Die un­be­kann­te Krank­heit

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Pro­ble­me im Be­ruf und im Pri­vat­le­ben kön­nen auf ei­ne un­er­kann­te Er­kran­kung hin­wei­sen N eu­es­te Un­ter­su­chun­gen be­le­gen, dass ei­ni­ge der häu­figs­ten Sym­pto­me psy­chi­scher Er­kran­kun­gen oft falsch be­han­delt wer­den. Da­zu zäh­len vor al­lem de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen, nur schwer kon­trol­lier­ba­re Ag­gres­sio­nen, star­ke Angst­ge­füh­le und Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten. Die Dia­gno­se lau­tet in der Re­gel„ De­pres­si­on “oder „Angst­stö­rung“. Be­han­delt wird dann meis­tens mit ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus Me­di­ka­men­ten und ei­ner Ver­hal­tens the­ra­pie. Doch vie­len Be­trof­fe­nen ver­schafft das kaum Lin­de­rung. Der Grund: Die wah­re Ur­sa­che ih­rer Lei­den ist ei­ne nicht er­kann­te Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit-Hy­per­ak­ti­vi­täts­stö­rung (ADHS). Bei Kin­dern ge­hört ADHS zu den am häu­figs­ten fest­ge­stell­ten Krank­hei­ten, denn die Sym­pto­me sind in der Re­gel sehr ein­deu­tig. Bei Er­wach­se­nen ist die Er­kran­kung tat­säch­lich sehr viel schwie­ri­ger zu dia­gnos­ti­zie­ren. Denn die Be­trof­fe­nen ha­ben be­reits We­ge ge­fun­den, mit ih­rer ADHS um­zu­ge­hen: Et­wa in­dem sie ih­re Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on an­de­ren über­las­sen. Au­ßer­dem zeigt sich Hy­per­ak­ti­vi­tät nicht mehr so deut­lich wie bei Kin­dern. Trotz­dem lei­den vie­le Be­trof­fe­ne un­ter gro­ßen Pro­ble­men bei der All­tags­be­wäl­ti­gung. Es fällt ih­nen schwer, Part­ner­schaf­ten auf­recht zu er­hal­ten oder ei­ner ge­re­gel­ten Be­rufs­tä­tig­keit nach­zu­ge­hen. Me­di­zi­ner füh­ren das auf ei­nen ge­stör­ten Ge­hirn­stoff­wech­sel zu­rück, der zu ei­ner man­geln­den Im­puls­kon­trol­le und zu Kon­zen­tra­ti­ons­ein­schrän­kun­gen führt. Die Stö­rung tritt im Kin­des­al­ter auf, bleibt bei et­wa 60 Pro­zent der Pa­ti­en­ten aber bis ins Er­wach­se­nen­al­ter be­ste­hen. Doch genau dann wird sie eben häu­fig nicht mehr er­kannt. Da­bei kön­nen Be­trof­fe­ne mit den rich­ti­gen the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men und Me­di­ka­men­ten in der Re­gel wie­der ein er­füll­tes Le­ben füh­ren – und die mit der Krank­heit ein­her­ge­hen­de Krea­ti­vi­tät wie­der frei ent­fal­ten.

Ver­steck­te Sym­pto­me Er­wach­se­ne mit ADHS wir­ken nach au­ßen oft ru­hig, trotz star­ker in­ne­rer Un­ru­he

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