Pfle­ge

Die täg­li­che Pfle­ge un­se­rer Lie­ben schlaucht. Dar­um brau­chen auch wir mal Fe­ri­en. Mit der rich­ti­gen Or­ga­ni­sa­ti­on ha­ben wir jetzt gu­ten Ge­wis­sens auch mal Zeit für uns

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

Ei­ne Aus­zeit muss auch mal sein

So gern wir auch hel­fen, in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den brau­chen wir ei­ne Pau­se. Zwei Wo­chen viel­leicht ein­fach mal raus. Und wenn wir neue Kraft tan­ken, tut das ja al­len Be­tei­lig­ten gut. Um un­se­re Lie­ben gut ver­sorgt zu wis­sen, ha­ben wir ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, Er­satz zu or­ga­ni­sie­ren. Wel­che das sind, sagt uns Ex­per­tin Cat­ha­ri­na Han­sen.

Wich­ti­ge In­fos vor­ab: die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge

Wol­len wir ver­rei­sen, brau­chen wir je­man­den, der sich statt­des­sen um un­se­re An­ge­hö­ri­gen küm­mert. Dann kön­nen wir Leis­tun­gen der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge in An­spruch neh­men. Vor­aus­set­zung: min­des­tens Pfle­ge­grad 2, und wir müs­sen un­se­re Lie­ben min- des­tens sechs Mo­na­te vor Be­ginn der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge be­treut ha­ben. Der An­spruch be­trägt ma­xi­mal sechs Wo­chen (42 Ta­ge) pro Ka­len­der­jahr. Prak­tisch: Sind die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, kön­nen wir die er­for­der­li­chen Leis­tun­gen auch „bu­chen“. Die Be­le­ge rei­chen wir ein­fach bei un­se­rer Pfle­ge­kas­se mit ei­nem An­trag auf Ver­hin­de­rungs­pfle­ge ein.

Der Ret­ter in der not: am­bu­lan­ter Pfle­ge­dienst

Selbst wenn wir den Groß­teil der Pfle­ge über­neh­men, kom­men wir je nach Pfle­ge­grad nicht um Un­ter­stüt­zung durch ei­nen am­bu­lan­ten Pfle­ge­dienst her­um. Je nach Be­darf kom­men sie mehr­mals in der Wo­che oder auch mehr­mals täg­lich zu un­se­ren Lie­ben ins Haus. Die Fre­quenz lässt sich bei Be­darf er­hö­hen. Tipp: Da­mit auch ge­nü­gend Ka­pa­zi­tä­ten da sind, soll­ten wir den Pfle­ge­dienst recht­zei­tig in­for­mie­ren. Ist be­reits ein am­bu­lan­ter Pfle­ge­dienst ge­bucht, blei­ben die nor­ma­len Kos­ten wie ge­habt und las­sen sich im Best­fall mit den Pfle­ge­sach­leis­tun­gen de­cken. Kos­ten für die zu­sätz­li­che Be­treu­ung wer­den dann über die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge ab­ge­rech­net. Es gibt Pfle­ge­diens­te, die auch über den ge­sam­ten Zei­t­raum un­se­rer Ab­we­sen­heit ei­ne per­ma­nen­te Be­treu­ung an­bie­ten. Das ist al­ler­dings sehr kost­pie­lig. Das Bud­get ist dann höchst­wahr­schein­lich schnel­ler auf­ge­braucht, als wir wie­der da sind, und wir müs­sen selbst für die Kos­ten auf­kom­men. In­fo: Die Kos­ten las­sen sich nur für Pfle­ge­diens­te ab­rech­nen, nicht für aus­län­di­sche Kräf­te. ein Pfle­ge­dienst ist die Uni­ver­sal­op­ti­on für al­le, die er­satz­pfle­ge be­nö­ti­gen. neh­men un­se­re Lie­ben be­reits Hil­fe in An­spruch, ist die ein­fachs­te Mög­lich­keit, die Häu­fig­keit der be­su­che zu er­hö­hen.

Al­ter­na­ti­ve: Ver­wand­te und Freun­de

Ver­hin­de­rungs­pfle­ge

hat den Vor­teil, dass nicht zwin­gend ge­lern­te Pfle­ge­kräf­te als Er­satz ein­sprin­gen müs­sen. Es kön­nen auch Freun­de oder an­de­re An­ge­hö­ri­ge sein. Wird die Pfle­ge durch ei­ne ver­wand­te Per­son (ein­schließ­lich 2. Ver­wandt­schafts­grad) oder ei­ne in häus­li­cher Ge­mein­schaft des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen le­ben­den Per­son durch­ge­führt, ist die Kos­ten­er­stat­tung al­ler­dings auf den Be­trag des Pfle­ge­gel­des be­schränkt. Bei hö­he­ren Kos­ten kön­nen bis zu 1612 Eu­ro er­stat­tet wer­den.

