Pa­ti­en­ten­schick­sal

Ei­ne ent­zünd­li­che Darmer­kran­kung stellt Pe­tra We­sel, 51, jah­re­lang vor Pro­ble­me. Hil­fe bringt ein Mit­tel aus der Klos­ter­me­di­zin

Meins - - Inhalt - VON AN­DRÉ BER­GER

Pe­tra, 51: „End­lich bin ich mei­ne Schmer­zen los“

Es be­gann ganz harm­los – wie ei­ne Ma­gen-Darm-Grip­pe: Durch­fall, Krämp­fe, Bauch­schmer­zen“, er­in­nert sich Pe­tra We­sel (Na­me ge­än­dert) ge­nau. „Ich war Mit­te 30. Als es nach drei Wo­chen nicht bes­ser wur­de, ging ich zum Arzt. Er nahm mir Blut ab, über­wies mich mit Ver­dacht auf ei­ne Blind­darm­ent­zün­dung in die Chir­ur­gie.“Be­reits am nächs­ten Tag wird die Leh- re­rin ope­riert. Doch zur Ver­wun­de­rung der Ärz­te blei­ben die Be­schwer­den. „Ich wur­de mit den­sel­ben Krämp­fen und dem glei­chen Ste­chen ent­las­sen wie bei der Auf­nah­me.“

Den wirk­li­chen Grund ih­rer Qu­al er­fährt sie erst sechs Jah­re spä­ter. Nach wie­der­hol­ter Darm­spie­ge­lung im Kran­ken­haus dia­gnos­ti­ziert der In­ter­nist Co­li­tis ul­ce­ro­sa– ei­ne chro­nisch ent­zünd­li­che Er­kran­kung des Dick­darms. Die Fehl­steue­rung des kör­per­ei­ge­nen Im­mun­sys­tems zwingt sie, bis zu sie­ben­mal pro Tag mit dünn­flüs­si­gem, manch­mal gar blu­ti­gem Stuhl­gang auf die Toi­let­te – ge­ra­de be­ruf­lich in der Schu­le ei­ne ex­tre­me Be­las­tung.

star­ke Me­di­ka­men­te brin­gen nur kurz­fris­tig hil­fe

„Ich be­kam im Akut­fall Cor­ti­son ver­ord­net. Und nach ein­set­zen­der Bes­se­rung zu­sätz­lich das Ba­sis­me­di­ka­ment Me­sa­la­zin in Form von Zäpf­chen. Tat­säch­lich be­kam ich mit die­sem lo­kal wir­ken­den Su­per-ASS mei­ne Be­schwer­den ganz gut in den Griff. Doch vor et­wa zwei Jah­ren fla­cker­te das Feu­er im Bauch wie­der auf: Je­der Kaf­fee mit Zu­cker, je­des Stück Ku­chen oder nur ein Plätz­chen lös­ten Krämp­fe und Dau­erDurch­fall aus.“Pe­tra We­sel er­hält er­neut täg­lich 20 Mil­li­gramm Cor­ti­son. „Da wur­de mir klar, dass ich et­was än­dern muss.“Der be­han­deln­de Arzt schlägt Pe­tra We­sel die Kli­nik für Na­tur­heil­kun­de Blan­ken­stein in Hat­tin­gen vor.

Na­tür­li­che Me­tho­den sol­len lang­fris­tig für Ru­he sor­gen

Ver­zwei­felt be­gibt sie sich in die Ab­tei­lung für chro­nisch Kran­ke. Ihr Ober­arzt, Dr. Fey, be­schließt, das Cor­ti­son lang­sam ab­zu­set­zen und sei­ne Pa­ti­en­tin auf ein an­ti­ent­zünd­li­ches Phy­to­the­ra­peu­ti­kum aus Myr­rhe, Ka­mil­le und Kaf­fee­koh­le ein­zu­stel­len. Au­ßer­dem kom­men Schaf­gar­ben-Wi­ckel, Ka­mil­le­bä­der und ei­ne spe­zi­el­le Co­lon­mas­sa­ge zum Ein­satz.

Um schnell für Lin­de­rung zu sor­gen, wird Pe­tra We­sel für die ers­ten acht Ta­ge auf ei­ne Kar­tof­fel-Reis-Ent­las­tungs­kost um­ge­stellt. Sie ver­zich­tet auf tie­ri­sches Ei­weiß, da die dar­in ent­hal­te­ne Ara­chi­don­säu­re die Ent­zün­dung im Darm zu­sätz­lich an­kur­beln wür­de. Par­al­lel er­hält sie ei­ne Be­ra­tung zu The­men wie Mi­ne­ral­stoff­ver­sor­gung und Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten – und ach­tet ge­nau auf ih­re Er­näh­rung.

Ein neu­es Bauch­ge­fühl dank Myr­rhe und Co.

„Ob­wohl ich im­mer we­ni­ger Cor­ti­son nahm, ging es mir un­ter der The­ra­pie von Tag zu Tag bes­ser“, strahlt Pe­tra We­sel heu­te. „Nach gut ei­ner Wo­che konn­te ich so­gar die Me­sa­la­zin-Zäpf­chen re­du­zie­ren. Trotz­dem lie­ßen die Schmer­zen wei­ter nach, und auch der läs­ti­ge Toi­let­ten­drang ging zu­rück.“In ih­rem Bauch kehrt zum ers­ten Mal seit 15 Jah­ren rich­tig Ru­he ein. Jetzt hat sie nur noch ein Ziel: „In na­her Zu­kunft möch­te ich auch die Me­sa­la­zin-Zäpf­chen kom­plett ab­set­zen kön­nen.“•

Pe­tra We­sel kann das Le­ben wie­der ge­nie­ßen Zu­fRiE­dEN

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