„ver­stop­fung ist ein gän­gi­ges Frau­en­pro­blem“

Meins - - Meine Gesundheit -

Wir frag­ten Frau Dr. Vio­la And­re­sen, Ober­ärz­tin am Is­rae­li­ti­schen Kran­ken­haus in Ham­burg

MEINS: Frau Dr. And­re­sen, kön­nen Sie aus Ih­rer Er­fah­rung be­stä­ti­gen, dass Frau­en häu­fi­ger un­ter Ver­stop­fung lei­den als Män­ner?

Dr. And­re­sen: Ja, und das wird auch durch Stu­di­en un­ter­mau­ert. Die­ser Un­ter­schied hat wahr­schein­lich ver­schie­de­ne Ur­sa­chen. Ne­ben ei­nem an­de­ren Be­wusst­sein für Ver­dau­ungs­be­schwer­den und ei­ner hö­he­ren Be­reit­schaft, das The­ma an­zu­spre­chen, schei­nen auch kör­per­li­che Ver­an­la­gun­gen vor­zu­lie­gen. Bei Frau­en weiß man zum Bei­spiel, dass Hor­mon­um­stel­lun­gen in den Wech­sel­jah­ren ei­ne sto­cken­de Ver­dau­ung be­güns­ti­gen.

MEINS: Wie schät­zen Sie den Lei­dens­druck der Be­trof­fe­nen ein?

Dr. And­re­sen: Ver­stop­fung geht mit ei­ner Rei­he von Be­schwer­den ein­her, die die Pa­ti­en­ten in ih­rer Le­bens­qua­li­tät zum Teil er­heb­lich ein­schrän­ken kön­nen. Die meis­ten ver­brin­gen viel Zeit auf der Toi­let­te, um mit viel Mü­he, teils auch mit Schmer­zen und oft nicht aus­rei­chend er­folg­reich, ih­ren meist har­ten Stuhl­gang zu ent­lee­ren.

MEINS: Wie kön­nen wir un­se­re Ver­dau­ung wie­der in Gang brin­gen?

Dr. And­re­sen: Die Leit­li­nie emp­fiehlt ei­ne Be­hand­lung nach Stu­fen­sche­ma. Ei­ne mil­de Form von Ver­stop­fung lässt sich oft durch ei­ne Er­näh­rungs­um­stel­lung und mehr Be­we­gung lin­dern. Ich emp­feh­le, aus­rei­chend Bal­last­stof­fe zu es­sen, z. B. Tro­cken­obst, Hül­sen­früch­te, Wei­zen­kleie. Viel zu trin­ken und mehr leich­ten Sport zu trei­ben. Tritt da­mit kei­ne Bes­se­rung ein, kön­nen Ab­führ­mit­tel die Träg­heit im Darm be­sei­ti­gen. Be­währt ha­ben sich vor al­lem die Wirk­stof­fe Bi­sa­codyl und Na­tri­um­pi­co­sul­fat.

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