Pflan­zen wach­sen, da ha­be ich viel dran“, er­zählt sie mit sehn­süch­ti­gem Blick. „Lei­der ste­he ich da­mit ziem­lich al­lein da“, lä­chelt sie. „Mein Mann hat so gar nichts am Gärt­nern.“In die­sem Augenblick kommt er her­ein, der Mann, der seit über 50 Jah­ren ne­ben die­ser Frau auf­wa­chen darf. Der pro­mo­vier­te Arzt und Re­gis­seur Dr. Michael Ver­hoeven, 78. An­fang der 60er-Jah­re wa­ren sie sich be­geg­net: sie 22 Jah­re jung, auf der Stu­fe zum Welt­star, er 25, Stu­dent der Me­di­zin. Es wur­de ei­ne tie­fe Lie­be, auch be­ruf­lich. Die bei­den grün­de­ten ei­ne Film­fir­ma, ei­ne Fa­mi­lie

und Hoch­zeit. fei­ern jetzt gol­de­ne MEINS:Sie sind Frau jetzt Ber­ger,50 Jah­re ver­hei­ra­tet.sel­te­nes Glück Was … für ein Sen­ta Glück, Ber­ger:oh ja. Nicht Ein je­den Tag­so be­wusst, emp­fin­det aber ma­nes ha­tes nie­zu sein auf­ge­hört,mit mei­nem span­nend Mann, und ich den­ke, das geht ihm um­ge­kehrt ge­nau­so. Hof­fe ich … MEINS: Wo­rin be­steht für Sie der größ­te Bo­nus Ih­rer lan­gen Ehe? Sen­ta Ber­ger: Ich ha­be – trotz al­ler Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die man im Lau­fe ei­ner Ehe so hat – mit mei­nem Mann vie­les gleich. Wir ha­ben im­mer et­was zu re­den und uns zu er­zäh­len. Die­ses Ver­trau­en, sich mit­tei­len zu kön­nen, ist wun­der­schön, das will ich nicht mis­sen. MEINS: Wie er­gän­zen Sie bei­de sich? Sen­ta Ber­ger: Ich ha­be im­mer so ei­ne klei­ne Vor­sicht dem Le­ben ge­gen­über, wäh­rend mein Mann im­mer eu­pho­risch ist. Er ist ein Luft­geist, ich bin ein Erd­geist. Gott sei Dank! In un­se­rem Zu­sam­men­le­ben hat ei­ner das Bein auf dem Tra­pez, und der an­de­re muss un­ten das Seil hal­ten.

MEINS: Was macht den Zau­ber Ih­rer Be­zie­hung zu­ein­an­der aus? Sen­ta Ber­ger: Aus der Ver­liebt­heit ent­steht et­was, was man nicht er­klä­ren kann. Si­cher regt mich man­ches auf, und die Un­stim­mig­kei­ten ver­schlim­mern sich eher im Al­ter. Aber der Michael ist sehr char­mant und poe­tisch. Wie soll ich sa­gen? Mein Mann fängt mich eben im­mer wie­der ein … MEINS: Und in Kri­sen?

Sen­ta Ber­ger: Es gibt na­tür­lich auch Zei­ten, wo man sich fragt, war­um tue ich mir das an? Die­se männ­li­che Rück­sichts­lo­sig­keit, die­ser Tun­nel­blick. Dann sa­ge ich mir: Ich hö­re jetzt nur mehr auf mich und schaue nach mir. Das ist na­tür­lich Quatsch. Die­se Ge­dan­ken fal­len dann im­mer schnell zu­sam­men wie ein Kar­ten­haus. MEINS: Wie lau­ten Ih­re per­sön­li­chen Zu­ta­ten für ei­ne so lan­ge Ehe? Sen­ta Ber­ger: Michael und ich sind zu­sam­men stark ge­wor­den! Wir wa­ren da­mals noch so jung, aber wir ha­ben uns ge­mein­sam ent­wi­ckelt und sind bei­de sehr ei­gen­stän­di­ge Per­sön­lich­kei­ten ge­wor­den. Zwei­sam­keit bringt man­che Pro­ble­me. Noch grö­ße­re bringt nur die Ein­sam­keit … In die­sem Augenblick kommt ihr Mann. Er hat Hun­ger und möch­te Spar­gel mit Kar­tof­feln ko­chen. Jetzt dis­ku­tie­ren die bei­den Grö­ßen des deut­schen Films vol­ler Mu­ße dar­über, wann was ins Was­ser kommt. Fas­zi­nie­rend nor­mal – ins­be­son­de­re in­mit­ten die­ser Wohn­zim­mer-Ku­lis­se vol­ler Fotos ei­ner lan­gen Welt­kar­rie­re. Dr. Ver­hoeven hat unser Ge­spräch mit­ge­hört. Er setzt sich und sin­niert. Michael Ver­hoeven: Ich glau­be, es gibt kein Re­zept für ei­ne lan­ge Lie­be.

Die Frau ist ein­fach gut – da wär’ ich ja blöd. Ich hät­te kei­ne glück­li­che­re Wahl tref­fen kön­nen!

MEINS: Wie klingt das schön, was Sie da sa­gen … Michael Ver­hoeven: Ach nein, das klingt al­les furcht­bar! Sen­ta Ber­ger: (La­chend.) Ja, das klingt furcht­bar!

MEINS: Okay. Wann ge­hen Sie Kom­pro­mis­se ein?

Sen­ta Ber­ger: Wahr­schein­lich täg­lich (lacht). Aber wenn die Er­fah­run­gen, die wir im Lau­fe der Jah­re mit­ein­an­der ge­macht ha­ben, so furcht­bar wä­ren, hät­ten wir uns ge­trennt. Aber es wur­de ein im­mer rei­che­res und auch kom­pli­zier­te­res Le­ben. Das hat uns mo­ti­viert. Michael Ver­hoeven: Ich ha­ke da jetzt mal ein. Die­ses Haus hier be­wohn­ten wir mit Sen­tas Mut­ter, mei­nen El­tern und un­se­ren Söh­nen. Ein gro­ßes Glück! Sen­ta und ich konn­ten uns Frei­hei­ten neh­men, Zeit mit­ein­an­der ver­brin­gen, ver­rei­sen.

„Mein Mann ist ro­man­tisch!“ „Na, die Frau ist ein­fach gut …“

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DURCH­BLICK Die Ver­hoevens wa­ren schon in den 70er-Jah­ren Kult!

HEIMATLIEBE Das Paar im Mai 1972 in sei­nem Gar­ten in Mün­chen

DREI MÄN­NER für Sen­ta: (v. l.) Si­mon, Lu­ca und Michael

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