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Die „Peg­gy Gug­gen­heim Collec­tion“in Ve­ne­dig ist et­was ganz Be­son­de­res. Nicht we­gen der welt­be­rühm­ten Kunst­samm­lung, die dort zu se­hen ist, das na­tür­lich auch. So rich­tig be­son­ders macht die­sen Pa­laz­zo, dass man als Be­su­che­rin in­mit­ten der pri­va­ten Wohn­räu­me die­ser wil­den, mil­lio­nen­schwe­ren Ame­ri­ka­ne­rin steht.

1948 kam die er­bin des Kauf­haus-im­pe­ri­ums nach Ve­ne­dig,

um ih­re Samm­lung auf der re­nom­mier­ten „Bi­en­na­le“zu zei­gen. Und weil sie Ame­ri­ka eh nicht mehr lei­den konn­te, kauf­te sich die gu­te Peg­gy di­rekt ei­nen leer ste­hen­den Pa­last aus dem 18. Jahr­hun­dert, schön ge­le­gen am Ca­nal Gran­de, wo die Schiff­chen in der Son­ne glit­zern, und plat­zier­te dau­er­haft ih­re Aus­stel­lung dort. Die Ita­lie­ner nann­ten sie „die ver­rück­te Ame­ri­ka­ne­rin“. Kein Wun­der! Peg­gy, die größ­te Kun­stMä­ze­nin des 20. Jahr­hun­derts, rock­te die Was­ser-Stadt: Die Wer­ke von Klee, Kand­ins­ky, Lé­ger hin­gen bei ihr überm So­fa, Cha­gall und Miró schrie­ben an ih­rem Ess­tisch (an dem sie hier rechts sitzt) ins Gäs­te­buch. Peg­gys Son­nen­bril­len sind so le­gen­där wie ih­re Af­fä­ren mit Künst­lern wie Max Ernst, Jack­son Pol­lock, Sa­mu­el Be­ckett usw. Ih­re ve­ne­zia­ni­schen Par­tys wa­ren be­rüch­tigt für schlech­tes Es­sen und zu vie­le Drinks. Al­le ka­men sie, um Teil die­ses schril­len Le­bens zu sein, das jetzt auf DVD er­schie­nen ist.

„Peg­gy gug­gen­heim – ein Le­ben für die Kunst“

ist ein groß­ar­ti­ger Film! Die an­rüh­ren­de Le­bens­ge­schich­te ei­ner nam­haf­ten Er­bin, die früh ih­ren Va­ter auf der „Ti­ta­nic“ver­lor und 1919 mit ih­rer Voll­jäh­rig­keit 450 000 Dol­lar erb­te. Peg­gy floh aus dem Nest und kos­te­te das Le­ben in vol­len Zü­gen aus bis zu ih­rem Tod 1979. Sie ist ne­ben ih­ren Hun­den im Pa­last­gar­ten be­er­digt. •

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