Auf nach Ku­ba! Die­ses Land hat Rhyth­mus im Blut

Traum­strän­de, quir­li­ge Städ­te, Men­schen mit Rhyth­mus im Blut. Auf Ku­ba kann man al­les er­le­ben – und sein Herz ver­lie­ren

Meins - - Inhalt - VON M. DIETSCH

Die Luft ist warm und weich, aus den Bars schal­len Salsak­län­ge. Über­all um uns her­um sind Men­schen, Stim­men­ge­wirr, man­che tan­zen mit­ten auf der Stra­ße. Es ist Mit­tag. Und wir? Sit­zen über­wäl­tigt mit­ten­drin.

un­ser ku­ba-Aben­teu­er be­ginnt in ha­van­na.

Und schon am ers­ten Abend sind wir ver­liebt in das Land und die Stadt, de­ren Herz am Malecón, der Ufer­pro­me­na­de, schlägt. Hier tref­fen sich Tou­ris­ten und Ku­ba­ner, Ang­ler, Spa­zier­gän­ger, Tän­zer und Lie­bes­paa­re. Wir sit­zen auf der wuch­ti­gen Kai­mau­er am At­lan­tik, lau­schen dem Rau­schen der Bran­dung und der Mu­sik aus den Bars. Die Fas­sa­den der eins­ti­gen Pracht­bau­ten sind nach fünf Jahr­zehn­ten Pl­an­wirt­schaft ma­ro­de, der As­phalt ist von knie­tie­fen Schlag­lö­chern durch­zo­gen. Doch: Über­all wird ge­wer­kelt. Ku­ba boomt, und die 2-Mil­lio­nen-Stadt di­rekt am Meer putzt sich her­aus.

Am nächs­ten Tag gön­nen wir uns ein Früh­stück der Ex­t­ra­klas­se: Auf der Dach­ter­ras­se des Lu­xus­ho­tels „Par­que Cen­tral“mit ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Blick auf das Ka­pi­tol von Ha­van­na. Wei­ter geht’s zur Pla­za de la Re­vo­lu­ción, dem Zen­trum des so­zia­lis­ti­schen Ku­ba. Und na­tür­lich wol­len wir auch das höchs­te Ge­bäu­de der Stadt se­hen – das Denk­mal für den Na­tio­nal­hel­den Jo­sé Mar­tí.

Am Nach­mit­tag tref­fen wir San­dra, die im Stadt­teil Ve­da­do ei­nes der neu­en ca­sas par­ti­cu­la­res, ei­ne Be­dand-Bre­ak­fast-Pen­si­on, führt. Sie liebt deut­sche Gäs­te: „Sie in­ter­es­sie­ren sich nicht nur für Strän­de, son­dern auch für un­se­re Kul­tur.“Das stimmt. Auch wir wol­len die­se ge­schichts­träch­ti­ge Stadt er­kun­den – und das stil­echt! Bei der sym­pa­thi­schen Yen­ima, die ein klei­nes Ta­xi­un­ter­neh­men be­treibt, lei­hen wir uns das per­fek­te Au­to für die Ha­van­na-Er­kun­dung: ei­nen lie­be­voll ge­pfleg­ten Old­ti­mer, ei­nen pin­ken Pon­ti­ac. Yen­ima er­zählt von den

Schön­hei­ten ih­res Lan­des wie dem ma­le­ri­schen Vi­ña­les-Tal oder den Traum­strän­den im Os­ten. Da müs­sen wir hin …

So flie­gen wir am nächs­ten Mor­gen in den Os­ten.

Nach Hol­guín, wo so­wje­ti­sche Be­ton-Ar­chi­tek­tur und lie­bens­wer­te Zu­cker­bä­cker-Ko­lo­ni­al­bau­ten in fröh­li­cher Ein­tracht ste­hen. Ur­al­te Mo­tor­rä­der in 50erJah­re-Bon­bon­far­ben knat­tern ne­ben Pfer­de­fuhr­wer­ken und mo­der­nen Au­tos durch die Stra­ßen. Noch schö­ner ist die Um­ge­bung der Pro­vinz­haupt­stadt. Mit ei­nem Leih­wa­gen fah­ren wir zu dem 70 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Traum­strand Pla­ya Guard­a­la­va­ca, stür­zen uns in glas­kla­res Meer und ver­gra­ben die Fü­ße im Pu­der­zu­ckerSand. Wir füh­len uns wie der „Raf­fa­el­lo“-Wer­bung ent­sprun­gen!

Nach drei Ta­gen im Pa­ra­dies geht es nach San­tia­go de Cu­ba, Schmelz­tie­gel der Kul­tu­ren und Wie­ge der ku­ba­ni­schen Mu­sik. Hier wur­de auch der Stil des le­gen­dä­ren Bue­na Vis­ta So­ci­al Club ge­bo­ren. Mit­ten in der Alt­stadt liegt die be­rühm­tes­te Mu­sik-Stra­ße Ku­bas: die Cal­le He­re­dia, in der vie­le Kon­zer­te statt­fin­den. Es ist Sams­tag, die Stim­mung un­be­schreib­lich, die Luft vi­briert. An al­len Ecken, aus Bars und Re­stau­rants er­tönt Mu­sik. Mal fröh­li­cher Mam­bo oder Sal­sa, mal me­lan­cho­li­scher Tan­go oder hip­per Reg­gae. Wir schlen­dern im Takt zu un­se­rem Ziel: die „Ca­sa de la Tro­va“, ei­ne Mu­sik-In­sti­tu­ti­on. Der Raum ist bre­chend voll, auf ei­ner klei­nen Holz­büh­ne steht ein jun­ges Mäd­chen. Sie singt von der ewi­gen Lie­be zu ih­rer Hei­mat Ku­ba. Wir las­sen uns mit­rei­ßen, wie­gen uns mit den Ku­ba­nern im Takt – und füh­len die Lie­be zu die­ser In­sel und die­sen wun­der­ba­ren Men­schen. •

FARbSpIELE Mit den Blu­men um die Wet­te leuch­ten die ku­ba­ni­schen Frau­en in ih­ren Trach­ten

AuS got­tES tuSch­kAStEN Tür­ki­ses Was­ser, wei­ßer Sand, Pal­men – an den Pla­y­as del Es­te vor Ha­van­na wer­den Ka­ri­bik-Träu­me wahr

VeR liebt in Ku­ba MEINS-Au­tor Mar­kus Dietsch ist über­wäl­tigt: „Je­des Fleck­chen hier ist er­füllt von Rhyth­mus und Le­bens­freu­de!“

DER SoN­NE ENt­gE­gEN Ha­van­nas Herz schlägt am Malecón, der be­rühm­ten Ufer­pro­me­na­de. Nach Son­nen­un­ter­gang tan­zen hier Jung und Alt

ALT­STADT-RO­MAN­TIK Auf der Pla­za Vie­ja mit­ten in Ha­van­na tum­meln sich die Rei­chen und Schö­nen

Zei­t­rei­se Im pin­ken 95er-Pon­ti­ac geht es für MEINS-Re­dak­teur Mar­kus Dietsch ein­mal quer durch Ha­van­na

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