Im Schnee ha­be ich mich un­sterb­lich Ver­liebt

Meins - - Mein Leben -

Mein Mann und ich sind ab­so­lu­te Win­ter­sport­fans. Auf den Ski­ern durch die wei­ße Land­schaft glei­ten – und wenn dann auch noch die Son­ne scheint und al­les glit­zert –, das ist ein­fach herr­lich. Ich füh­le mich dann so frei und leicht. An­schlie­ßend ei­nen Glüh­wein und zu Hau­se in die Sau­na – per­fek­ter kann ein Win­ter­tag nicht sein! Manch­mal ma­chen wir auch ei­ne Wan­de­rung, ich lie­be es, wenn der Schnee un­ter den Stie­feln knirscht und du das Ge­fühl hast, in die­ser stil­len, wei­ten Welt bist du ganz al­lein! Ich bin

schon als Kind mit mei­nen Groß­el­tern in die Ber­ge ge­fah­ren, mei­ne Oma war ein ab­so­lu­tes Ass auf Ski­ern, aber sie hat mir auch das Schlitt­schuh­lau­fen bei­ge­bracht. Das wa­ren im­mer die schöns­ten Fe­ri­en des Jah­res. Ob­wohl ich Ber­ge an sich nicht son­der­lich moch­te – ich bin am Meer auf­ge­wach­sen. Und ich ha­be auch da den Win­ter ge­liebt. Die Schnee­we­hen am Strand, in die wir uns stürz­ten, und die fet­ten Eis­schol­len, auf de­nen wir übers Was­ser ge­lau­fen sind. Es gibt ja die Theo­rie, im Ur­laub su­chen wir den Kon­trast zum All­tag, auch land­schaft­lich. Al­so wer in den Ber­gen lebt, liebt das Meer und um­ge­kehrt. Klar seh­ne ich mich jetzt oft nach Strand und Was­ser, aber weil ich es ver­mis­se – und na­tür­lich auch mei­ne Fa­mi­lie und die al­ten Freun­de. Vor fast 30 Jah­ren bin ich nach Bay­ern ge­zo­gen – mei­nem Mann zu­lie­be. Wir ha­ben uns in ei­nem Ski­kurs ken­nen­ge­lernt. Er war der Leh­rer, der Klas­si­ker eben. Ei­ne ech­te Schnee­lie­be. Hät­te ich mir nie träu­men las­sen. An­schlie­ßend hat er mich zu ei­ner Schlit­ten­fahrt ein­ge­la­den, mit Glöck­chen, La­ter­nen und Pick­nick­korb. Und da war es um mich ge­sche­hen! Zwei Jah­re lang führ­ten wir ei­ne Wo­chen­end­be­zie­hung, ein ganz schön teu­rer Spaß und auch schwer mit dem Be­rufs­le­ben zu ver­ein­ba­ren. Al­so stand ich vor der

Wahl: der Mann oder das Meer! Ich kann über­all ar­bei­ten, für ihn war das schwie­ri­ger. Leicht­ge­fal­len ist mir der Um­zug nicht. Be­reut ha­be ich es aber nie! Viel­leicht zau­bert mir Schnee des­halb au­to­ma­tisch ein Lä­cheln ins Ge­sicht, weil er mich an die leicht­fü­ßi­gen Zei­ten er­in­nert, als wir frisch ver­liebt durchs Le­ben gin­gen. Ge­sa, 63

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