Rat­ge­ber-Ex­tra

Au­to­rin Andrea Micus hat Frau­en 50+ bei der Part­ner­su­che be­glei­tet. In MEINS er­zählt sie, was sie da­bei Span­nen­des er­lebt hat. Und ver­rät die bes­ten Tipps

Meins - - Inhalt -

Neue Lie­be 50+

Spee­dda­ting und In­ter­net, SingleClubs und klas­si­sche Hei­rats­ver­mitt­ler. Noch nie gab es so vie­le Mög­lich­kei­ten, ei­nen Part­ner zu fin­den. Da­zu kann man sich in Sport­ver­ei­nen und Volks­hoch­schu­len, bei Sing­le-Events und am Ar­beits­platz um­se­hen oder auf den Zu­fall hof­fen. Trotz­dem sa­gen vie­le Frau­en: „Hil­fe, ich fin­de kei­nen Mann!“Und was sagt un­se­re Ex­per­tin? „Vie­le Frau­en ma­chen Feh­ler, wer­den un­zu­frie­den und ge­ben schließ­lich auf.“Sie weiß: Wer ein paar Spiel­re­geln be­her­zigt und zu­ver­sicht­lich an die Su­che her­an­geht, wird Glück in der Lie­be ha­ben.

1 Was wir brau­chen, ist ei­ne Stra­te­gie!

Wer Kar­rie­re ma­chen möch­te, soll­te wis­sen, wo­hin er will und wie er dort hin­kom­men kann. Das gilt auch bei der Part­ner­su­che. Das Mot­to „Ich las­se mich fin­den“führt in der Re­gel zu nichts. Wer nach ei­nem Part­ner su­chen möch­te, braucht ei­nen Plan. Der sieht bei ei­ner jun­gen Frau an­ders aus als bei ei­ner äl­te­ren, bei ei­ner be­rufs­tä­ti­gen in der Stadt an­ders als bei ei­ner Haus­frau auf dem Land. Wich­tig: uns Zeit las­sen und un­se­re Vor­stel­lun­gen auf­schrei­ben. Tipp: Un­se­re Leit­fra­gen: Wen will ich su­chen? Wo will ich su­chen? Wie will ich su­chen? Wann will ich su­chen? Wer könn­te mir hel­fen?

2 Ver­gan­gen­heit ab­ha­ken und nach vorn schau­en

Von der Pu­ber­tät an müs­sen wir in punc­to Lie­be und Ge­füh­le mit Nie­der­la­gen klar­kom­men. Je­der von uns trägt ei­nen Ruck­sack voll ent­täusch­ter Ge­füh­le auf den Schul­tern. Aber man soll­te nicht schwer dar­an tra­gen. Wer sich neu bin­den möch­te, darf der Ver­gan­gen­heit nicht nach­trau­ern. Das kann man üben: ne­ga­ti­ve Ge­dan­ken ein­fach „ab­schnei­den“und be­wusst po­si­tiv den­ken. Tipp: Mit knap­pen Ich-Bot­schaf­ten ma­chen wir uns Mut. „Ich bin bald nicht mehr al­lein!“und „Ich bin klug und stark. Ei­gen­schaf­ten, um die mich vie­le be­nei­den.“

3 Wie schät­zen wir uns ein? rea­lis­tisch!

Bei der Part­ner­su­che wird kräf­tig ge­schum­melt. Wir ma­chen uns jün­ger, schlan­ker, er­folg­rei­cher, wohl­ha­ben­der. Bringt aber nichts! Wenn sich ei­ne Be­zie­hung ver­tie­fen soll, kommt ir­gend­wann doch die Wahr­heit ans Licht. Bes­ser ist es, von An­fang an ehr­lich und rea­lis­tisch zu sein, mit sich selbst und auch mit den Vor­stel­lun­gen vom Part­ner. Schön, reich und se­xy soll er sein. Aber was bie­te ich selbst? Träu­men ist ja nicht ver­bo­ten. Er­folg­ver­spre­chen­der ist es, nach dem Part­ner Aus­schau zu hal­ten, der zu mir passt, und über­zo­ge­ne Er­war­tun­gen auf­zu­ge­ben. Tipp: Ver­su­chen wir mal, uns mit den Au­gen ei­ner gu­ten Freun­din zu be­trach­ten.

