DeR Blick zu­Rück macht staRk füRs Aben­teu­eR Le­ben

Meins - - Mein Leben -

Das Le­ben gleicht ei­ner Rei­se, Sil­ves­ter ei­nem Mei­len­stein“, hat Theo­dor Fon­ta­ne mal ge­sagt. Das wür­de ich un­ter­schrei­ben! Das Jah­res­en­de ist für mich mehr Mei­len­stein als et­wa

mein Ge­burts­tag. Ich ha­be dann so ein ganz in­ten­si­ves Ge­fühl von: Schluss­strich zie­hen und mor­gen

ganz neu an­fan­gen. In Wahr­heit än­dert sich ja nicht viel, will ich ja auch gar nicht, aber ich ha­be das Ge­fühl, es liegt ei­ne un­end­lich wei­te, freie Stre­cke Zeit vor mir. Für mei­nen

Mann und mich ist der 31. De­zem­ber so­gar dop­pel­ter Grund, Rück­schau zu hal­ten: Wir ha­ben uns auf ei­ner Sil­ves­ter­par­ty ken­nen­ge­lernt. Und den­ken oft ganz be­wusst zu­sam­men an un­se­re ge­mein­sa­me Zeit zu­rück. Vom ers­ten Kuss bis zum Trau­al­tar, das ers­te Kind … Nicht un­be­dingt an Sil­ves­ter, aber doch in der Win­ter­zeit. Da ha­ben wir Mu­ße, uns zu­rück­zu­be­sin­nen, in al­ten Fo­tos zu wüh­len. Manch­mal schau­en wir uns mit den Kin­dern auch die Fil­me an, die wir von ih­nen ge­dreht ha­ben. Das ist lus­tig, manch­mal auch ein biss­chen weh­mü­tig. Denn Ame­lie, un­se­re Kleins­te, ha­ben wir ver­lo­ren. Wir sa­gen im­mer, wir ha­ben vier Kin­der, auch wenn es nur noch

drei sind. Sie ist im­mer bei uns, aber wenn wir sie in den al­ten Film­chen se­hen, spü­ren wir wie­der, wie es war, als es sie noch gab. Das ist üb­ri­gens über­haupt nicht trau­rig. Im Ge­gen­teil: Sie war ein fröh­li­ches, wirk­lich sü­ßes Kind. Und es war ein Glück, sie ge­habt zu ha­ben, weil sie un­ser Le­ben be­rei­chert hat. Viel­leicht auch des­halb, weil wir ja im­mer wuss­ten, dass wir sie nicht lan­ge ha­ben wür­den. Ich per­sön­lich den­ke, dass auch Trau­er und Kri­sen – und die hat es in 36 ge­mein­sa­men Jah­ren mit drei doch sehr ei­gen­sin­ni­gen Kin­dern nicht we­ni­ge ge­ge­ben – uns reich ma­chen. Das Rin­gen um Lö­sun­gen, die Er­leich­te­rung, wenn durch fins­te­re Wol­ken wie­der die Son­ne bricht, das Ge­fühl, viel ge­mein­sam ge­schafft zu ha­ben – dar­an wach­sen wir ja auch – als Per­son, aber auch als Fa­mi­lie. Des­halb ist es gut, sich ge­le­gent­lich be­wusst an ein­zel­ne Etap­pen zu er­in­nern – das schweißt uns auch zu­sam­men. Und wir sind ge­stärkt fürs Aben­teu­er Le­ben! In­grid, 64

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