Bei dir piept’s wohl …

Nicht mehr! Schluss mit dem Tin­ni­tus

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Manch­mal tau­chen sie wie aus dem Nichts ein­fach auf, ein an­de­res Mal fan­gen sie lei­se an und stei­gern sich mit der Zeit bis ins Un­ter­träg­li­che: läs­ti­ge Ohr­ge­räu­sche. Dar­un­ter lei­den vie­le von uns, ge­nau­er ge­sagt: 20 Mil­lio­nen ha­ben schon ein­mal er­le­ben müs­sen, wie auf­rei­bend ein Tin­ni­tus sein kann.

Zum Glück tre­ten Sum­men, Brum­men, Kna­cken oder Pie­pen in vie­len Fäl­len nur vor­über­ge­hend auf. Doch bei fast drei Mil­lio­nen Be­trof­fe­nen blei­ben sie für im­mer! Im­mer­hin lernt rund die Hälf­te der Tin­ni­tus-Pa­ti­en­ten, im Lau­fe der Zeit bes­ser mit den Stör­fre­quen­zen im Ohr um­zu­ge­hen. Doch beim Rest wächst der Lei­dens­druck meist mit der Zeit an – ganz ein­fach, weil die Er­kran­kung zu­neh­mend das Pri­vat­und Be­rufs­le­ben be­ein­träch­tigt.

Aus­ge­löst wird das Lei­den häu­fig durch ei­ne trau­ma­ti­sche In­nen­ohr­schä­di­gung wie bei­spiels­wei­se durch ei­nen Knall oder zu lau­te Mu­sik. Ein wei­te­rer Übel­tä­ter ist Stress. Denn un­ter dem Ein­fluss des An­trei­berHor­mons Cor­ti­sol kön­nen sich kleins­te Blut­ge­fä­ße im Ohr dau­er­haft ver­en­gen. Das ir­ri­tiert dort die sen­si­blen Sin­nes­zel­len, die am Hör­vor­gang be­tei­ligt sind. In dem Fall ent­steht das Ohr­ge­räusch durch ei­ne feh­ler­haf­te Si­gnal­ver­ar­bei­tung. Aber auch Stö­run­gen an­de­rer Or­ga­ne wie des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems oder Eng­päs­se in der Hals­wir­bel­säu­le kön­nen den Lärm im Kopf ver­ur­sa­chen. Das trifft vor al­lem die äl­te­ren Pa­ti­en­ten.

Wie ge­nau ein Tin­ni­tus ent­steht, ist bis­her nur in An­sät­zen er­forscht. Ge-

si­chert ist al­ler­dings, dass das akus­ti­sche Stör­feu­er in der so­ge­nann­ten Schne­cke des In­nen­oh­res ent­steht. Nor­ma­ler­wei­se fil­tern un­ser Hör­sys­tem und un­ser Ge­hirn un­wich­ti­ge Ge­räu­sche her­aus. An­dern­falls wür­den wir näm­lich al­les um uns her­um wahr­neh­men und ver­ar­bei­ten müs­sen! In­fol­ge kleins­ter Ver­let­zun­gen der fei­nen Sin­nes­här­chen im Ohr­in­ne­ren, zum Bei­spiel durch Lärm, Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen oder ei­nen Hör­sturz, wer­den je­doch nicht mehr al­le Tö­ne zu un­se­rem Bes­ten ge­fil­tert. Was be­deu­tet: Un­ser Ge­hirn ist schlicht­weg über­for­dert.

Lei­der bleibt die­ser Pro­zess nicht oh­ne Fol­gen, weil wir uns da­durch näm­lich im­mer mehr auf das Pie­pen oder Brum­men kon­zen­trie­ren. Und dann ist es so­gar ge­nau die­se er­höh­te Auf­merk­sam­keit, die den ver­meint­li­chen Lärm noch „lau­ter“wer­den lässt und un­se­re Wahr­neh­mung auf die fal­sche Fähr­te lenkt – der An­fang ei­nes Teu­fels­krei­ses.