4 Kom­pro­mis­se ge­hen wir nur be­dingt ein

Wir ler­nen Män­ner mit neu­en Hob­bys, Freun­den, Sicht­wei­sen ken­nen, wun­der­bar. Das hält uns jung und macht das Le­ben span­nend. Aber Vor­sicht: Nur um ei­nen Mann zu ge­win­nen, darf man sich nicht auf al­les ein­las­sen. Die Ve­ge­ta­rie­rin passt nicht zum Jä­ger, die Nicht­schwim­me­rin nicht zum Se­gel­fan. Al­so: recht­zei­tig den Kopf ein­schal­ten und sich im Lie­bes­rausch nicht selbst ver­lie­ren.

Tipp: Wir über­le­gen schon im Vor­aus, bei wel­chen The­men wir Kom­pro­mis­se ma­chen und bei wel­chen auf kei­nen Fall. Das macht die Su­che nach dem Rich­ti­gen leich­ter!

5 Auf Ge­mein­sam­kei­ten ach­ten

Ge­gen­sät­ze zie­hen sich an, sagt ein Sprich­wort. Stimmt, das Neue reizt. Uns fas­zi­niert, was wir nicht ken­nen. Aber die An­zie­hung ist meis­tens kurz und ganz und gar nicht all­tags­taug­lich. Um mit­ein­an­der le­ben zu kön­nen, braucht man Ge­mein­sam­kei­ten. Wer mit 50+ sucht, soll­te wis­sen, dass Herz­klop­fen al­lein noch kei­ne glück­li­che Zu­kunft bringt. Aber gro­ße Über­ein­stim­mun­gen bei Al­ter, Bil­dung, Fi­nan­zen und Cha­rak­ter sind ei­ne si­che­re Grund­la­ge für ei­ne dau­er­haf­te Be­zie­hung. Tipp: Wir soll­ten in Ru­he über­le­gen, was uns wirk­lich wich­tig ist, und in die­sem Be­reich auf Über­ein­stim­mun­gen ach­ten.

6 rück­schlä­ge nicht zum Dra­ma ma­chen

Ei­ne ab­ge­sag­te Ver­ab­re­dung, ei­ne Ab­fuhr nach dem ers­ten Da­te, das Aus ei­ner Af­fä­re, die wir für ei­ne Be­zie­hung hiel­ten? Das tut weh. Aber wenn man auf der Su­che ist, ge­hö­ren Rück­schlä­ge da­zu, und es ist hilf­reich, sie von vorn­her­ein ein­zu­kal­ku­lie­ren. Und dann, wie bei ei­ner kör­per­li­chen Wun­de, ein „Pflas­ter“auf­zu­kle­ben und sich zum Trost zu ver­wöh­nen. Tipp: Mit der bes­ten Freun­din spre­chen; das fühlt sich gut an und bringt mehr Klar­heit.

7 Bloß nicht auf­ge­ben!

Wir lie­ben Tem­po. Was wir heu­te be­stel­len, wird mor­gen ge­lie­fert. Bei der Part­ner­su­che ist Ge­duld ge­fragt. Es bringt nichts, beim Erst­bes­ten zu­zu­grei­fen. Da sind Flops pro­gram­miert. Se­hen wir uns lie­ber ganz in Ru­he um und war­ten auf den, der zu uns passt. Und in der Zwi­schen­zeit ge­nie­ßen wir die Vor­zü­ge des SingleLe­bens und die Frei­heit, al­les tun zu kön­nen, was wir wol­len. Un­se­re Träu­me zu rea­li­sie­ren. Das macht uns zu­frie­den – und at­trak­tiv. Tipp: Aus­ge­hen, Sprach­kur­se be­su­chen, Yo­ga aus­pro­bie­ren. Sing­le zu sein soll rich­tig Spaß ma­chen.

8 Das um­feld ein­bin­den

Wer sich mit 50+ bin­det, ent­schei­det sich nicht nur für den Part­ner, son­dern auch für des­sen Um­feld. In dem Al­ter ha­ben die meis­ten Men­schen Kin­der und En­kel­kin­der, hilfs­be­dürf­ti­ge El­tern und viel­leicht noch ei­nen oder meh­re­re Ex-Part­ner, von de­nen sie auf­grund der Le­bens­si­tua­ti­on nie ganz ge­trennt sein wer­den. Das er­for­dert je­de Men­ge Fin­ger­spit­zen­ge­fühl! Men­schen, die uns wich­tig sind, soll­ten wis­sen, dass wir uns wie­der bin­den möch­ten. Des­halb re­den wir of­fen über un­se­re Part­ner­su­che. Tipp: Hin­wei­se von Kin­dern und Fa­mi­lie nicht als Ein­mi­schung be­trach­ten, son­dern als Aus­druck der Sor­ge, dass wir an den Fal­schen ge­ra­ten könn­ten. •

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