Ich bin als Sän­ger end­lich bei mir

Meins - - Mein Vergnügen - KLAUS HOFFMANN

Seit 40 Jah­ren hält er ei­ne be­son­de­re Kunst am Le­ben: me­lan­cho­lisch-ver­spiel­te Chan­sons in deut­scher Spra­che. Sei­nen 65. Ge­burts­tag fei­ert Klaus Hoffmann mit dem neu­en Programm „Lei­se Zeichen“. Uwe Kil­ling sprach mit ihm. MEINS: Sind Sie ru­hi­ger ge­wor­den?

Klaus Hoffmann Nicht un­be­dingt. Es ist viel­mehr ei­ne Art Rück­kehr zu mei­nen An­fän­gen. Da­mit na­tür­lich auch zu mir selbst.

MEINS: Sie wa­ren Schau­spie­ler und wech­sel­ten dann zum Chan­son …

Klaus Hoffmann … und un­ter­schied mich von mei­nen meis­ten lin­ken Freun­den. Ich ha­be die oft pla­ka­ti­ven Vo­ka­beln nicht ge­mocht, son­dern mich als Frei­geist emp­fun­den. Meine Lie­be galt den fran­zö­si­schen Chan­son­niers. Die wa­ren all­um­fas­sen­der, thea­tra­li­scher, auch ge­fühl­vol­ler.

MEINS: Wie se­hen Sie sich heu­te?

Klaus Hoffmann Ich ha­be sehr lan­ge de­bü­tiert. Ich emp­fin­de mich erst jetzt als rich­ti­ger Sän­ger. An­fangs war ich sehr pa­the­tisch, und dann gab es Jah­re, da streb­te ich in die Po­prich­tung. Nun bin ich zum Lied zu­rück­ge­kehrt. MEINS: Sie gel­ten als gran­dio­ser In­ter­pret von Jac­ques Brel. Ha­ben Sie sons­ti­ge Vor­bil­der? Klaus Hoffmann Hildegard Knef mit ih­rer ein­zig­ar­ti­gen Darstel­lungs­kunst! Noch im­mer möch­te ich mit Hin­ga­be das gro­ße Lie­bes­lied sin­gen und da­bei gleich­zei­tig der su­chen­de Jun­ge blei­ben. MEINS: Wird man im Al­ter klü­ger? Klaus Hoffmann Ja, lei­der, und manch frü­he­ren Text kann ich heu­te erst mit Le­ben fül­len. Zugleich hilft ei­nem das nicht, sich ei­ne di­cke­re Haut zu­zu­le­gen. Ich bin ver­wund­bar ge­blie­ben.

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