Die Vor­sor­ge­voll­macht

Ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung wen­det sich an den Arzt, die Vor­sor­ge voll­macht be­voll­mäch­tigt je­man­den

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Die Vor­sor­ge­voll­macht ist ei­ne Art An­füh­rer un­ter den Voll­mach­ten, wenn es um die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung im Al­ter geht. In der Re­gel kön­nen wir weit­rei­chen­de Vor­keh­run­gen tref­fen, die auch dem In­halt einer Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung gleich­kom­men (Es spricht aber nichts da­ge­gen, ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung se­pa­rat auf­zu­set­zen).

Was re­gelt die Vor­sor­ge­voll­macht?

Mit die­sem Do­ku­ment kön­nen wir ei­ne oder meh­re­re Per­so­nen be­auf­tra­gen, in un­se­rem Na­men Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und Ver­trä­ge ab­zu­schlie­ßen. Das kön­nen z. B. fi­nan­zi­el­le An­ge­le­gen­hei­ten, Pos­ta­li­sches, Be­hör­den­gän­ge und Rechts­ge­schäf­te sein.

Wer soll un­se­re An­ge­le­gen­hei­ten re­geln?

Wol­len wir meh­re­re Per­so­nen be­voll­mäch­ti­gen, könn­te das schwie­rig wer­den. Grund­sätz­lich soll­ten die Be­voll­mäch­tig­ten in der Nä­he woh­nen, da­mit sie im Ernst­fall nicht erst ein­flie­gen müs­sen. Be­stimm­te Ent­schei­dun­gen müs­sen oft schnell ge­trof­fen wer­den. Be­den­ken soll­ten wir au­ßer­dem, dass es bei meh­re­ren Per­so­nen zum Streit kom­men kann – auch wenn sie sich bis­lang bes­tens ver­ste­hen. Wol­len wir un­be­dingt meh­re­re fest­le­gen, be­voll­mäch­ti­gen wir je­den für ei­nen be­stimm­ten Be­reich bzw. set­zen für je­den Be­reich ei­ne ei­ge­ne Ver­si­on auf.

Müs­sen wir die Voll­macht be­glau­bi­gen las­sen?

Nein, wir brau­chen zum Ver­fas­sen kei­nen No­tar. Aus­nah­me: Je­mand soll un­se­re Im­mo­bi­lie ver­wal­ten (s. Sei­te 65).

Wann ist ei­ne Vor­sor­ge­voll­macht gül­tig?

Sie ist so­fort gül­tig, wenn der be­schrie­be­ne Ernst­fall ein­tritt und so­lan­ge wir sie nicht wi­der­ru­fen. Das kön­nen wir je­der­zeit oh­ne An­ga­be von Grün­den tun – al­ler­dings nur, so­lan­ge wir ge­schäfts­fä­hig sind. Wir las­sen uns dann das Ori­gi­nal vom Be­voll­mäch­tig­ten zu­rück­ge­ben.

die Per­son un­se­res Ver­trau­ens han­delt nicht in un­se­rem Sin­ne. Was nun?

Im Un­ter­schied zur Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung wird der Be­voll­mäch­tig­te nicht vom Be­treu­ungs­ge­richt kon­trol­liert. Soll­te es je­doch sein, dass das Be­treu­ungs­ge­richt fest­stellt (z. B. durch den Tipp ei­nes An­ge­hö­ri­gen), dass der Be­voll­mäch­tig­te ent­ge­gen un­se­ren Wil­len han­delt, kann es ei­nen Kon­troll­be­treu­er ein­set­zen, der un­se­re Rech­te ge­gen­über dem Be­voll­mäch­tig­ten ver­tritt.

Kann ei­ne Vor­sor­ge­voll­macht er­wei­tert wer­den?

Ja, un­ser Wer­te­ver­ständ­nis mit ei­ge­nen Wor­ten zu for­mu­lie­ren ist im­mer sinn­voll. Das kann näm­lich da­bei hel­fen, dass un­se­re Wün­sche mög­lichst prä­zi­se um­ge­setzt wer­den. MUSTER-DO­KU­MENT GEFÄLLIG? In die­sem Heft gibt es ei­ne au­to­ri­sier­te Vor­sor­ge­voll­macht zum Raus­neh­men!

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