Mehr Ren­te!

Die Ren­te auf­pep­pen? Kann klap­pen – mit den rich­ti­gen In­si­der-In­fos. Wel­che das sind, ver­rät An­ke Voss, Ren­ten­be­ra­te­rin beim Bun­des­ver­band der Ren­ten­be­ra­ter e.V.

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

Die­se sie­ben Tricks soll­ten wir ken­nen

Egal, ob wir be­reits Ren­te be­kom­men oder sie erst noch be­an­tra­gen wol­len – mit den rich­ti­gen Knif­fen ho­len wir mehr raus! Ste­hen wir z. B. kurz vor ei­nem An­trag, soll­ten wir uns Ge­dan­ken um den ge­nau­en Ren­ten­ein­tritt ma­chen. Be­kom­men wir in un­se­rem Job Ur­laubs­o­der Weih­nachts­geld, neh­men wir das lie­ber mit, statt uns kurz vor­her in den Ru­he­stand zu ver­ab­schie­den.

Au­ßer­dem kann ein über­leg­ter Ren­ten­ein­tritt Steu­er­vor­tei­le ha­ben. Wer 2018 in Ren­te geht, muss 76 Pro­zent sei­ner Brut­to­ren­te ver­steu­ern. Es kann sich al­so loh­nen, noch für 2017 ei­nen Ren­ten­an­trag zu stel­len, denn dann müs­sen wir nur 74 Pro­zent ver­steu­ern (In­fo: Je­des Jahr steigt der steu­er­pflich­ti­ge An­teil für Neu-Rent­ne­rin­nen um zwei Pro­zent, ab 2020 um ein Pro­zent, bis 2040 100 Pro­zent er­reicht sind). Tipp: Es ist rat­sam, die letz­ten Ren­ten­be­schei­de vor un­se­rem ge­plan­ten Ru­he­stand von ei­nem un­ab­hän­gi­gen Ren­ten­be­ra­ter (s. In­fo rechts) über­prü­fen zu las­sen. So ha­ben wir die Op­ti­on, mög­li­che Lü­cken zu schlie­ßen und uns z. B. feh­len­de Kin­der­er­zie­hungs­zei­ten an­rech­nen zu las­sen.

1 Neue Hin­zu­ver­dienst­gren­ze ab 1. Ju­li 2017

Ab Som­mer sol­len die Mög­lich­kei­ten ei­nes Hin­zu­ver­diens­tes fle­xi­bler wer­den. Das heißt, dass wir auch vor Er­rei­chen der Re­gel­al­ters­gren­ze bis zu 6300 Eu­ro pro Jahr an­rech­nungs­frei hin­zu­ver­die­nen dür­fen. Nach al­tem Recht liegt die Gren­ze bei 450 Eu­ro pro Mo­nat (zwei­mal pro Ka­len­der­jahr bis 900 Eu­ro). Ist der Be­trag hö­her, re­du­ziert sich die Ren­te in Stu­fen – z. B. auf zwei Drit­tel oder die Hälf­te. Un­be­grenzt zu­ver­die­nen kön­nen wir erst, wenn die Re­gel­al­ters­gren­ze er­reicht ist.

3 Län­ger ar­bei­ten, mehr Ren­te kas­sie­ren

Je län­ger wir Bei­trä­ge zah­len, des­to hö­her wird

un­se­re Ren­te. Wie das geht? Ar­bei­ten wir nach Er­rei­chen der Re­gel­al­ters­gren­ze noch wei­ter, wer­den wir von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung bei ei­nem spä­te­ren Ren­ten­ein­tritt mit ei­nem Plus be­lohnt. Für je­den Mo­nat, den wir mehr ar­bei­ten, fällt un­se­re Al­ters­ren­te um 0,5 Pro

zent hö­her aus. In­fos da­zu: www. deut­sche-ren­ten­ver­si­che­rung.de

2 Al­te Ver­si­che­run­gen über­prü­fen

Er­werbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­run­gen oder auch Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­run­gen sind im Ren­ten­al­ter nicht mehr so wich­tig wie da­vor. Über­le­gen wir uns al­so, wel­che wir brau­chen und wel­che

wir kün­di­gen kön­nen, um Geld zu spa­ren. Möch­ten wir ne­ben der Ren­te je­doch eh­ren­amt­lich ar­bei­ten, soll­ten wir dar­auf ach­ten, dass wir

un­fall­ver­si­chert sind. Bei ein­ge­tra­ge­nen Ver­ei­nen ist das i. d. R. der Fall.

