Was be­deu­ten uns Blu­men

Ob es nur ei­ne ein­zel­ne Blü­te ist oder wir vor ei­nem Blu­men­meer ste­hen: Sie brin­gen uns zum Strah­len und schi­cken uns ei­nen Glücks-Kick

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… mit 50, 60, 70?

Bun­te Blü­ten zau­beR n miR gu­te Lau­ne ins HeRz

Kein Tag oh­ne Blu­men! Oder bes­ser: kein Raum oh­ne Blu­men. Au­ßer im Bad blüht übe­r­all in mei­ner Woh­nung ein bun­ter Strauß. Jetzt im Früh­ling leuch­ten mir Tul­pen und gel­be Os­ter­glo­cken ent­ge­gen. Die­se Far­ben­pracht zau­bert mir so­fort gu­te Lau­ne ins Herz, auch wenn ich mal nicht gut drauf bin. Und die größ­te Freu­de, die man mir ma­chen kann, ist ein schö­ner

Blu­men­strauß. Ich lie­be es, durch bo­ta­ni­sche Gär­ten zu spa­zie­ren. Das ist für mich wie ein Glücks­rausch. Ich hät­te auch gern ein paar Topf­pflan­zen, am liebs­ten na­tür­lich exo­ti­sche.

Ich lie­be wei­ße Or­chi­de­en und Oran­gen­blu­men,

die wun­der­bar duf­ten. Aber lei­der ha­be ich kei­nen grü­nen Dau­men. Ob­wohl ich schwö­ren könn­te, mich ge­nau an die Pfle­ge­an­lei­tung zu hal­ten, geht bei mir al­les ein. Nicht mal ei­ne Mar­ge­ri­te hält bei mir den Som­mer durch. Wäh­rend am Bal­kon mei­ner Nach­barn far­ben­präch­ti­ge Gera­ni­en ge­ra­de­zu wu­chern wie an ei­nem baye­ri­schen Bau­ern­haus. Und das, ob­wohl wir mit­ten in der Groß­stadt woh­nen. Be­nei­dens­wert!

Mein Hor­ror war es vie­le Jah­re lang, die Blu­men­bän­ke mei­ner Schwie­ger­mut­ter zu pfle­gen, wenn sie in den Ur­laub fuhr. Was mein Ex-Mann na­tür­lich mir über­las­sen hat. Ich ha­be je­des Mal Blut und Was­ser ge­schwitzt. Ein­mal ist mir ein Hi­bis­kus ein­ge­gan­gen. Wir ha­ben ihn na­tür­lich er­setzt, glei­che Grö­ße, glei­che Far­be, hat ein Ver­mö­gen ge­kos­tet – ich hät­te kei­nen Un­ter­schied ge­se­hen, sie hat es so­fort ge­merkt. Das war wirk­lich film­reif. „Für Blu­men muss man sich Zeit neh­men“, hat sie ge­sagt. „Die mer­ken, wenn man sie nicht mit Lie­be pflegt. Nicht im­mer al­les hopplahopp ma­chen.“Was ja so­wie­so ihr stän­di­ger Vor­wurf an mich war. Ja, ich bin et­was un­ge­dul­dig, aber krie­ge, ab­ge­se­hen vom Gärt­nern, al­les pri­ma auf die Rei­he. Alex­an­dra, 52

Im Win­teR­gaR­ten füh­le ich mich wie im PaR adies

Mein gan­zes Glück ist mein Win­ter­gar­ten! Den ha­be ich mir so­zu­sa­gen er­trotzt, als wir aus der Stadt ge­zo­gen sind. Ich bin ei­ne Groß­stadt­pflan­ze und hat­te gar kei­ne

Lust aufs Land­le­ben. Und un­se­re Kin­der wa­ren da­mals schon so groß, dass klar war: In fünf, sechs Jah­ren sind die weg! Und dann sit­zen wir da al­lein in un­se­rem Haus im Grü­nen. Land­le­ben ist ja auch nicht ge­ra­de das, was Te­enager be­geis­tert. Aber mein Mann woll­te un­be­dingt ein ei­ge­nes Haus, und in der Stadt konn­ten wir uns das nicht leis­ten. Da gab’s lan­ge Dis­kus­sio­nen und ein paar Trä­nen, und dann ha­be ich ge­sagt: Okay, aber dann will ich ei­nen Win­ter­gar­ten! Und ich ha­be ihn be­kom­men, al­ler­dings mit der

Auf­la­ge: Da küm­merst du dich aber al­lein drum. Das ma­che ich gern, da­für ist der Rest des Gar­tens Fa­mi­li­en­sa­che. Mit den Jah­ren ha­be ich mir ein klei­nes Pa­ra­dies ge­schaf­fen, in dem Pal­men, Far­ne, Bou­gain­villea und an­de­re üp­pi­ge Blü­her ge­dei­hen. Ach, ich bin so ver­liebt in mei­nen Win­ter­gar­ten! Mein gan­zer Stolz ist mein Ka­me­li­en­baum. Und wenn ich in mei­nem Win­ter­gar­ten sit­ze, ist das wie Ur­laub im Sü­den. Mit der Zeit hat sich auch mei­ne Fa­mi­lie mehr und mehr für mei­ne grü­ne In­sel be­geis­tert und auch mal ei­ne neue Pflan­ze bei­ge­steu­ert, so­dass ich mich ir­gend­wann ent­schlos­sen ha­be, ei­nen Ess­tisch und Korb­stüh­le hin­ein­zu­stel­len. Und seit Jah­ren fängt der Tag mit ei­nem Früh­stück im Grü­nen an – auch mit­ten im Win­ter. Da hat man gleich son­ne im Her­zen, be­vor es zur Ar­beit geht. Im Som­mer zieht es uns na­tür­lich nach drau­ßen, aber sonst sit­zen wir fast im­mer im Win­ter­gar­ten. Auch un­se­re Freun­de steu­ern so­fort mei­nen Dschun­gel an. Ein­zi­ge Aus­nah­me: Fern­ge­se­hen wird hier nicht! An­ne, 62

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