Bei man­cheR ÜbeR­Ra­schung füh­le ich mich übeR­Rum­pelt

Meins - - Mein Leben -

Da bin ich sehr ge­spal­ten! Denn ich ha­be ei­nen Mann, der es liebt, mich zu über­ra­schen. Das hört sich toll an, und mei­ne Freun­din­nen ha­ben mich auch oft be­nei­det, wenn er mir ein Wo­che­n­en­de in Pa­ris oder Rom ge­schenkt hat. Na­tür­lich freue ich mich. Ei­ner­seits. Aber die Kehr­sei­te der Me­dail­le ist: Er trifft ein­sa­me Ent­schei­dun­gen, oh­ne zu über­le­gen, ob ich viel­leicht et­was an­de­res ge­plant ha­be. Wie neu­lich, als er mit Thea­ter­kar­ten kam, aus­ge­rech­net für das Wo­che­n­en­de, an dem mei­ne bes­te Freun­din in der Stadt ist, die ich sehr lie­be. Das ha­be ich ihm Wo­chen vor­her er­zählt, er hat’s ver­ges­sen und sagt dann: „Die kannst du doch im­mer noch tref­fen.“Das fin­de

ich über­grif­fig! Wir ha­ben uns erst ken­nen­ge­lernt, als ich En­de 30 war. Und ich war es ge­wohnt, mei­ne Ent­schei­dun­gen selbst zu tref­fen. Für ihn hin­ge­gen ist es ganz selbst­ver­ständ­lich, im Wir zu den­ken. Und er er­war­tet dann, dass ich mich freue. Ge­ra­de hat er mir er­öff­net, dass er in Früh­ren­te geht. Nicht, dass er ge­hen will, son­dern dass er es

tut. Und mir in leuch­ten­den Far­ben aus­ge­malt, was wir al­les Tol­les er­le­ben kön­nen. Ich will aber gar nicht frü­her in Ren­te, im Ge­gen­teil, ich über­le­ge, län­ger zu ar­bei­ten. Und war ehr­lich ge­sagt leicht scho­ckiert. Ich fra­ge mich: Was fängt der Mann zu Hau­se

mit sich an? Und wie wird das, wenn ich mü­de nach Hau­se kom­me und er mich aus­ge­ruht und un­ter­neh­mungs­lus­tig emp­fängt? Nein, da muss ei­ne Lö­sung her. Ei­ne sinn­vol­le Be­schäf­ti­gung, in die er sei­ne Ener­gie in­ves­tie­ren kann. Und nach der su­che ich jetzt. Jetzt dre­hen wir den Spieß mal um. Ma­non, 62

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