4 Steu­er­last ganz le­gal ver­rin­gern

Da­zu müs­sen wir nur ei­ne Steu­er­er­klä­rung ab­ge­ben und be­stimm­te Pos­ten gel­tend ma­chen. Dar­un­ter fal­len z. B. Wer­bungs­kos­ten (102 Eu­ro), Son­der­aus­ga­ben­pau­scha­le (36 Eu­ro) und Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen (bis zu 1544 Eu­ro). MEINS-Tipp: So ist es un­ter Um­stän­den mög­lich, die Kos­ten für ei­nen Ren­ten- oder Steu­er­be­ra­ter von der Steu­er ab­zu­set­zen oder Aus­ga­ben für Zahn­er­satz und Kran­ken­pfle­ge als Son­der­aus­ga­ben an­zu­ge­ben.

5 Ab­schlä­ge durch frei­wil­li­ge Zah­lun­gen re­du­zie­ren

Wer be­reits vor Er­rei­chen der Re­gel­al­ters­gren­ze in den Ru­he­stand ge­hen möch­te, muss be­kannt­lich zu­wei­len mit ho­hen Ab­schlä­gen rech­nen. Die kön­nen wir je­doch durch Ein­mal­zah­lun­gen, so­ge

nann­te frei­wil­li­ge Zah­lun­gen, mi­ni­mie­ren. Der­zeit kön­nen wir da­mit ab 55 Jah­ren be­gin­nen. Im Zu­ge der Fle­xi-Ren­te sol­len wir uns für die­se Mög­lich­keit schon ab ei­nem Al­ter von 50 Jah­ren ent­schei­den kön­nen. Die Re­ge­lung wird ab 1. Ja­nu­ar 2017 in Kraft tre­ten. Wie hoch der Aus­gleichs­be­trag aus­fal­len wird, muss al­ler­dings in­di­vi­du­ell be­rech­net wer­den. Auch ob wir in Ra­ten zah­len kön­nen oder lie­ber al­les auf ein­mal be­glei­chen, er­fah­ren wir durch ei­ne be­son­de­re Aus­kunft bei der Ren­ten­ver­si­che­rung.

6 Wer pflegt, kann in die Ren­te ein­zah­len

Pfle­gen wir ei­nen An­ge­hö­ri­gen und sind noch be­rufs­tä­tig (nicht mehr als 30 St­un­den pro Wo­che), ha­ben wir ei­nen An­spruch auf Zah­lung von Ren­ten­bei­trä­gen. Da­mit er­hö­hen wir un­se­re spä­te­re Al­ters­ren­te. Da­für müs­sen be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein: Der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge hat min­des­tens den Pfle­ge­grad 2 (Pfle­ge­stu­fen wer­den ab dem 1. Ja­nu­ar 2017 durch fünf Pfle­ge­gra­de er­setzt), und wir wen­den min­des­tens zehn St­un­den pro Wo­che für die Pfle­ge auf. In­fo: Die zehn Pfle­ge­stun­den müs­sen auf min­des­tens zwei Ta­ge ver­teilt sein.

7 Wer schwer­be­hin­dert ist, kann frü­her in Ren­te ge­hen

Men­schen mit Schwer­be­hin­de­rung kön­nen 2017 ab­schlags­frei in Ren­te ge­hen. Vor­aus­set­zung: 1954 ge­bo­ren und 63 Jah­re und acht Mo­na­te alt. Ei­ne vor­zei­ti­ge Ren­te ist mit 60 Jah­ren und acht Mo­na­ten (Ab­schlag von 10,8 Pro­zent) mög­lich. Als schwer­be­hin­dert gilt, wer ei­nen Grad von min­des­tens 50 hat. Den ha­ben wir u. U. auch nach ei­ner er­folg­rei­chen Krebs­be­hand­lung. Tipp: prü­fen las­sen und ei­nen An­trag bei der Kreis­ver­wal­tung stel­len. Der Be­hin­der­ten­aus­weis muss bei Ren­ten­be­ginn gül­tig sein.

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