Hoff­nung nach eu-ur­teil –

wer­den Me­di­ka­men­te bil­li­ger?

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Wie kam es zu dem Ur­teil?

Die Deut­sche Par­kin­son Ver­ei­ni­gung hat­te mit der nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ke DocMor­ris Bo­ni aus­ge­han­delt. Dar­auf­hin klag­te die deut­sche Zen­tra­le zur Be­kämp­fung un­lau­te­ren Wett­be­werbs vor dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) – und ver­lor! Der EuGH for­dert ei­ne Chan­ce auf fai­ren Wett­be­werb und kipp­te das Ge­setz zur Preis­bin­dung für Me­di­ka­men­te.

War­um ha­ben wir über­haupt ei­ne Preis­bin­dung?

Beim Ein­lö­sen ei­nes Re­zepts in der Apo­the­ke spielt der Preis für Pa­ti­ent, Arzt und Apo­the­ke zu­nächst kei­ne Rol­le, die Kran­ken­kas­se zahlt. Aber: Die fi­nan­ziert der Ver­si­cher­te. Zu des­sen Schutz hat das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um Preis­re­ge­lun­gen ent­wi­ckelt, um die Bei­trä­ge sta­bil zu hal­ten.

Wie set­zen sich die Prei­se zu­sam­men?

Phar­ma­un­ter­neh­men ent­schei­den prin­zi­pi­ell selbst, zu wel­chem Preis sie ein ver­schrei­bungs­pflich­ti­ges Me­di­ka­ment ver­kau­fen. Groß­han­del und Apo­the­ken er­he­ben auf ih­re Ein­kaufs­prei­se ei­nen ge­setz­li­chen Zu­schlag, hin­zu kommt ein fest­ge­leg­tes Ho­no­rar für den Not­dienst. Für ein Me­di­ka­ment mit Re­zept zah­len wir bis­her über­all das Glei­che.

Ach­tung: Bei re­zept­frei­en Me­di­ka­men­ten kön­nen Apo­the­ken frei kal­ku­lie­ren, Preis­ver­glei­che loh­nen sich!

Was be­deu­tet das für uns als Pa­ti­en­ten?

Ei­ne kla­re Ant­wort gibt es noch nicht. Pro­fi­tie­ren könn­ten chro­nisch Kran­ke, die dau­er­haft auf Me­di­ka­men­te und Zu­zah­lun­gen an­ge­wie­sen sind. Schwie­rig wä­re es für äl­te­re Men­schen oh­ne In­ter­net – denn der Ver­sand­han­del kann die orts­na­he Ver­sor­gung nicht er­set­zen. Si­cher­lich könn­te ein Wett­be­werb ent­ste­hen, der uns nützt. Nicht zu­letzt, weil die Kas­sen Kos­ten und wir Ver­si­cher­te Bei­trä­ge spa­ren könn­ten.

Wel­che Prei­se sin­ken je­tzt? Die Prei­se der aus­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ken, die ab so­fort Ra­bat­te auf Me­di­ka­men­te mit Re­zept an­bie­ten dür­fen, z. B. auf An­ti­bio­ti­ka. Preis­sen­kun­gen gibt es mo­men­tan bei den bei­den größ­ten nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ken: 2 Eu­ro Ra­batt pro ver­schrie­be­ner Pa­ckung bei DocMor­ris (www.docmor­ris.de) und

Staf­fe­lun­gen bei der Eu­ro­pa-Apo­theek (www.eu­ro­pa-apo­theek.com) – je teu­rer die Arz­nei, des­to grö­ßer der Ra­batt. Aber: beim On­li­ne­kauf im­mer An­bie­ter und Ver­sand­kos­ten prü­fen!

Ob wir von dem EuGH-Ur­teil auf Dau­er pro­fi­tie­ren …

… ist of­fen. Der Deut­sche Apo­the­kenVer­band fürch­tet ein Apo­the­kenster­ben und will ein Ver­bot des On­li­neHan­dels mit Pil­len auf Re­zept. Das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um prüft der­zeit noch die Fol­gen. Prio­ri­tät ha­be ei­ne flä­chen­de­cken­de wohn­ort­na­he Ver­sor­gung. Aus­gang al­so un­ge­wiss!

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