mal eben ei­nen kurz­trip ma­chen, ein well­ness-wo­che­n­en­de oder ins Thea­ter? Dann ist die Be­treu­ung durch an­ge­hö­ri­ge oder Freun­de schnell or­ga­ni­siert.

ab und zu mal nach­gu­cken: stun­den­wei­se Be­treu­ung

Ist un­ser An­ge­hö­ri­ger noch weit­ge­hend selbst­stän­dig und braucht nur we­nig Un­ter­stüt­zung, reicht es auch, wenn stun­den­wei­se mal je­mand vor­bei­schaut. Das kön­nen na­tür­lich auch An­ge­hö­ri­ge, Freun­de, eh­ren­amt­li­che Hel­fer oder der Pfle­ge­dienst sein. Wich­ti­ge In­fo: Ver­hin­de­rungs­pfle­ge lässt sich in re­gu­lär (mehr als acht St­un­den) und stun­den­wei­se (we­ni­ger als acht St­un­den) un­ter­tei­len. Bei der re­gu­lä­ren wird das Pfle­ge­geld für die­se Zeit nicht ge­zahlt. Es ist näm­lich nicht ent­schei­dend, wie lan­ge z. B. ein Pfle­ge­dienst oder ei­ne Pri­vat­per­son ei­ne Ver­hin­de­rungs­pfle­ge aus­übt, son­dern wie lan­ge wir als re­gu­lär pfle­gen­de Per­son ab­we­send sind. Tipp: Wol­len wir nur mal kurz weg, ver­su­chen wir nach Mög­lich­keit in un­ter acht St­un­den wie­der da zu sein.

Brau­chen un­se­re lie­ben nur für das nö­tigs­te Hil­fe ist stun­den­wei­se Be­treu­ung aus­rei­chend.

all-in­clu­si­ve: voll­sta­tio­nä­re Be­treu­ung

Ist per­ma­nen­te Be­treu­ung kei­ne Op­ti­on, son­dern ein Muss, kom­men wir um ei­ne kurz­zei­ti­ge Un­ter­brin­gung in ei­nem Pfle­ge­heim nicht her­um. Dann neh­men wir al­ler­dings die Leis­tun­gen der Kurz­zeit­pfle­ge in An­spruch. Wird die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge im Ka­len­der­jahr dann nicht mehr ge­nutzt, kön­nen wir Kurz­zeit­pfle­ge mit An­sprü­chen aus Ver­hin­de­rungs­pfle­ge kom­bi­nie­ren. So sind dann auch län­ge­re Aus­zei­ten mög­lich. Fi­nan­zi­ell er­ge­ben sich so 1612 Eu­ro für die Kurz­zeit­pfle­ge plus bis zu 100 Pro­zent der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge in Hö­he von 1612 Eu­ro. Macht 3224 Eu­ro. Die­ser An­spruch gilt für Per­so­nen mit ei­nem Pfle­ge­grad 2 bis 5. In­fo: Die Plät­ze für Kurz­zeit­pfle­ge sind in den Ur­laubs­zei­ten be­son­ders heiß be­gehrt. Auf dem Por­tal www.pfle­ge­bo­er­sen.de fin­den wir be­stimmt noch et­was.

Für al­le ge­eig­net, die oh­ne stän­di­ge Be­treu­ung nicht sein kön­nen. Für uns ist das eben­falls in­ter­es­sant, wenn wir uns auch mal län­ge­re aus­zei­ten gön­nen wol­len.

Fest­ge­leg­te zei­ten: Ta­ges- und nacht­pfle­ge

Die Ta­ges­pfle­ge ist ide­al, wenn wir mal weg­fah­ren und un­se­re Lie­ben tags­über in gu­ten Hän­den wis­sen wol­len. In der Re­gel wer­den sie mor­gens per Fahr­dienst ab­ge­holt und nach­mit­tags wie­der nach Hau­se ge­bracht. Zwi­schen­durch gibt es fes­te Mahl­zei­ten. ▶ In der Ta­ges­pfle­ge sind un­se­re lie­ben un­ter gleich­ge­sinn­ten und wer­den die gan­ze zeit über um­fas­send be­treut. nacht­pfle­ge kann für uns un­ter an­de­rem auch vor­teil­haft sein, oh­ne dass wir lan­ge in ur­laub fah­ren wol­len.

GAnz beI Uns

Im­mer nur an an­de­re den­ken? Kla­res Nein. Wir tun jetzt mal et­was für uns

Cat­ha­ri­na Han­sen ist Pfle­ge­re­fe­ren­tin bei der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rheinWest­fa­len

ERin­neR un­gen schaf­fen füR den All­tag!

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