Wir las­sen uns von Dr. na­tur wie­der in die ru­he brin­gen.

„Ohr­ge­räu­sche, die län­ger als ei­nen Tag an­hal­ten, sind ein me­di­zi­ni­scher Not­fall“, er­klärt Prof. Dr. Mat­thi­as Tisch, HNO-Arzt aus Ulm. „Je frü­her die Be­hand­lung be­ginnt, des­to bes­ser sind die Hei­lungs­chan­cen.“Ein wich­ti­ger The­ra­pie­bau­stein ist, die Fließ­fä­hig­keit des Blu­tes zu bes­sern. Da­bei kann ein Gink­goSpe­zi­alex­trakt hel­fen. Bis­lang gibt es je­doch nur ein Prä­pa­rat, des­sen Wir­kung bei Tin­ni­tus durch Stu­di­en be­legt ist („Te­bo­nin“, re­zept­frei aus der Apo­the­ke). „Der Pflan­zen­ex­trakt macht ro­te Blut­kör­per­chen elas­ti­scher und ver­bes­sert die Durch­blu­tung kleins­ter Ge­fä­ße“, so Prof. Dr. Tisch.

Wich­tig zu wis­sen: Es dau­ert et­wa zwei Wo­chen, bis sich das Ohr­ge­räusch nach re­gel­mä­ßi­ger und aus­rei­chend do­sier­ter Ein­nah­me (2-mal tägl. 120 mg) wahr­nehm­bar und ob­jek­tiv mess­bar ver­rin­gert. Zu­gleich wird auch die sub­jek­ti­ve Be­las­tung durch das Ohr­ge­räusch deut­lich ge­rin­ger. Bei ei­nem aku­ten Tin­ni­tus, der durch ein Trau­ma ver­ur­sacht wur­de, ver­bes­sert sich die Mi­kro­zir­ku­la­ti­on im In­nen­ohr, so­dass er so­gar ge­heilt wer­den kann. Aber auch den­je­ni­gen, die län­ger als drei Mo­na­te un­ter ei­nem Tin­ni­tus lei­den, kann durch ei­ne ge­ziel­te The­ra­pie mit dem Gink­goSpe­zi­alex­trakt ge­hol­fen wer­den.

Sind wir häu­fig im Stress, ist es wich­tig, Ent­span­nungs­tech­ni­ken zu er­ler­nen, da­mit wir Be­las­tun­gen bes­ser be­wäl­ti­gen kön­nen. „Par­al­lel zu der The­ra­pie wird auch hier der Gink­go-bi­lo­ba-Spe­zi­alex­trakt ver­schrie­ben“, sagt Prof. Dr. Mat­thi­as Tisch. Das pflanz­li­che Prä­pa­rat macht das Ge­hirn an­pas­sungs- und lern­fä­hi­ger, da der Ex­trakt die Bil­dung neu­er Ner­ven­zell­fort­sät­ze und -ver­knüp­fun­gen an­regt: Die Si­gnal­ver­ar­bei­tung im Ge­hirn wird nach­hal­tig ge­bes­sert. Die Fol­ge: Der Tin­ni­tus-Teu­fels­kreis kann er­folg­reich durch­bro­chen wer­den. Die Ohr­ge­räu­sche ver­schwin­den – und so wird der Tin­ni­tus „ver­lernt“. •

lei­se Tö­ne Wir lie­ben Mee­res­rau­schen, Ohr­ge­tö­se wol­len wir nicht! Des­halb schüt­zen wir un­se­ren Hör­sinn

Tschüss, sTress! Wir hö­ren gut, weil wir uns nicht aus der Ru­he brin­gen las­sen

Ein Ext akt aus Gink­go-Blät­tern för­dert die Durch­blu­tung Ohr

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