Die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung

Sie ist ein es­sen­zi­el­les Vor­sor­ge-Do­ku­ment, das uns bei ge­sund­heit­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten ab­si­chert

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Nicht je­der, der durch Un­fall oder Krank­heit schwe­re geis­ti­ge und kör­per­li­che Schä­den er­lei­det, möch­te am Le­ben er­hal­ten wer­den. Da­mit das im Ernst­fall nicht doch pas­siert und wir nicht mehr re­agie­ren kön­nen, le­gen wir mit­hil­fe einer Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung fest, wie mit uns in sol­chen Si­tua­tio­nen ver­fah­ren wer­den soll.

Was ist der Kern einer Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung?

Wir kön­nen für Si­tua­tio­nen, in de­nen wir nicht mehr ei­gen­stän­dig ent­schei­den kön­nen, Vor­keh­run­gen tref­fen, z. B. in­dem wir künst­li­che Be­at­mung un­ter­sa­gen. Hier ist es aber ganz wich­tig, dass wir ge­sund­heit­li­che Ein­bu­ßen skiz­zie­ren und nicht Krank­hei­ten auf­zäh­len. Dar­über hin­aus kön­nen wir auch Wün­sche zur Be­hand­lung, Pfle­ge und auch zur Seel­sor­ge im Do­ku­ment fest­hal­ten. In­fo: Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung kann z. B. um per­sön­li­che Wert­vor­stel­lun­gen so­wie die re­li­giö­se An­schau­ung er­gänzt wer­den. Das ist nicht not­wen­dig, kann aber un­se­re Ent­schei­dun­gen plau­si­bler ma­chen.

Brau­chen wir zum Ver­fas­sen ei­nen No­tar?

Grund­sätz­lich ist ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung wirk­sam, wenn sie schrift­lich ver­fasst ist. Im Ge­gen­satz zum Tes­ta­ment (s. Sei­te 68) muss sie nicht hand­schrift­lich ver­fasst sein, wir müs­sen nur ei­gen­hän­dig un­ter­zeich­nen oder – falls wir das nicht mehr kön­nen – durch ei­ne no­ta­ri­el­le Be­glau­bi­gung be­stä­ti­gen, dass wir noch ge­schäfts­fä­hig sind. Das Do­ku­ment soll­te mög­lichst auch

da­tiert sein, da­mit deut­lich wird, dass wir sie per­sön­lich vor­ge­nom­men ha­ben.

Wie for­mu­lie­ren wir rich­tig?

Von ei­ge­nen For­mu­lie­rungs­ver­su­chen soll­ten wir ab­se­hen, wenn wir uns nicht ge­nü­gend aus­ken­nen. Nut­zen wir lie­ber An­re­gun­gen und Ori­en­tie­rungs­hil­fen von au­to­ri­sier­ten Stel­len wie dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz.

Brau­chen wir ärzt­li­chen Rat?

Vie­le Pa­ti­en­ten­ver­fü­gun­gen set­zen vor­aus, dass ein Arzt be­stä­tigt, uns be­ra­ten zu ha­ben. Das ist je­doch kei­ne Pflicht, und es macht nur Sinn, wenn sich der be­han­deln­de Arzt auf dem Ge­biet aus­kennt, weil er auf­klä­ren und uns Zwei­fel bei be­stimm­ten Ent­schei­dun­gen neh­men soll.

Tipp: Es wird aber emp­foh­len, sich im­mer auf die Mei­nung ei­nes kom­pe­ten­ten Arz­tes zu stüt­zen.

Was müs­sen wir bei Vor­dru­cken aus dem In­ter­net be­ach­ten?

Wenn wir nicht wis­sen, wo die Do­ku­men­te her­kom­men, bit­te mit Vor­sicht ge­nie­ßen. Nicht al­les, was dort steht, ist auch rich­tig. Ver­las­sen soll­ten wir uns ge­nau wie bei den For­mu­lie­run­gen nur auf die Hil­fe­stel­lung au­to­ri­sier­ter Stel­len (s. Sei­te 69).

Wo be­wah­ren wir die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung am bes­ten auf?

So, dass der be­han­deln­de Arzt und die Ver­trau­ens­per­son schnell dran­kom­men. Als Ver­trau­ens­per­son be­stim­men wir je­man­den, der uns na­he­steht und im Ernst­fall mit der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung nach un­se­rem Wil­len ent­schei­det.

Tipp: Wir tra­gen idea­ler­wei­se im­mer ei­nen klei­nen Hin­weis bei uns, wo sich die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung be­fin­det.

Muss die Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert wer­den?

Das ist nicht vor­ge­schrie­ben, kann aber Vor­tei­le ha­ben. Es kann sin­voll sein, sie in be­stimm­ten Zeit­ab­stän­den, z. B. jähr­lich, zu er­neu­ern oder zu be­stä­ti­gen. Grund: Wir kön­nen nicht vor­aus­se­hen, ob sich un­se­re Mei­nung zu be­stimm­ten Si­tua­tio­nen nicht noch ein­mal än­dert oder wie sich un­ser Ge­sund­heits­zu­stand ver­än­dern wird.

Wie fin­den wir die rich­ti­ge Ver­trau­ens­per­son?

Das ist oft gar nicht so leicht, schließ­lich ist es ei­ne gro­ße Ver­ant­wor­tung, wenn es im Not­fall um le­bens­wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen geht. Die Ver­trau­ens­per­son muss al­so ge­nau wis­sen, wor­auf sie

sich ein­lässt. Wir soll­ten ihr Zeit ge­ben, sich mit der Si­tua­ti­on an­zu­freun­den und zu über­le­gen, ob sie sich in der Rol­le wohl­fühlt. Tipp: In der Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung hal­ten wir schrift­lich fest, was wir mit un­se­rer Ver­trau­ens­per­son be­spro­chen ha­ben.

CHIll­out Ha­ben wir für al­les vor­ge­sorgt, kön­nen wir uns zu­rück­leh­nen

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