Ab­schied für im­mer

Meins - - Mein Leben -

Wäh­rend bei uns Trau­er­fei­ern tod­erns­te Ze­re­mo­ni­en sind, ze­le­brie­ren an­de­re Kul­tu­ren oft ein fröh­li­ches fest. Wenn im afri­ka­ni­schen To­go ein Mensch stirbt, wird er mit einer gro­ßen Fa­mi­li­en­fe­te ver­ab­schie­det, die zwi­schen zwei Ta­ge und ei­nem Mo­nat dau­ert. Auch in Gha­na sind Be­er­di­gun­gen fröh­lich – und die Sär­ge bun­te Kunst­stü­cke. Statt Ei­che rus­ti­kal Flug­zeu­ge, Büf­fel, Boo­te, die von den Vor­lie­ben des Ver­stor­be­nen er­zäh­len. To­ten­ru­he hin­ge­gen ist vie­len afri­ka­ni­schen Kul­tu­ren – und auch Ju­den – sehr hei­lig. Nie wird ein Gr­ab ein zwei­tes Mal ver­ge­ben! Bi­zarr sind die Ri­tua­le der Tor­a­ja in In­do­ne­si­en: Sie woh­nen oft Mo­na­te oder Jah­re mit den ein­bal­sa­mier­ten To­ten un­ter ei­nem Dach, wa­schen und klei­den sie, bis das Geld und al­le Ver­wand­ten für die auf­wen­di­ge Be­stat­tung zu­sam­men sind. Im Ri­tu­al Ma’Ne­ne wer­den die Mu­mi­en al­le paar Jah­re aus ih­ren St­eins­är­gen ge­holt, ge­wa­schen, neu ge­klei­det und durchs Dorf ge­tra­gen. Für uns ma­ka­ber – für die Tor­a­ja ein Akt der (Nächs­ten-) Lie­be!

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