OP – ja oder nein?

Meins - - Meine Gesundheit - Prof. Dr. Sven Os­ter­mei­er Or­tho­pä­de und Un­fall­chir­urg an der Ge­lenk-Kli­nik Gun­del­fin­gen

Klar, dass prin­zi­pi­ell viel zu vie­le un­nö­ti­ge OPs we­gen Ar­thro­se durch­ge­führt wer­den, ha­ben wir schon oft ge­hört. Des­we­gen kön­nen wir auch nicht vor­sich­tig ge­nug sein, wenn es um die Gesundheit un­se­rer Ge­len­ke geht!

MEINS: Wann ist denn der rich­ti­ge Zeit­punkt für ei­ne OP?

Prof. Os­ter­mei­er: Wir ha­ben schon vie­le Pa­ti­en­ten, die Kol­le­gen ope­riert hät­ten, er­folg­reich auf kon­ser­va­ti­vem Weg be­han­delt. Des­halb kann ich nur ra­ten: Ei­ne OP darf nie die ers­te Maß­nah­me sein. Sie er­folgt am bes­ten dann, wenn al­le an­de­ren The­ra­pi­en er­folg­los wa­ren oder ein struk­tu­rel­ler Scha­den wie et­wa ein Mus­ke­lo­der Seh­nen­ab­riss vor­liegt. Ent­schei­dend ist der Lei­dens­druck, we­ni­ger das Rönt­gen­bild: Ei­ni­ge Pa­ti­en­ten sind trotz fort­ge­schrit­te­ner Ar­thro­se schmerz­frei, an­de­re ha­ben ei­ne so ein­ge­schränk­te Le­bens­qua­li­tät, dass ei­ne OP un­um­gäng­lich ist.

MEINS: War­um ope­rie­ren Ärz­te häu­fig zu früh?

Dr. Os­ter­mei­er: Der fi­nan­zi­el­le An­reiz ist si­cher­lich ein Be­weg­grund. Die glei­che Sum­me mit kon­ser­va­ti­ven The­ra­pi­en ein­zu­neh­men dau­ert län­ger.

MEINS: ist das der ein­zi­ge grund?

Nein, es ist nicht im­mer nur der Arzt, der zum Ope­rie­ren drängt: Pa­ti­en­ten wol­len die Schmer­zen schnell los­wer­den und las­sen sich lie­ber ope­rie­ren, als über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum Me­di­ka­men­te ein­zu­neh­men oder Kran­ken­gym­nas­tik zu ma­chen.

MEINS: Wie fin­den wir ei­nen gu­ten spe­zia­lis­ten?

Dr. Os­ter­mei­er: Ein Fach­mann ist ma­xi­mal auf zwei Ge­len­ke spe­zia­li­siert, hat da­für aber vie­le The­ra­pie­for­men im An­ge­bot.

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